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[Startseite SPS | Fächer und Lernbereiche | Startseite vorfachlicher Unterricht | Unterrichtsmaterialien] Entwurf für eine
Unterrichtsstunde im vorfachlichen Unterricht 1 Planungszusammenhang 1.1 Thema der Unterrichtseinheit Arbeiten mit Ton 1.2 Gliederung der Unterrichtseinheit 1. Std.: Erkundung des Materials
Ton und Herstellen elementarer Formen 2 Bezug zum Rahmenplan Der Berliner Rahmenplan für den Kunstunterricht in der Grundschule führt für den Bereich "Formen und Bauen" der Klassen 1/2 unter anderem den Tätigkeitsbereich "Formen mit den Händen: Ton, Plastilin oder andere leicht formbare Materialien" an und formuliert folgendes ästhetische Problem: "Differenzierung der plastischen Zeichen durch spezifische körperliche Merkmale: – vollplastische kugel–, walzen–, würfelförmige Körper verschiedener Größe formen, umformen, durch Zusammenfügen und Abtragen von Teilformen gliedern" (S.11). 3 Sachdarstellung Ton ist einer der ältesten Werkstoffe und das Herstellen keramischer Gefäße gehört bis in unsere Zeit zur Kulturgeschichte der Menschheit. Die Verbreitung des Tons über die gesamte Erdkugel und seine Lagerung in der obersten Erdkruste haben ihn allen frühen Kulturen zugänglich gemacht. Seine Bedeutung zeigt sich in der Vielfalt keramischer Erzeugnisse. Die Eigenschaften des Werkstoffes Ton Die Plastizität eines gut
durchgefeuchteten und homogenisierten Tons kann zu der Annahme führen,
dieses Material sei eine Art Knetmasse (Plastilin). Ton ist jedoch ein
natürlicher, elementarer Werkstoff, der in Tongruben ausgebaggert, von
fremden Substanzen gereinigt und aufbereitet wird. Je nach der
Zusammensetzung des Tons unterscheidet man sog. "fetten" Ton
(hier ist der Anteil von reinem Ton hoch) und "mageren" Ton
(dieser Ton ist stark mit Staubsand vermengt). Der "fette" Ton
lässt sich zwar leichter verarbeiten, aber er schrumpft beim
Trocknungsprozess sehr stark, so dass in dem Tonprodukt häufig Risse
entstehen. Für den Einsatz in der Grundschule eignet sich daher eher
der "magere" Ton. Eine wichtige Erfahrung beim
Umgang mit dem Werkstoff ist, dass er unter der Einwirkung von Wärme,
die die Hände beim Formen abgeben, oberflächlich trocknet und feine
oder gar grobe Risse zeigt. Daher müssen die Hände beim Arbeiten immer
wieder angefeuchtet werden. Arbeitsmittel Die Bearbeitung des Tons erfordert keine aufwendigen Werkzeuge. Als formgebende Modellierwerkzeuge wirken vor allem die Hände. Sie haben direkten Kontakt mit dem Werkstoff und können die formgebende Absicht unmittelbar auf diesen übertragen. Nur wenn die Hände bestimmte Formdetails oder Strukturen nicht mehr ausführen können, werden Arbeitsmittel (Modellierhölzer, Stäbchen usw.) verwendet, zum Beispiel für Oberflächenstrukturen. Herstellen von plastischen Grundformen Plastiken aus weichem Material bauen sich aus den geometrischen Grundformen Kugel, Kegel und Zylinder (= Walze) auf. Alle lebenden Körper unserer Umwelt lassen sich auf diese drei Grundformen zurückführen. Man formt sie durch Drücken oder Rollen der Masse in der Hand oder auf einer Unterlage. Dabei werden diese Grundformen in ihren Proportionen variabel gestaltet. 4 Unterrichtsvoraussetzungen Die Kinder der Klasse 2a haben im ersten Schuljahr erste Formversuche mit Plastilin unternommen. Mit dem Werkstoff Ton kamen sie während ihrer Klassenfahrt nach Schluft in Berührung. Sie hatten dort die Möglichkeit, ca. 1 Stunde lang mit Ton zu arbeiten. Dabei erhielten sie aber keine Einführung und langsame Hinführung zur Umgangsweise mit dem Werkstoff, sondern die Kinder entschieden spontan, was sie "herstellen" wollten. Eine Betreuerin gab ihnen dann individuelle Hilfen und Tipps. Außerdem gab es auf dem Kinderfest, das vor einer Woche auf dem Schulhof stattfand, einen Töpferstand, an dem die Kinder (kurz) arbeiten konnten. Welche Schülerinnen und Schüler dieses Angebot wahrnahmen konnte ich nicht beobachten. Die Auseinandersetzung mit dem Medium im Sinne von Aissen–Crewett (S. 63), ein Bewusst machen und Verbalisieren der sinnlichen Erfahrungen bei der Arbeit mit dem Material fand bisher nicht statt. 5 Didaktische Reduktion Ziel der Stunde ist es, dass die Kinder sich mit dem stark anregenden Material Ton befassen. Sie sollen den Ton kneten, in der Hand spüren, zunächst seine Kälte–, dann seine Wärmeausstrahlung, die sich von dem eigenen Körper auf den Ton überträgt. Sie sollen die taktilen Qualitäten erfahren und zugleich die eigenen haptischen Bedürfnisse. Die zunächst eher unbewusst in der Hand entstehenden Formen sollen aufgegriffen werden. Im Sinne einer Reduktion habe ich vor, mich bei der Aufgabenstellung auf die elementaren Formen Kugel und Walze (und Kegel, als einer "ungleichmäßigen" Walze) zu beschränken. Meine Absicht ist nicht, die Kinder "zu bremsen", sondern ihre Aufmerksamkeit auf das Material und mögliche Variationen an einer Form (Kugel oder Walze) zu lenken. 6 Lernziele 6.1 Intentionen der Unterrichtseinheit Die Schülerinnen und Schüler
6.2 Stundenziel Die Schülerinnen und Schüler sollen die elementaren Formen Kugel und Walze (und Kegel) aus Ton herstellen und in Größe und Verzierung unterschiedlich gestalten. 6.3 Teillernziel Die Schülerinnen und Schüler
7 Didaktisch – methodische Überlegungen In der Regel zeigen die Kinder größtes Interesse am Werkstoff Ton. Damit zu arbeiten bedeutet für die Schülerinnen und Schüler, aus ungeformtem Material zu einer Form zu finden. In dieser spezifischen Begegnung wird ihre Kreativität gefordert, bilden sich allmählich Vorstellungen von dem, was machbar und werkstoffgemäß ist und entwickelt sich der Sinn für plastische Qualitäten. Damit wächst der Mut, zu experimentieren und zu gestalten. Im Mittelpunkt dieser Stunde stehen die sinnliche Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem Werkstoff Ton und die Herstellung der elementaren Formen Kugel und Walze (und Kegel). Eingebettet sind die Formübungen in die Aufgabenstellung, Perlen für eine Kette oder eine Raupe, eventuell auch Murmeln herzustellen. Die in der Einführungsphase geplanten Tast– und spontanen Formversuche kommen den starken sinnlich–taktilen Bedürfnissen der Kinder entgegen. Gisela Hein schreibt dazu: "Wenn man Ton mit beiden Händen in handgroßer Menge ohne Benutzung des Tisches, frei und absichtslos formt, neigt man dazu, die ungestaltete Materie zu vereinheitlichen, klopfend, rollend, bis aus diesen Bewegungen kugel–, walzen– und scheibenähnliche Formen entstehen, [ …]." Die Sinneswahrnehmung die die
Schülerinnen und Schüler während ihrer Arbeit mit dem Ton machen,
sollen immer wieder zur Sprache gebracht und bewusst gemacht werden. Mit den gemeinsam erarbeiteten
Variationsmöglichkeiten für Perlen (Größe, verschiedene Formen,
Verzierungen, verschiedene Farben) bekommen die Kinder Kriterien an die
Hand, die sie bei der Erfüllung ihres Arbeitsauftrags beachten sollen.
Ob die Kriterien beachtet wurden, soll an ausgewählten Beispielen in
der Auswertungsphase überprüft werden. Bei der Erarbeitung der
Kriterien sollen zwei oder mehr Kinder Versuche unternehmen, Tonkugeln
oder Tonwalzen mit einem Holzstäbchen zu verzieren, damit darauf
hingewiesen werden kann, weiche Techniken möglich sind (Einritzung und
Einstechung). Die praktische Arbeit der Schülerinnen und Schüler findet an Gruppentischen statt (4–6 Kinder). Möglichkeiten der Kooperation und des Austausches sind somit gegeben. Als Lernhilfe und Anregung stehen den Kindern die Wortkarten mit den Kriterien, die an der Tafel befestigt sind und ein Materialtisch mit Abbildungen aus Büchern und verschiedenen Perlen zur Verfügung. Es gibt keine Vorgabe, wie viele Perlen oder Murmeln jedes Kind herstellen soll. In der Auswertungsphase werden einerseits die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler ins Zentrum der Aufmerksamkeit gestellt und andererseits ergeben sich zusätzliche Lernchancen durch den Vergleich des Werkstoffs Ton mit anderen formbaren Materialien und den Ausblick auf das weitere Vorgehen mit den entstandenen Formen. 8 Literatur Aissen–Crewett, M.:
Kunstunterricht in der Grundschule. Braunschweig 1992. 9 Verlaufsplanung 1. Phase: Einführung, ca. 10 Min. Sitzkreis – Begrüßung Medien: Ton, ev. Schneidedraht oder Messer, Wasserschale 2. Phase: Problemstellung und Aufgabenstellung, ca 5 Min. Sitzkreis – Ln lenkt die Aufmerksamkeit
auf ev. entstandene Kugeln und Walzen Medien: entstandene Formen, Holzstäbchen, Perlen als Anschauungsgegenstände, Wortkarten 3. Phase: Exploration / Produktion, ca. 15 Min. Einzelarbeit an Gruppentischen – Sch formen unterschiedlich
große Kugeln und Walzen und durchbohren sie Medien: Ton, Holzstäbchen,
Messer, Wasserschalen, Bücher und Perlen auf dem 4. Phase: Auswertung und Ausblick, ca. 15 Min. Sitzkreis – Arbeiten einiger Sch werden
betrachtet Medien: Arbeiten der Kinder
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