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für eine Unterrichtsstunde im vorfachlichen Unterricht, Lernbereich
MÄERZ: 1. Planungszusammenhang 1.1. Thema der Unterrichtseinheit Betrachten, beschreiben und beurteilen von Kunstwerken 1.2. Thematische Gliederung nach Stunden
1.3. Einordnung Stunde in die Unterrichtseinheit Das genaue Hinsehen sowie das Beschreiben stehen im Zentrum dieser Einheit, die auch auf die nächste Einheit hinfuhren soll. Dort werden anhand von "Moderner Malerei" Bildbetrachtung, Beschreibung und Beurteilung immer wieder praktiziert. Dies geschieht auch durch den produktiven Umgang mit Kunstwerken bezogen auf Bildinhalte oder Techniken. Bisher wurde im Rahmen der Bildbeschreibung der Weg gewählt, von der Vorlage auszugehen (z.B. Brueghel "Winterlandschaft" oder dem eigenen Landschaftsbild), das Bild zu betrachten bzw. zu produzieren und danach zu beschreiben. In dieser Stunde steht ein sog. "Bilddiktat" des Bildes "Blau II" von J. Miró am Anfang, zu dem die Schüler/innen nach den im Text beschriebenen Einzelheiten ein Bild anfertigen, ein Element ergänzen und dies dann selbst beschreiben sollen. Wie in den vorigen Stunden, soll auch jetzt eine Koppelung von Beschreiben und praktischer Arbeit vorgenommen werden, die wiederum Ausgangspunkt für eine Beschreibung (des fehlenden Elementes) wird. Die beschreibende Auseinandersetzung mit Kunst entwickelte sich zunächst anhand eines naturalistischen Bildes (Brueghel) und fuhrt über die Abstraktion der Landschaft (eigene Verfremdungen der "Winterlandschaft" unter Eindrücken von Werken Klees) zur Beschreibung eines eher gegenstandslosen Bildes (Miró). In dieser Stunde werden verschiedene Lernbereiche aus dem vorfachlichen Unterricht verbunden, wie Lesen, mündlicher Sprachgebrauch und Elemente des Texte– Verfassens (Deutsch) mit der Produktion eines Bildes und der Reflexion/ Beschreibung (Kunst). 1.4. Bezug zum Rahmenplan Kunst Laut Berliner Rahmenplan soll im Kunstunterricht Lernen in enger Wechselwirkung von Machen, Sehen, Tasten, Fühlen, Denken und Reden stehen, was sowohl die praktische, als auch die theoretische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Gegenständen, Aktionen, aus der Erfahrungswelt der Kinder einschließt. Kinder sollen sich gestaltend und fantasiebetont mit allen Sinnen mit der Wirklichkeit auseinandersetzen und ihr Wahrnehmungsvermögen und bildnerisches Ausdrucksvermögen umfassend erweitern. Sie sollen sowohl mit Inhalten, als auch mit Materialien und Techniken fantasievoll und spielerisch umgehen und die Fähigkeit entwickeln, ästhetische Objekte und Prozesse zu genießen. Durch Erfolgserlebnisse bei der Herstellung ästhetischer Objekte sollen sie u.a. Ich–Stärkung erfahren. Ein wesentlicher Teil der ästhetischen Erziehung (neben der Produktion) ist die "Betrachtung von Werken der Bildenden Kunst im weitesten Sinne". Dazu geboren u.a. Kunstdrucke, Malereien, Abbildungen in Büchern usw. (vgl. S. 4). Deutsch Im Teilbereich mündlicher
sollen Schüler/innen lernen, Sprache situations- und zielangemessen
zu gebrauchen. 2. Unterrichtsziele 2.1. Intention der Unterrichtseinheit Die Schüler/innen entwickeln Interesse am verweilenden Betrachten von Bildern, nehmen Bildinhalte bewusst wahr und können sie genau beschreiben und in ihrer Wirkung auf sie selbst beurteilen. 2.2. Stundenziel Die Schüler/innen können die Informationen der Beschreibung des Kunstwerks "Blau II" von Joan Miró aus dem Text entnehmen, bildnerisch umsetzen und ihre jeweilige Ergänzung beschreiben. 2.3. Teillernziele
3. Erschließung der Sachstruktur Zu Joan Miró Joan Miró wurde 1893 als Sohn eines Kunstschmiedes in Barcelona geboren. Seine Mutter war Tochter eines Kunsttischlers und kam aus Mallorca. Trotz ihrer Berufe hatten die Eltern wenig Verständnis für Joans frühe Freude am Zeichnen. Bereits als Kind malte er Dorfszenen bei seinen Großeltern auf Mallorca. Dem Willen des Vaters folgend, machte Miró eine Ausbildung und bekam eine Stelle als Buchhalter. Eine schwere Krankheit überzeugte die Eltern, dass Miró für den kaufmännischen Beruf ungeeignet war und sie willigten ein, dass er die Kunstakademie besuchen konnte. Er wurde besonders vom
Fauvismus und Kubismus angezogen, wobei die Quelle seiner Malerei immer
noch die romanisch–katalanische Malerei und die Volkskunst seiner
Heimat war. Bis 1924 entstanden eher Bilder mit einer präzisen,
kleinteiligen Zeichenschrift, wie "Der Bauernhof', bei denen sich
aber die Größe der Gegenstände nach der Wichtigkeit für den Maler
richteten. Miró gilt heute als einer der bedeutendsten spanischen Künstler des 20. Jh. und als wichtiger Vertreter des Surrealismus. Zu seinen Werken gehören über 2000 Ölgemälde, aber auch Skulpturen, Keramiken, Zeichnungen und Collagen. Er verstarb 1983 im Alter von 90 Jahren. "Blau II" (1961) Öl auf Leinwand, 270cm x 355 cm, Paris, Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou "Blau 11" ist
der mittlere Teil eines Triptychons, das Miró unter dem Eindruck seines
zweiten Amerika–Aufenthaltes schuf. Polloks "Action–painting"
und der abstrakte Expressionismus Mark Rothkos hatten ihn nachhaltig
beeinflusst. "Für mich ist es wichtig, ein Maximum an
Intensität mit einem Minimum an Aufwand zu erreichen. Daher wird die
Leere in meinen Bildern immer wichtiger (J. Miró in: Mink 1993, S.
87) 4. Unterrichtsvoraussetzungen 4.1. Allgemeine Voraussetzungen Die Klasse ist eine Integrationsklasse mit 19 Schüler/innen (10 Mädchen und 9 Jungen). Zwei Jungen sind behindert in ihrer Motorik, z.T. auch bzgl. ihrer Konzentrationsfähigkeit und ihrem Lerntempo. In der Klasse sind stundenweise Ambulanzlehrer tätig, die die behinderten Kinder unterstützen. Zum Teil arbeiten sie mit den Kindern im Unterricht zusammen, z.T. unterrichten sie die Kinder außerhalb der Klasse. In der Klasse ist auch stundenweise eine (neue) Schulhelferin eingesetzt. In diesem Schuljahr unterrichte ich in der Klasse 2 Stunden im Bereich Deutsch und 2 Stunden im Lernbereich Kunst. 4.2. Spezielle Voraussetzungen In den vorausgegangenen Stunden haben die Schüler/innen bereits Erfahrungen in der Bildbeschreibung gesammelt. Dabei stellte ich fest, dass es einem Großteil der Schüler/innen noch schwer fällt, komplexe Bilder zu beschreiben, besonders wenn es um genaue räumliche Beziehungen geht oder z.B. Farben detaillierter beschrieben werden sollen. Gegenstandslose Kunst wurde bisher in der Klasse noch nicht im Unterricht thematisiert. Trotzdem soll hier eine Begegnung über die Bildbeschreibung stattfinden, weil die Schüler/innen (mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen) hier auch ohne Fähigkeiten bezüglich der erkennbaren Wiedergabe von realistischen Bildelementen die beschriebenen Elemente bildnerisch umsetzen können. Der Umgang mit Deckfarben ist bekannt. Die Schüler/innen besitzen Schulmalfarben, allerdings haben sie seit den Weihnachtsferien nicht mehr damit gemalt Die Voraussetzungen zum sinnerfassenden Lesen sind vom Verständnis und Lesetempo noch sehr unterschiedlich. In der Partnerarbeit sollen sich leistungsstärkere und –schwächere Schüler/innen gegenseitig unterstützen. 5. Didaktisch–methodischer Begründungszusammenhang 5.1. Begründung von Inhaltsakzentuierung und Zielsetzung Beim Betrachten und
Beschreiben von Kunstwerken bzw. dem Umsetzen der Beschreibungen in
Bilder wird die Wahrnehmung geschult, die Sinnestätigkeit und
Begriffsbildung werden verknüpft. Bildbetrachtung und Beschreibung
geschieht im sprachlichen Kontext und somit fließen Inhalte des
Lernbereichs Deutsch in die Stunde mit ein. Das Verständnis für Kunst bei den Schüler/innen wecken "Bildbetrachtung" impliziert ein eher distanziertes Verhältnis zur Kunst (vgl. Aissen–Crewett, 1992, S. 103). Deshalb wählt Aissen–Crewett den Begriff "Verständnis" für (nicht von) Kunst, womit sie ein "persönliches Beteiligtsein, eine persönliche Aufgeschlossenheit, eine Empfänglichkeit für Kunst, nicht ein Abschätzen, sondern ein persönliches Wertschätzen" meint. Das Bild wird nicht als ein zu analysierendes Neutrum betrachtet, sondern vielmehr als ein Gegenüber, dem man persönlich begegnet. Diese Begegnung soll auch in dieser Unterrichtseinheit stattfinden und auf die Begegnung und Auseinandersetzung mit Moderner Malerei in der folgenden Unterrichtseinheit vorgreifen. Zum Verständnis muss das Kind bestimmte Wahrnehmungs– und Erfahrungsfähigkeiten entwickeln, beobachten, beschreiben, interpretieren. Dazu sind Offenheit, Informationen und Kenntnisse (z.B. über Techniken, Künstler/innen, Stile,...) und Erfahrungen nötig. Die größte Barriere zum Kunstverständnis liegt nach Aissen–Crewett "in dem Mangel an Bereitschaft, sich dem Unbekannten zu öffnen und sich darauf einzulassen, in dem Mangel an Bereitschaft, die Intentionen der Künstlerin oder des Künstlers nachzuvollziehen." Dabei geht es nicht um persönliche Präferenz. In dieser Stunde soll über das Bildnerische Umsetzen und das Beschreiben ein Nachvollziehen, eine Auseinandersetzung und ein Verständnis angebahnt werden. 5.2. Begründung der methodischen Grundsatzentscheidungen Schwerpunkte der Stunde sind das Bildnerische Umsetzen der Beschreibung (und Arbeitsanweisung) und die Beschreibung des fehlenden Bildgegenstandes. Im Vorgehen bei Bildbeschreibungen orientiere ich mich in der Vorgehensweise an den Stufen des Beurteilungsprozesses (nach Aissen–Crewett, 1992, S. 107): 1. Beschreibung: Was siebst du? (Objekte, Formen, Farben) 2. Formale Analyse: Wie sind die Dinge auf dem Bild zueinander zugeordnet? (Komposition, Symmetrie/Asymmetrie, Material, Farbe, Linie, Licht...) 3. Interpretation: "Was versucht der Künstler oder die Künstlerin zu sagen? 4. kenntnisreiche Präferenz: Was halst du von dem Kunstwerk und warum? Bewegt es dich? Läßt es dich kalt? Was magst du daran, was nicht...? In dieser Stunde geht es nur um die ersten beiden Stufen, dem "Was" und dem "Wie", dem Beschreiben des real Wahrnehmbaren und noch nicht um Interpretation oder persönliche Präferenz. Nach einer kurzen
Vorstellung des Malers Miró werden die inhaltlichen und formalen
Aspekte des Bildes, die im Text beschrieben werden, umgesetzt.
Für Partnerarbeit habe ich mich deshalb entschieden, da die Schüler/innen bisher noch nicht in dieser Form mit Sachtexten umgegangen sind und es außerdem große Unterschiede in der Lesefertigkeit gibt. So können sich die Partner/innen gegenseitig unterstützen. Leistungsstarke und –schwache Schüler/innen arbeiten jeweils zusammen. Außerdem wird es den Schüler/innen leichter fallen, wenn eine liest und die andere parallel die Schritte nachvollzieht. Im sog. "Bilddiktat" unterscheide ich zwischen gebundenen Formen (genauere Vorgaben) und freieren Vorgaben, die Raum lassen für die Kreativität der Schüler/innen, die eine eigene Entscheidung treffen müssen bezüglich Form, Farbe und Platzierung des fehlenden Elementes. Auf den Texten sind Zusatzaufgaben aufgeführt, die in die Auswertungsphase mit einfließen werden, falls Paare die Umsetzung schnell beendet haben sollten. In der Auswertungsphase sollen die eigenen Ergänzungen von 2–3 Paaren exemplarisch beschrieben (und von den anderen erraten) werden, die Gemeinsamkeiten (Flecken) und Unterschiede genannt werden, und ein Vergleich mit der Vorlage bzw. dem Original stattfinden (inhaltlich als auch formal (z.B. Format). Begründung der Bildauswahl Bezogen auf die Vorkenntnisse und Fertigkeiten der Schüler/innen eignet sich meines Erachtens das Bild gut, da
6. Literaturverzeichnis Aissen–Crewett, Meike: Kunstunterricht in der Grundschule. Braunschweig 1992. Altenburg, Erika: Wege zum selbständigen Lesen – 10 Methoden zur Texterschließung. Frankfurt/M. 1991. Becks–Malorny, Ulrike: Miró – 6 Posters. Köln 1996. Lange–Niederprüm, Iris: Kunst aktiv: Miró. Mülheim an der Ruhr 1995. Mink, Janis: Miró›. Köln 1993. Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport. Vorläufiger Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule. Grundschule, Fach Bildende Kunst, Berlin 1991. 7. Materialien – Blaue Vorlagen des
Bildes (mit einzelnen vorgegebenen Elementen) (DIN A 2 an der Tafel, DIN
A 3 für Schüler/innen) 8. Verlaufsplanung
Text Das Bild, das wir heute betrachten werden, hat der Künstler Joan Miró 1961, also vor 37 Jahren, mit Ölfarben gemalt. Es ist in einem Museum in Paris zu bewundern. Es ist 270 cm hoch und 355 cm breit. Miró hat für sein
Bild wenige Farben verwendet. Auf einem hellblauen Untergrund befinden
sich insgesamt zwölf tiefschwarze Flecke. Die Umriss von vier Flecken
sind bereits auf dem Blatt vorgezeichnet. Zwischen dem großen Fleck in der Bildmitte und dem linken Mittelgroßen Fleck liegen drei weitere kleine Flecke. Sie liegen wie auf einer Linie mit dem großen und mittelgroßen Fleck. Es sieht so aus, als würden die drei zusammengehören. Die beiden äußeren sind etwas größer als der mittlere Fleck. In der großen Lücke
der rechten Bildhälfte befinden sich weitere fünf Flecke, die alle
mittelgroß sind. Bevor ihr jetzt weitermacht, malt zuerst die schwarzen Flecke aus! Im linken Bildteil befindet sich ein Bildgegenstand, der sich in Form und Farbe deutlich vom übrigen Bild abhebt. Ihr dürft über seine
Lage, seine Form und seine Farbe frei entscheiden. Zusatzaufgaben: 1. Beschreibt auf der Rückseite dieses Blattes den Bildgegenstand, den ihr ergänzt habt. (Farbe, Form, Lage) 2. Gebt eurem Bild einen Titel.
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