"Schulradio" - Die Gestaltung einer Hörfunksendung als Beispiel für handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterricht in einer 7. Klasse der Martin-Buber- Oberschule (Gesamtschule).
vorgelegt von:
Stefanie Ehnes
Lehreranwärterin
im 7. Schulpraktischen Seminar Spandau (L)
Martin-Buber-Oberschule Spandau
Juli 1999
1 Vorwort
Das Thema dieser Arbeit war schnell gewählt: Ich wollte versuchen, mit meiner siebten Klasse im Deutschunterricht Radio zu machen. Schließlich konnte ich so eine Synthese aus meinen beiden Berufen herstellen: (Hörfunk-)Journalistin und Lehrerin. Die ausgewählte Lerngruppe hielt ich dafür geeignet, weil sie sich bereits in vergangenen Unterrichtseinheiten gegenüber der Produktion eigener Texte aufgeschlossen gezeigt und gerne in Gruppen gearbeitet hatte. Da die siebte Klasse – wie an Gesamtschulen üblich – noch nicht im Sinne des "FEGA"-Systems differenziert war, hoffte ich zudem, in dieser Einheit dem unterschiedlichen Leistungsvermögen der Schüler/innen gerecht zu werden. Schließlich können in einer solch abwechslungsreichen Unterrichtseinheit viele verschiedene Lerntypen angesprochen werden.
Doch bereits bei der Grobplanung der Unterrichtseinheit stand ich vor der schwierigen Frage, wie die Synthese Deutschunterricht und Radio herstellbar ist. Beide Bereiche für sich genommen waren mir vertraut, doch wie bringt man Schüler/innen Radiomachen bei?
Nach intensivem Literaturstudium stellte ich zudem fest: Es gibt niemanden, der oder die sich mit der von mir angestrebten Schnittmenge auseinander setzt. Zeitung in der Schule, ja, medienpädagogische Projekte mit Jugendlichen in der Freizeit auch, ebenso Pausenradio in der Schule, aber Radio im Unterricht? Das muss man schon selber ausprobieren.
Der wissenschaftliche Teil dieser Arbeit ist daher auch in die beiden Bereiche Gestaltung einer Hörfunksendung und handlungs- und produktionsorientierter Unterricht gegliedert.
Im weiteren Verlauf der Arbeit soll die Synthese der beiden Teile deutlich werden, indem die Planung der Unterrichtseinheit in Bezug auf Vorbedingungen und Entscheidungen dargestellt wird.
Im dritten Teil folgt dann die Beschreibung und Analyse des Ablaufs der Unterrichtseinheit, wobei einige Stunden, die für den Erfolg des Vorhabens entscheidend waren, ausführlicher behandelt werden. Bei der Darstellung des Bereichs Textüberarbeitung wird anstatt einer Unterrichtsstunde ein Textausschnitt analysiert.
2 Strukturdiagramm "Hörfunksendung"

3 Fachwissenschaftliche Orientierung I:
Gestaltung einer Hörfunksendung
3.1. Die Rolle des Hörfunks bei Jugendlichen
In den letzten 30 Jahren hat sich das Angebot und die Nutzung des Mediums Radio dramatisch verändert. Während 1968 rund 72 Prozent aller Haushalte nur über ein Radiogerät verfügten, haben heute so gut wie alle Haushalte zwei Geräte.
Auch die Angebotssituation hat sich im Hörfunk rasant entwickelt. 1968 konnte die Bevölkerung nur zwischen 21 Programmen wählen. Heute stehen den Radiohörern 248 verschiedene Programme zur Verfügung. Durch den Ausbau der Servicewellen und Hörfunkprogramme privatrechtlicher Anbieter nahm im Zeitraum von 1968 bis 1989/90 die Hördauer besonders bei Erwachsenen stetig zu. Jugendliche fühlten sich durch die neuen Programme offenbar weniger angesprochen, denn bei ihnen stieg die Radionutzung nur unterdurchschnittlich an. Erst seit 1994/95 hört die Altersgruppe der 14- bis 19-jährigen wieder zunehmend Radio, während bei der Gesamtbevölkerung Schwankungen in der Hördauer zu verzeichnen sind. Gerhards u.a. führen dies auf "die neuen reichweitenstarken öffentlich-rechtlichen Radioprogramme" speziell für Jugendliche zurück. Heute sind Fernsehen und Radio unter Jugendlichen "mit einer täglichen Seh- bzw. Hördauer von jeweils über zwei Stunden pro Tag die am meisten genutzten Medien". Während das Radio ab morgens bis in den Nachmittag hinein gehört wird, spielt das Fernsehen am Abend eine größere Rolle. Das Radio hören verbinden die Jugendlichen mit vielfältigen Tätigkeiten: Aufstehen, Schulweg, Essen, Hausaufgaben, Freizeit. Inhaltlich erwarten die 14- bis 19-jährigen vom Radio vor allem Musik, Humor und Informationen aller Art. Musik spielt bei Jugendlichen eine große Rolle. Das zeigt sich auch daran, dass sie pro Tag neben dem Radio noch eine Stunde Musik von Tonträgern hören.
Jugendliche nutzen das Radio also überwiegend, um sich zu entspannen, zu informieren und zur Aufheiterung. Die Kombination aus Radio hören und zahlreichen Tätigkeiten deutet außerdem darauf hin, dass sie das Radio als Hintergrundmedium verstehen.
3.2. Medienpädagogik im Deutschunterricht
Ein Unterricht, der sich dem Anspruch von den Erfahrungen und Bedürfnissen der Schüler/innen auszugehen, verpflichtet fühlt, muss deren mediales Vorwissen einbeziehen und erweitern. Da Medienerziehung jedoch kein eigenständiges Fach ist, muss in den einzelnen Fächern nach Anknüpfungspunkten gesucht werden. Die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung gibt dazu folgende Empfehlung: "Im Deutschunterricht werden z.B. neben schriftlichen Texten auch audiovisuelle Produkte behandelt, im Kunstunterricht können u.a. ... eigene Videofilme produziert werden, der Musikunterricht ... Diese genannten Fächer eignen sich als Leitfächer für die Medienerziehung."
Wermke sieht in diesem Zusammenhang zwei Möglichkeiten der IZE=4>Als Beispiel nennt sie die stärkere Einbeziehung der akustischen Dimension von Texten, da "auditive Medien ‘Jugendmedien’ sind" . Darin sieht sie auch eine Chance der Weiterentwicklung für den Deutschunterricht. So dürfe, fordert sie, der traditionelle Gegenstandsbereich Buch und Buchkultur nicht mehr isoliert betrachtet werden. Die Lernbereiche Lesen und Schreiben müssten aus ihrer Bindung an Bücher oder Hefte gelöst werden. "Es genügt nicht, technische Medien - neben Printmedien also auch Film, Funk, Fernsehen und Computer - in den Deutschunterricht einzubeziehen, solange Auswahl, Fragestellung und Bewertungskriterien ausschließlich dem Leitmedium Buch verpflichtet bleiben". Hinzukommen müsse die Integration anderer Medienästhetiken, mit denen sich der Deutschunterricht inhaltlich und formal auseinander setzen sollte.
3.3. Sendeformen im Radio
Die meisten Sendeformen im Radio sind zugleich auch journalistische Darstellungsformen. Darunter versteht man die in Funk, Fernsehen und Zeitung verwendeten Textsorten. Sie lassen sich formal in zwei Gruppen unterteilen: a) die tatsachenbetonten und b) die meinungsbetonten.
3.3.1. Die Nachricht
Die Nachricht gilt als Urtyp aller Darstellungsformen. Sie enthält in aller Kürze die wichtigsten Aspekte eines besonderen Ereignisses. Dabei gibt sie Antwort auf die klassischen sechs W-Fragen: Wer, Was, Wann, Wo, Wie und Warum.
Der Aufbau einer Nachricht ist schematisiert: Das Wichtigste muss am Anfang stehen, dann wird die Quelle genannt, darauf folgen die Einzelheiten und am Schluss Hintergrund und Zusammenhänge.
3.3.2. Das Interview
Im Hörfunk gibt es zwei verschiedene Formen des Interviews: das Recherche-Interview und das Interview als eigenständige Sendeform. Das Ergebnis einer Recherche kann als Information in Nachricht, Bericht, Reportage, Kommentar oder Glosse einfließen. Das Interview ist hierbei die Vorarbeit für ein anderes journalistisches Produkt.
Im Hörfunk kann das Interview als gesendetes Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen eine eigenständige Sendeform sein. Es ist lebendiger als ein Zeitungsinterview, da es neben der inhaltlichen Aussage auch Aufschluss über das Temperament der Interviewpartner gibt. Man erfährt nicht nur, was gesagt wird, sondern auch etwas über die Stimme, Tonlage und Diktion der befragten Person.
Für die Gesprächsführung bei Interviews gibt es verschiedene Fragetypen. Je nachdem, was man erfahren möchte und auf welche Weise, kann man diese gezielt anwenden.
1. Die offene Form
Hier werden die Fragen meist mit den Fragepronomen "Wie", "Wa-rum", "Weshalb", "Wodurch", "Wozu", "Woher" "Wohin" eingeleitet. Beispiel: "Warum sind Sie im Alter von 16 Jahren von Zuhause weggezogen?" Diese Frageform kann man in Situationen anwenden, in denen man viel über die befragte Person erfahren möchte. Offene Fragen eignen sich vor allem zur Klärung des Hintergrundes, für die Frage nach dem Wie und Warum. Sie eignen sich aber auch als Einstiegsfragen in ein Interview. Der/Die Antwortende kann dabei seine/ihre Gedanken und Ideen freier entwickeln und begründen. Der Nachteil ist, dass Interviewpartner ins "Schwafeln" geraten können.
2. Die halbgeschlossene Form
Mit dieser Frageform wird die mögliche Antwort des/der Gesprächspartner/in eingegrenzt, indem man Oder-Fragen stellt, z.B. "Dient die Reise privaten oder geschäftlichen Zwecken?"
3. Die geschlossene Form
Fragen, die als Antwort nur ein "Ja", "Nein" oder "Ich weiß nicht" zulassen, sind geschlossene Fragen. Sie eignen sich dann, wenn man jemanden überhaupt zum Reden bringen möchte oder wenn man eine Person, z.B. einen Politiker, zu einer eindeutigen Aussage zwingen möchte. Beispiel: "Werden Sie dem Gesetzentwurf zustimmen?"
3.3.3. Der Bericht mit "O-Ton"
Diese auch als "Gebauter Beitrag" bezeichnete radiophonische Form eines Berichts informiert über ein Ereignis, eine Initiative oder eine Veranstaltung ohne wertende Zusätze des Autors/der Autorin. Der Bericht kann ausführlicher als eine Nachricht ein Ereignis zusammenfassen und mehr den Hintergrund erläutern. Er kann Zusammenhänge erschließen, die Vorgeschichte klären und verschiedene Meinungen darstellen. Dabei gilt ebenso wie beim Verfassen einer Nachricht, dass die W-Fragen geklärt werden müssen.
Der Bericht besteht aus einem Autorentext und "O-Tönen". Der Autorentext fasst zusammen, lässt einen roten Faden erkennen und führt auf den Inhalt des "O-Tons" hin. Der "O-Ton" selber ist ein kurzer Ausschnitt dessen, was der Interviewpartner im Gespräch gesagt hat. Um den Beitrag lebendig zu gestalten, sucht man sich normalerweise die "O-Töne" heraus, in denen der Interviewpartner etwas sehr überzeugend, besonders emotional oder wertend sagt.
3.3.4. Die Umfrage
Radio-Umfragen sind weder repräsentativ noch objektiv, sie transportieren relativ willkürlich ein Meinungsbild der "Straße". Bei einer Umfrage ist die Frage an verschiedene Menschen immer dieselbe. Die Antworten werden nach einer Systematik, z.B. Pro und Kontra, Alter, Geschlecht etc. geordnet.
Die Funktion von Umfragen in einer Sendung kann sein:
·
Auflockerung·
(zunächst unkommentierter) Einstieg ins Thema·
Ergänzung verschiedener Argumente·
Gesprächsanreiz für eine Diskussion
3.3.5. Die Reportage
Die Reportage ist die subjektivste der tatsachenbetonten Darstellungsformen. Sie hat ihre historischen Wurzeln einerseits im Reisebericht, der Erlebnisse schildert, andererseits im Augenzeugenbericht, der den Ablauf oder die Folgen eines Ereignisses wiedergibt. Anders als der nachrichtliche Bericht will die Reportage ein Ereignis, ein Thema anschaulich schildern.
Daher werden Reportagen immer direkt vom Ort des Geschehens, z.B. vom Fußballspiel, von Veranstaltungen, Festen, Demonstrationen etc. gesendet. Der Reporter/Die Reporterin ist "der Kameramann des Hörfunks": Er/Sie schildert das Geschehen so bildlich und detailliert, dass bei den Hörer/innen so etwas wie "Kino im Kopf" entstehen kann. Sie sollen sich genau vorstellen können, was passiert, wie die Personen gekleidet sind, ob man etwas Besonderes riecht, hört, ob es kalt oder warm ist usw. Die Sprache der Reporter/innen muss anschaulich sein: Sie werden immer von der Größe eines durchschnittlichen Wohnzimmers sprechen, wenn sie 37,5 Quadratmeter meinen.
Eine Reportage erzählt eine spannende Geschichte. Sie hat einen Anfang, einen oder mehrere Höhepunkte und einen eindeutigen Schluss. Der Reporter/Die Reporterin kann einer Art Zoom vergleichbar einen Ausschnitt des Geschehens besonders betonen. Hintergrundinformationen werden richtig dosiert dann eingestreut, wenn es das Geschehen zulässt.
3.3.6. Das Hörspiel
Das Hörspiel gehört nicht zu den journalistischen Darstellungsformen. Es ist vielmehr "die ureigene Kunstform des Rundfunks". Akustische Ausdrucksmittel des Hörspiels sind das Wort, das Geräusch, die Musik, die Stimme und die Stille. Es hat ein szenisch-dramatisches oder szenisch-episches Handlungsgefüge mit oder ohne Erzähler/in zur Darstellung innerer Spannungen.
3.3.7. Die Magazinsendung
Diese Sendeform besteht aus einer "Mischung von unterhaltender Musik und kurzen Wortbeiträgen, die von einem/r Moderator/in präsentiert werden". In einem Magazin können die unterschiedlichen journalistischen Darstellungsformen vorkommen. Die einzelnen Beiträge werden in der Regel durch Musik getrennt und jeweils von dem/der Moderator/in an- bzw. abmoderiert.
3.4. "Fürs Hören" schreiben
Das "Schreiben fürs Hören" ist eine Kunst für sich. Das, was normalerweise im Deutschunterricht gelehrt wird (z.B. Wiederholungen vermeiden), gilt hier nicht. Hörer/innen können nicht - wie Leser/innen - noch einmal zurückblättern, sie müssen alles direkt beim ersten Hören verstehen. Das hat Folgen für den Text eines verständlichen Radiobeitrags: Schwierige Begriffe müssen im Verlauf des Textes noch einmal aufgenommen werden. Wiederholungen sind durchaus erwünscht.
Ein weiterer Punkt ist die Satzlänge. Bandwurmsätze lassen die Aufmerksamkeit schwinden. Im Hörfunk heißt die Regel: möglichst kurze Hauptsätze, falls nötig mit einem Nebensatz - auf keinen Fall mehr. Zusätze wie "auf keinen Fall mehr" sind ebenfalls typisch für die gesprochene Sprache. Durch solche Anhängsel bleibt der Text lebendig. Lebendigkeit soll auch durch Verben geschaffen werden. Daher benutzt man eher aktive als passive Verbformen, zudem mehr Verben als Substantive. Vorsicht ist bei zusammengesetzten Verben geboten. Wenn sie im Satz getrennt vorkommen, kann es zu Verständnisproblemen kommen. Aus demselben Grund vermeiden es gute Radiojournalist/innen Fremdwörter.
Insgesamt gilt, dass die Sprache im Radio so verständlich wie möglich sein sollte. Es ist nicht nur erlaubt Umgangssprache zu benutzen, sondern sogar erwünscht. Man sollte "Schreiben wie geredet". Das heißt nicht, dass kompliziertere Sachverhalte gar nicht dargestellt werden können. Die Hörer/innen müssen dann aber Schritt für Schritt informiert werden.
3.5. Redigieren und Überarbeiten von Texten
Das Redigieren oder - wie es im Deutschunterricht genannt wird – Überarbeiten von Texten, ist eine der zentralen Aufgaben von Redakteur/innen. Manuskripte, die von freien Autor/innen angeboten werden, müssen auf das Format der jeweiligen Sendung abgestimmt sein. Manche Redaktionen legen großen Wert auf eine lebendige Sprache, andere bevorzugen eine nüchterne Berichterstattung. Zudem ist der Autor/die Autorin in Bezug auf den eigenen Text befangen. Erfahrungsgemäß fällt es schwer, einen mühsam erarbeiteten Absatz wegzukürzen oder komplett umzuformulieren.
Die Arbeit, die ein/e versierte/r Redakteur/in innerhalb weniger Minuten alleine bewältigt, können auch die Schüler/innen einer 7. Klasse übernehmen. Aus empirischen Untersuchungen ist bekannt, "daß sich vor allem die Reaktionen Gleichaltriger positiv auf das Überarbeiten auswirken". Baurmann/Ludwig unterscheiden drei Arten der Textüberarbeitung: die mündliche, die schriftliche und die in Gedanken vollzogene. Die mündliche Überarbeitung, so schränken die Autoren ein, eignet sich im Unterricht weniger als die schriftliche, da sie schnell in Vergessenheit gerät. Für die Radioarbeit ist die Kombination beider Formen von großem Nutzen. Durch das Sprechen von Texten entstehen zum Teil unbewusst alternative Textversionen, die dann - sofern sie dem Autor/der Autorin besser gefallen - schriftlich fixiert werden. Die schriftliche Textüberarbeitung ist auch für die Radioarbeit essentiell, da Ideen Tage später noch nachvollzogen werden können. Besonders leicht fällt es, so Baurmann/Ludwig, auf dem Computer geschriebene Texte zu verändern, da diese mit wenig Aufwand umformuliert werden könnten. Am leichtesten jedoch könnten Texte in Gedanken überarbeitet werden. Dies sei insbesondere bei den "Prätexten" der Fall, also bei den Texten, die noch nicht schriftlich fixiert wurden.
Als eine Technik des Überarbeitens sei die "Textlupe" erwähnt. Dieses von Böttcher und Wagner für die Grundschule vorgestellte Konzept hat Bobsin für die Sekundarstufe I umgeändert. Die "Textlupe" ist ein Kommentarzettel, der zusammen mit dem Text von Schüler/in zu Schüler/in gereicht wird. Auf diesem Zettel vermerken die Schüler/innen nach den Regeln des Feedback in der ersten Spalte positive Aspekte. Die zweite Spalte ist für Kritik reserviert, in die Dritte sollen Verbesserungsvorschläge eingetragen werden. Wenn eine Person bzw. Gruppe einen Text zu Ende bearbeitet hat, reicht sie ihn an ihre/n Nachbar/in weiter. Bobsin betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit eines Kriterienkatalogs. Dabei gehe es nicht darum, Texte nach Mustern zu verfassen, "aber ohne die Einigung auf Kriterien für einen gelungenen Text einer spezifischen Textart ... sind die Schüler überfordert".
4 Fachwissenschaftliche Orientierung II:
Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht
4.1. Handlungsorientierter Unterricht
Die Vorstellung, dass Unterricht nicht nur die kognitiven Fähigkeiten ausbilden sollte, ist nicht neu. Zu Beginn dieses Jahrhunderts entwickelten Vertreter der Arbeitsschulbewegung und der Reformpädagogik die Idee des ganzheitlichen Unterrichts ("Lernen mit Kopf und Hand"). Seit den 70er-Jahren wurde sie wieder aufgegriffen und in verschiedene Richtungen weiterentwickelt. Es entstanden Konzepte z.B. vom offenen, erfahrungsbezogenen und schüleraktiven Unterricht. Während diese Unterrichtsformen verschiedene Schwerpunkte zulassen, stellt das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts einen Aspekt in den Mittelpunkt: den handelnden Umgang der Schüler/innen mit dem Lerngegenstand. Das übergeordnete Ziel sollte nach Gudjons dabei sein, "Schule und Leben wieder zusammenzubringen. Und das geht nicht nur über die Auswahl von (lebensnahen) Unterrichtsinhalten, sondern vor allem durch die handelnde Auseinandersetzung mit ihnen". Gudjons betont jedoch, dass handlungsorientierter Unterricht kein theoretisch ausformuliertes Konzept ist. Er sieht darin eher "eine konkrete Utopie, ein(en) Antwortversuch auf zahlreiche Probleme der modernen Schule". Nach Gudjons ist methodische Kompetenz der Schüler/innen ein wesentliches Prinzip handlungsorientierten Unterrichts. Darüber hinaus nennt er: Aktivierung vieler Sinne, Produktorientierung, kooperatives Handeln und Lebensbezug.
Neben Gudjons gilt auch Hilbert Meyer als Verfechter eines handlungsorientierten Unterrichts. Bei seiner Definition steht ebenfalls die Schüleraktivität im Mittelpunkt: "Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbarten Handlungsprodukte die Organisation des Unterrichtsprozesses leiten, so daß Kopf- und Handarbeit der Schüler in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden können".
4.2. Handlungs- und produktionsorientierter Deutschunterricht
die analytische Auseinandersetzung mit einer oder mehreren Textsorten durch Eigenproduktionen. Demgegenüber steht der Begriff des "handlungsorientierten Literatur-unterrichts", der den handelnden Umgang mit Texten bezeichnet. Dies kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen, z. B. bildlich-illustrativ, musikalisch, darstellend oder spielend.Während Haas die Einheit von Handlungs- und Produktionsorientierung favorisiert, ergeben sich bei den Ansätzen von Menzel und Spinner andere Akzentuierungen. Menzel propagiert eine "enge Verbindung von produktionsorientiertem Vorgehen und Textanalyse" durch "experimentierenden Umgang mit Textelementen ... und Beobachtungen zu formalen und inhaltlichen Aspekten". Spinner hingegen legt besonderen Wert auf "die Entfaltung der inneren Vorstellungskraft und betont den Beitrag der produktiven Verfahren für die Wahrnehmungssensibilisierung, die Identitätsentwicklung und die Fähigkeit, fremde Sichtweisen nachzuvollziehen".
Auch Haas betont die Wechselwirkung von handlungs- und produktionsorientiertem Unterricht mit dem kreativen Schreiben. Wenn es da-rum gehe, an Eigenproduktionen Erfahrungen zu sammeln und dadurch die Mittel der Kommunikation zu erproben "und wenn dabei die Verfremdung von Textvorlagen zum Repertoire solcher kreativer Tätigkeiten gehört, dann ist die Nähe zu den vielfältigen Möglichkeiten einer produktiven Aneignung von literarischen Texten offenliegend".
4.3. Handlungsorientierte Medienpädagogik
Medienerziehung in der Schule - so die vorherrschende Meinung - muss handlungsorientiert sein. Dabei knüpft die Fachliteratur an allgemein-didaktische Grundsätze der Handlungsorientierung an: Auch hier wird eine Ausgewogenheit von Aktion und Reflexion gefordert.
In ihrem "Gesamtkonzept für die informationstechnische Bildung" formuliert die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung vier Aufgaben einer Medienerziehung: "...sie sollte die Fähigkeit vermitteln,
- Medien genau aufzunehmen
- Medien kritisch zu beurteilen
- Medien nach bestimmten Zwecken auszuwählen und einzusetzen
Diese Lernzielbereiche finden sich in der Fachliteratur in Form des Begriffs "Kompetenzen" wieder. Dabei handelt es sich meist um Folgende: Nutzungs-, Kritik-, Gestaltungs- und ästhetische Kompetenz. Eine handlungsorientierte Medienerziehung, die diese Kompetenzen bei Schüler/innen ausbildet, erreicht damit ihr höchstes Ziel: die Ausbildung und Erweiterung der Medienkompetenzen.
Dass die Einbeziehung von Medien im Unterricht nach dem Prinzip der Handlungsorientierung erfolgen sollte, betont auch die Bund-Länder-Kommission in ihrem 1995 erschienenen Orientierungsrahmen: "Primär rezeptive Formen ... sollten im Unterricht nicht noch weiter verstärkt werden. Schülerinnen und Schüler müssen vielmehr die Möglichkeit haben, über eigene Erfahrungen in eine kritische Haltung ... hineinzufinden und Vertrauen in die eigenen Gestaltungs- und Urteilskräfte auszubilden".
Tulodziecki unterscheidet bei der Gestaltung von Medien sechs verschiedene Orientierungen: die dokumentatorisch, die fiktional, die experimentell, die unterrichtsthematisch, die publizistisch und die medienkritisch orientierte Mediengestaltung. Für den Unterricht eignen sich nach Tulodziecki besonders die fiktional, die unterrichtsthematisch und die publizistisch orientierte Mediengestaltung.
5 Schlussfolgerungen
Aus der Sichtung der einzelnen theoretischen Aspekte lassen sich für meine Unterrichtseinheit folgende Hypothesen formulieren:
1. Medienpädagogik im Deutschunterricht muss die Medienkompetenzen der Schüler/innen fördern. In Bezug auf das Medium Radio ist es besonders wichtig, dass Jugendliche ihre Nutzungskompetenz ausbauen und erkennen, dass das Radio nicht nur ein musikalischer Klangteppich ist.
2. Handlungs- und produktionsorientierte Medienerziehung im Deutschunterricht fördert die Motivation der Schüler/innen, erweitert ihre Fähigkeit des selbständigen Handelns, ermöglicht Binnendifferenzierung, spricht verschiedene Lerntypen an und fördert die Bereitschaft zur Gruppenarbeit.
3. Die Aussicht, die komplett produzierte Hörfunksendung "richtig" zu senden, wirkt sich motivationsfördernd auf die Schüler/innen aus.
4. Folgende Sendeformen eignen sich für Radioarbeit in der Schule:
·
die Nachricht, weil daran die Grundlage der journalistischen Berichterstattung geübt werden kann.·
das Interview, weil es die Grundform journalistischer Informationsbeschaffung (Recherche) ist. Zudem übt es auf die Schüler/innen einen großen Reiz aus, weil ihnen diese Sendeform aufgrund ihrer Hörerfahrungen bekannt ist.·
die Umfrage, weil diese innerhalb der Schule leicht durchzuführen ist und den Schüler/innen das Gefühl des Reporterseins vermittelt.·
der Bericht mit "O-Ton", weil dies eine der klassischen Formen, besonders der politischen Berichterstattung, ist und damit auf anschauliche Weise Informationen transportiert werden.Die Sendeform Hörspiel eignet sich weniger für die Radioarbeit in der Schule. Sie ist zu aufwendig und würde den Rahmen der Unterrichts-einheit strapazieren.
Auch die Reportage eignet sich weniger für Schüler/innen, weil deren Umsetzung eine gute Beobachtungsgabe und differenzierte mündliche Formulierungsfähigkeit voraussetzt.
5. Die Form einer Magazinsendung eignet sich für die Gestaltung einer Hörfunksendung im Deutschunterricht besonders gut, da sie
·
sich nah an den Hörgewohnheiten der Schüler/innen bewegen kann.·
verschiedene Sendeformen und Inhalte erlaubt.·
einen großen Gestaltungsspielraum für verschiedene Interessen und Fähigkeiten der Schüler/innen lässt.·
es ermöglicht, mit den verschiedenen journalistischen Sendeformen zu arbeiten.
6. Die Schüler/innen sollten sich mit der Hörfunksendung identifizieren können, daher ist es wichtig, dass sie
·
das Thema selber bestimmen,·
die Zusammensetzung der Gruppe weitgehend selber vornehmen,·
die Inhalte und Sendeformen innerhalb der Gruppe beschließen.
6 Umsetzbarkeit im Deutschunterricht
6.1. Räumliche und materielle Ausstattung
Die Martin-Buber-Oberschule ("MBO") ist räumlich stark beengt. Selten gibt es die Möglichkeit, eine Lerngruppe aufzuteilen und gleichzeitig zwei Räume zu nutzen. Ausweichmöglichkeiten für Gruppenarbeit bieten sich nur auf den Gängen an. Dabei müssen die Schüler/innen jedoch sehr viel Disziplin bewahren, damit der Unterricht in den Nachbarklassen nicht gestört wird.
Für den "Projekttag", den wir im Rahmen der zweiten Unterrichtssequenz veranstalteten, standen uns aber zwei Räume zur Verfügung.
Die materielle Ausstattung der "MBO" ist gut. Es gibt eine ausreichende Anzahl tragbarer Kassettenrekorder zum Abspielen von Aufnahmen und einige qualitativ hochwertige Mikrofone. Im Verlauf der Unter-richtseinheit gab die Schulleitung außerdem grünes Licht für die Anschaffung eines professionellen tragbaren Aufnahmegerätes. Diese Investition war zustandegekommen, weil an der Schule seit November 1998 eine Radio-AG existiert, die einmal pro Woche in der Pause sendet. Nach Absprache mit den Mitglieder/innen der AG kann dieses Gerät auch ausgeliehen werden.
Bei einer Umfrage in der Klasse stellte sich weiterhin heraus, dass ein Schüler einen Minidiskrekorder mit professionellem Mikrofon besitzt. Somit standen uns zwar zwei qualitativ hochwertige Aufnahmegeräte zur Verfügung. Diese Anzahl reichte aber nicht für sieben Gruppen. Da schon zu Beginn der Unterrichtseinheit eine Veröffentlichung im Schulradio oder einem öffentlich-rechtlichen Sender angedacht war, legte ich großen Wert auf die technische Qualität der Aufnahme. Hier half die Landesbildstelle Berlin aus und stellte uns neben einem tragbaren Kassettenrekorder drei Tonbandgeräte zur Verfügung.
Letztere waren jedoch zu schwer für die Schüler/innen. Da sie die Tonbandgeräte alleine kaum tragen konnten, eigneten sie sich nicht für Umfragen oder Interviews. Glücklicherweise verfüge ich aufgrund meiner mehrjährigen Tätigkeit als freie Hörfunkjournalistin über enge Kontakte zum DeutschlandRadio Berlin. Der Sender stellte uns zwei Aufnahmegeräte und etliche Kassetten zur Verfügung.
Neben Umfragen und Interviews ließen sich auch die redaktionell planerischen und textlichen Arbeiten unproblematisch im Klassenraum bzw. der Schule durchführen. Komplizierter waren hingegen Schnitt und Produktion. Beiträge, bei denen - wie z.B. bei Umfragen - nur Wort geschnitten werden musste, konnte ich selber im DeutschlandRadio Berlin bearbeiten und spielte den Schüler/innen das Ergebnis vor. Aufwendigere Beiträge - wie die Hörszenen und der Rap-Song - mussten in der Landesbildstelle Berlin und im DeutschlandRadio Berlin produziert werden.
6.2. Die Klassensituation
Die Klasse unterrichte ich seit September eigenverantwortlich drei Stunden pro Woche. Nachdem zu Beginn des zweiten Halbjahres fünf Schüler/innen in einen zusätzlich eingerichteten Deutschkurs gewechselt sind, besteht meine Lerngruppe nur noch aus 27 Schüler/innen, 18 Schülerinnen und 9 Schülern.
Die Klasse ist dem Deutschunterricht gegenüber insgesamt sehr aufgeschlossen und zeigt in den unterschiedlichen Gebieten eine hohe Motivation. Besonders beliebt ist spielerisches Lernen wie Rollenspiel oder das Verfassen von Phantasietexten. Das Leistungsgefüge des Kurses ist sowohl im schriftsprachlichen wie im mündlichen Bereich heterogen. Auch die Fähigkeit zu eigenständigem Arbeiten war zu Beginn der Unterrichtseinheit sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Die Klasse zeigt insgesamt eine gute Klassengemeinschaft, in der auch "schwierige" Schüler/innen mitgetragen werden. Bei Gruppenarbeiten zeigt es sich, dass leistungsstärkere Schüler/innen auch gerne mit leistungsschwächeren zusammenarbeiten.
Seit Beginn des zweiten Halbjahres ist deutlich zu merken, dass viele Schüler/innen in die Phase der Pubertät eingetreten sind. Das führt dazu, dass sie im Frontalunterricht schnell unruhig werden und ihren (viel wichtigeren) Nebentätigkeiten nachzugehen versuchen. Zudem bilden sich innerhalb der Klasse Cliquen.
6.3. Sachstrukturelle Voraussetzungen
Zu Beginn der Unterrichtseinheit habe ich mit Hilfe einer Umfrage den Umgang der Schüler/innen mit dem Medium Radio erfragt. Im Folgenden sind die Ergebnisse in Grafiken dargestellt:

2. Warum hörst du Radio?

3. Wann hörst du Radio?

4. Welche Sender hörst du hauptsächlich?

5. Warum hörst du deinen Sender?

Die erhobenen Daten geben nicht nur Aufschluss über den Umgang der Jugendlichen mit dem Medium Radio. Sie lassen auch Rückschlüsse auf deren Kenntnisstand in Bezug auf Sendeformen zu.
Nach dieser Umfrage konnte ich davon ausgehen, dass bis auf sechs Schüler/innen alle täglich Radio hören. Weiter stellte sich heraus, dass ihnen Musik dabei das Wichtigste ist und dass die Schüler/innen gerne das Radio einschalten, wenn sie Hausaufgaben machen. Zuhörradio, das nicht nur unterhalten sondern auch informieren möchte, kannten sie also fast gar nicht. Interessant ist auch die Wahl der Privatsender Energy und RTL. Diese zeichnen sich durch einen hohen Musikanteil, kurze Nachrichten, wenig Informationsanteil und eine hohe Hörerbindung durch Gewinnspiele, Telefonaktionen und täglich von denselben Personen moderierte Sendungen aus.
Da die oben genannten Anstalten fast nur in Magazinform senden, war den Schüler/innen die lockere Folge von Musik, Moderation und einigen wenigen Wortbeiträgen ein Begriff. Zudem konnte ich davon ausgehen, dass sie wussten, was ein Interview, eine Umfrage und eine Reportage ist. Den Bericht mit "O-Ton" hingegen, der in öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten populär ist, kannten sie nicht.
Einige Schüler/innen hatten zu Hause Erfahrungen mit der Gestaltung eigener Hörspiele gesammelt. Bei den meisten beschränkte sich das Vorwissen in Bezug auf das Medium Radio jedoch auf eigene Hörerfahrungen.
Das Überarbeiten von Texten war den Schüler/innen vollkommen neu. Aus dem handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht kannten sie jedoch die Möglichkeit, das Ende einer Geschichte umzuschreiben sowie Textvorlagen in Rollenspiele umzusetzen. Zudem hatten sie bereits Erfahrung mit der Sozialform der Gruppenarbeit.
6.4. Möglichkeiten der Veröffentlichung
Es gibt drei Möglichkeiten eine von Schüler/innen gestaltete Sendung zu veröffentlichen: im schulischen Rahmen, in öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten oder im Offenen Kanal. Privatsender bieten diese Möglichkeit meines Wissens aus wirtschaftlichen Gründen nicht an.
Die Veröffentlichung im schulischen Rahmen kann sich von der einfachen Präsentation für Parallelklassen über Elternabende bis hin zu allgemein-schulischen Veranstaltungen wie dem Tag der Offenen Tür erstrecken. Je nachdem wie lang eine Send teuer wäre, die Rechte für die Veröffentlichung zu kaufen. Man müsste hierbei auf GEMA-freie Musik zurückgreifen.
Dieses Problem taucht nicht auf, wenn man die Gelegenheit hat, das Schülerprodukt in einem öffentlich-rechtlichen Sender auszustrahlen. Dann übernimmt die Sendeanstalt die Kosten für die Musik. Ich konnte bereits vor Beginn der Unterrichtseinheit mit der Redaktion des Kinderfunks von DeutschlandRadio Berlin verabreden, dass die Schüler/innen bei ausreichender Qualität des Produkts eine halbe Stunde Sendezeit bekommen.
7 Didaktische Analyse
7.1. Bezug zum Rahmenplan Deutsch
Die vorgestellte Unterrichtseinheit findet auch aufgrund des handlungsorientierten Ansatzes in Didaktik und Inhalt zahlreiche Entsprechungen mit den Aufgaben- und Zieldefinitionen im Rahmenplan Deutsch.
Wenn die Schüler/innen eigene Texte für den Hörfunk verfassen, üben sie sich nicht nur im "gestalterischen Umgang mit Medien", sondern wenden auch textartenspezifische Kriterien an. Wenn sie sich mit den Regeln des "Schreibens fürs Hören" auseinander setzen, lernen sie außerdem eine Möglichkeit der Verbindung von mündlicher und schriftlicher Kommunikation kennen.
Durch die Überarbeitung der Texte wird für die Schüler/innen die Gelegenheit geschaffen zu "erkennen, daß die Wirkung eigenen sprachlichen Handelns von der Fähigkeit abhängig ist, sich auf die Situation und den Adressaten einzustellen". Hier und in den Gesprächen der Gruppen untereinander ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, um "Formen schriftlicher und mündlicher Kommunikation ... selbständig anzuwenden". Dabei folgt der Unterricht auch dem Prinzip des verbundenen Sprachunterrichts, weil in die Überarbeitung der Texte durch die Mitschüler/innen Kommentare zu Rechtschreibung, Grammatik und Satzbau einfließen.
Beim vorbereitenden Vortrag innerhalb der Klasse und der anschließenden Produktion der fertig gestellten Beiträge üben sich die Schüler/innen darin Texte wirkungsvoll darzubieten. Dabei experimentieren sie mit den ihnen verfügbaren sprecherischen Mitteln. Die Gruppen, die Hörszenen verfasst haben, erkennen in diesem Zusammenhang auch die Notwendigkeit von Regieanweisungen für die einzelnen Sprecher.
Die im handlungs- und produktionsorientierten Unterricht zentrale Sozialform der Gruppenarbeit fördert letztlich auch angemessenes soziales Verhalten.
7.2. Didaktisch-methodische Vorüberlegungen
7.2.1. Inhaltliche Entscheidungen und didaktische Reduktion
Die Gestaltung einer Hörfunksendung ermöglicht den Schüler/innen grundlegende Einblicke in journalistische Arbeit im Allgemeinen und radiophone Möglichkeiten im Speziellen. Die Entscheidung für eine Hörfunksendung entspringt meiner eigenen Faszination für das Medium sowie meiner mehrjährigen Erfahrung als Hörfunkjournalistin. Sie unterliegt aber auch der Annahme, dass sich meine eigene Motivation und meine Fähigkeiten positiv auf den Unterrichtsablauf auswirken.
Eine handlungsorientierte Unterrichtseinheit ist geprägt durch den gemeinsamen Entscheidungsprozess von Schüler/innen und Lehrer/in. Vorgaben von Seiten der Lehrer/in hinsichtlich der Organisation und des Rahmens bleiben jedoch unumgänglich. So ist den Schüler/innen die Form und Struktur vorgegeben. Ihre Hörfunksendung soll ein Magazin mit mindestens 40 Prozent Wortanteil werden. Da die Schüler/innen das Medium Radio bisher hauptsächlich zum Musikhören und weniger als Informationsquelle genutzt haben, sollen sie die für sie neue Form des "Zuhörradios" mit verschiedenen journalistischen Darstellungsformen kennen lernen und anwenden. Bei der anschließenden Aufnahme müssen alle Schüler/innen beteiligt sein. Damit die Schüler/innen sich mit einem Thema intensiver auseinander setzen und sich gegenseitig fachkundige Ratschläge geben können, lege ich fest, dass eine monothematische Sendung entstehen soll. Als motivationsfördernder Aspekt soll eine Veröffentlichung angestrebt werden.
Darüber hinausgehende inhaltliche Entscheidungen sollen in einem Diskussionsprozess mit den Schüler/innen getroffen werden. Darunter fällt die Suche nach einem Thema und das Festlegen der journalistischen Darstellungsformen. Wie in Kapitel 5 ausgeführt, favorisiere ich die Sendeformen Nachricht, Interview, Umfrage und Bericht mit "O-Ton". Die endgültige Entscheidung fällt jedoch erst gemeinsam mit den Schüler/innen. Eine Alternative zu diesem schülerzentrierten Vorgehen wäre, eine journalistische Darstellungsform für alle Gruppen festzulegen. Dies hätte sicherlich eine intensivere Beschäftigung der Schüler/innen mit dieser Sendeform zur Folge, würde aber die Lebendigkeit des Produktes sehr schmälern und ließe weniger Differenzierungsmöglichkeiten zu. Ich werde jedoch die Zahl der Sendeformen auf höchstens vier beschränken, um den notwendigen Anteil der theoretischen Erörterungen in der Unterrichtseinheit nicht zu umfangreich werden zu lassen. Aus demselben Grund möchte ich bei der Einführung in die inhaltliche Struktur und den Aufbau der gewählten Sendeformen nur die Aspekte behandeln, die für den Verfasser/die Verfasserin essentiell sind.
Als mögliche Themen der Sendung werde ich Zukunft, Aspekte der Jugendkultur (z.B. Markenklamotten, Stars, Musik, Piercing) und Schule (z.B. Schulstress, Rauchen in der Schule, Gewalt etc.) vorschlagen. Diese halte ich in der Klassenstufe 7 für geeignet, da sie je nach Entwicklungsstand vielfältige Herangehensweisen erlauben. In Bezug auf das Thema Zukunft könnten im Sinne von Zukunftswerkstätten Ideen entwickelt werden, die vielleicht bereits in der Gegenwart umgesetzt werden können. Des Weiteren könnten sich die Schüler/innen dem Thema "Zukunft" in Phantasiereisen ähnlich eines Science Fiction nähern.
Weil der Schwerpunkt auf der Gestaltung einer Hörfunksendung liegen soll, werde ich die Auseinandersetzung mit dem Thema begrenzen müssen, obwohl es beim Thema "Zukunft" nahe läge eine Zukunftswerkstatt durchzuführen. Dies würde jedoch den Rahmen der Einheit sprengen.
7.2.2. Methodische Entscheidungen
Die geplante Unterrichtseinheit gliedert sich in vier Sequenzen. Der erste Teil dient der Vorbereitung auf das Gestalten einer Hörfunksendung. Darunter fallen der Umgang mit der Technik sowie die Auseinandersetzung mit Sendeformen im Hörfunk und Besonderheiten des "Schreibens fürs Hören". Obwohl hier die Schüler/innen bereits durch Ausprobieren lernen werden, ist dieser Teil von der methodischen Großform "Lehrgang" geprägt.
Die anderen drei Teile der Unterrichtseinheit sind stärker handlungs- und produktionsorientiert angelegt. Auch hier wechseln Aktion und Reflexion einander ab, doch liegt nun der Schwerpunkt auf der Gestaltung der Hörfunksendung. Während im zweiten Teil "Praktischer Umgang mit Sprache im Radio" die Texte geschrieben und überarbeitet werden, ist der dritte Abschnitt der "Präsentation von Texten" gewidmet. Der vierte Teil ist die "Produktion der Hörfunksendung". Während dieser drei Unterrichtssequenzen hat die Sozialform der Gruppenarbeit eine zentrale Bedeutung.
Die methodische Entscheidung für die Gruppenarbeit erfüllt verschiedene Zwecke. Die Vielzahl der nötigen Arbeitsschritte wäre nur schwer zu leisten, würde jede/r Schüler/in eigene Beiträge schreiben, überarbeiten und produzieren. Deshalb zwingt das Thema "Gestaltung einer Hörfunksendung" zur Arbeit in der Gruppe und zur Kooperation.
Zum anderen ist Gruppenarbeit aus verschiedenen Gründen fruchtbar und sinnvoll:
·
bei der Erarbeitung einer Problemstellung. In diesem Fall stehen die Schüler/innen vor der Aufgabe, gemäß den Gestaltungsmerkmalen der jeweils ausgewählten Sendeform den Text für einen Beitrag zu verfassen.·
beim "Entdecken" oder beim verstehenden Nachvollziehen einer Erkenntnis bzw. einer Problemlösung und beim kreativen Gestalten. Die Schüler/innen stoßen vermutlich bei der Handhabung der Aufnahmegeräte oder beim Verfassen der Texte auf Schwierigkeiten, die sie leichter gemeinsam lösen können.·
bei der Übertragung angeeigneter Erkenntnisse oder Fähigkeiten auf neue, strukturanaloge Aufgaben. Das im ersten Teil der Unterrichtseinheit erworbene Wissen über journalistische Darstellungsformen und das "Schreiben fürs Hören" kann in der Gruppenarbeit der folgenden Sequenzen auf das Vorhaben "Gestaltung einer Hörfunksendung" angewandt werden. Zudem können die einzelnen Gruppen ihr Wissen auch bei der Überarbeitung der Texte anderer Gruppen einsetzen.Die Bildung der Gruppen soll anhand der Themen und der Interessen der Schüler/innen erfolgen. Ich behalte mir jedoch vor, Gruppenbildungen, die mir nicht sinnvoll erscheinen, aufzulösen. Ich werde die Bildung von heterogenen Gruppen fördern, damit leistungsschwächere Schüler/innen von leistungsstärkeren unterstützt werden können.
Die dargestellte Unterrichtseinheit entspricht im Wesentlichen den von Gudjons formulierten Bestimmungsmerkmalen des handlungsorientierten Unterrichts:
·
Die Aktivierung vieler Sinne ergibt sich bereits aus dem Unterrichtsgegenstand: Radio. Neben der akustischen Dimension spielt außerdem die haptische während der Handhabung der Aufnahmegeräte eine große Rolle. Die visuelle Dimension ist besonders beim "Schreiben fürs Hören" wichtig, weil hier die bildliche Beschreibung der Geschehnisse, Gegenstände oder Personen relevant ist.·
Die Selbstverantwortung und methodische Kompetenz der Schüler/innen wird dadurch geschult, dass sie Einfluss auf den Inhalt der Hörfunksendung nehmen, möglichst selbständig mit Hilfe konkreter Arbeitsaufgaben in Gruppen arbeiten, eventuell (mit)-organisieren, einen Teil Verantwortung übernehmen und an der Ergebnisauswertung sowie Benotung beteiligt werden.·
Die Produktorientierung ergibt sich aus dem Ziel, als Handlungsprodukt eine Hörfunksendung zu erstellen.·
Das kooperative Handeln ist während der Gruppenarbeit gefragt. Dabei lernen die Schüler/innen miteinander zu arbeiten, Konflikte zu lösen und sich durchzusetzen.·
Der Lebensbezug ist dadurch gegeben, dass als außerschulischer Lernort das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin-Zehlendorf dient, die Sendung in einem "richtigen" Studio produziert und in einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt gesendet wird.7.2.3. Bewertung
Da sich die hier besprochene Unterrichtseinheit über mehrere Wochen erstreckt, ist auch die Benotung in die Planung einzubeziehen. Aus schulrechtlichen Gründen ist es nicht möglich, eine in der Gruppe erzielte Leistung als schriftliche Note zu verbuchen. Sie fällt also in den mündlichen Bereich. Hier kann sie jedoch mit einem angemessenen Prozentsatz gewertet werden.
Die Bewertung eines von Gruppenarbeit geprägten handlungsorientierten Unterrichts kann sich schwierig gestalten. Es stellt sich die Frage, ob die gesamte Gruppe bewertet wird oder eine individuelle Benotung im Vordergrund steht und ob die Arbeitsprozesse mitgerechnet oder nur die Produktionsergebnisse benotet werden. In Anlehnung an Haas werde ich sowohl den Arbeitsprozess als auch das Ergebnis zu je 50 Prozent bewerten. Dabei werde ich jedoch großen Wert darauf legen, dass sich die Schüler/innen zunächst anhand eines Kriterienkatalogs selber einschätzen. Da am Ende der Unterrichtseinheit alle Schüler/innen mit allen Texten vertraut sein werden, werden die Mitschüler/innen aufgefordert, die Selbsteinschätzung ihrer Kolleg/innen zu überprüfen. Erst dann werde ich selbst die Bewertung prüfen. Ich halte die selbständige Bewertung als Vorstufe für die Benotung durch die/den Lehrer/in für einen wichtigen Schritt zur Entwicklung von Mitverantwortung der Schüler/innen am Prozessverlauf des Unterrichts. Sie ist auch als wichtiger Teil eines handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts zu verstehen.
8 Intentionen der Unterrichtseinheit
8.1. Intentionen im kognitiven Bereich
Die Schüler/innen sollen
·
durch handelnde Auseinandersetzung zu einem kritischeren Umgang mit dem Medium Hörfunk befähigt werden.·
das Gestalten einer Hörfunksendung als Alternative zum Medienkonsum erfahren und nutzen.·
sich Inhalt und Gestaltung von Medienangeboten bewusst machen.·
die Form des Zuhörradios kennen lernen und anwenden.·
durch handelnden Umgang mit journalistischen Darstellungsformen deren Merkmale und Besonderheiten erkennen und anwenden.·
mit der "Textlupe" eine Arbeitstechnik der Textüberarbeitung kennen lernen und sie anhand erarbeiteter Kriterien anwenden.·
die besonderen Merkmale des "Schreibens fürs Hören" verstehen und bei der Gestaltung eigener Texte anwenden.
8.2. Intentionen im akustisch-sensorischen Bereich
Die Schüler/innen sollen
8.3. Intentionen im sensomotorisch-praktischen Bereich
Die Schüler/innen sollen
8.4. Intentionen im emotionalen Bereich
Die Schüler/innen sollen
9 Durchführung der Unterrichtseinheit:
Darstellung und Analyse
9.1. Einführung in die Gestaltung einer Hörfunksendung
(1.-5. Stunde)
9.1.1. Reflexion
Die ersten fünf Unterrichtsstunden hatten für den positiven Verlauf der insgesamt dreiunddreißigstündigen Unterrichtseinheit eine entscheidende Bedeutung. Neben der Einführung in die Technik wurde das Hörverhalten der Jugendlichen reflektiert. Darüber hinaus wurden die einzelnen Themen der Hörfunksendung festgelegt und es erfolgte die Gruppenbildung.
Die Einheit mit einer Reflexion des Hörverhaltens zu beginnen, erwies sich als richtig. Hier wurde den Schüler/innen deutlich, wie sehr sie das Medium Radio als besseren CD-Player wahrnehmen. Erstaunlicherweise zeigten sie eine große Offenheit gegenüber den für sie neuen Sendeformen "Bericht mit O-Ton" und "Minifeature". Zwar kritisierten sie die als Beispiele vorgespielten Beiträge von Schüler/innen anderer Schulen als langweilig. Ihre Konzentrationsbereitschaft war jedoch außerordentlich hoch, ebenso ihre Motivation, die eigenen Beiträge interessanter zu gestalten. Damit war der Grundstein für eine wortbetonte Sendung gelegt.
Die nächsten vier Unterrichtsstunden waren sehr stark handlungsorientiert angelegt. Damit sich die Schüler/innen mit dem angestrebten Produkt von Anfang an identifizieren konnten, sollten sie die nun folgenden Entscheidungen (Themenfindung und Gruppenbildung) selber treffen. Meine Aufgabe sah ich darin, die Ideen der Schüler/innen zu bündeln und bei eventuellen Schwierigkeiten während der Gruppenbildung weiterzuhelfen. Obwohl ich dies nicht vorgegeben hatte, entstanden interessanterweise zum größten Teil leistungsheterogene Gruppen. Den Grund sehe ich in dem starken Klassenzusammenhalt und darin, dass die Schüler/innen nach zwei Kategorien die Gruppenbildung vornahmen: Sympathie und das Interesse an den jeweiligen Themen.
Die Gruppenzusammensetzung der Schüler/innen erwies sich für die folgende Arbeit als großer Vorteil, weil so die meisten Gruppen relativ selbständig arbeiten konnten. Um eine solch wichtige Entscheidung nicht dem Zufall zu überlassen, würde ich daher im Rückblick stärker auf die Bildung leistungsheterogener Gruppen drängen.
Einen weiteren Arbeitsschritt würde ich im Nachhinein anders gestalten: das Festlegen der Themen für die einzelnen Gruppen. Weil die Schüler/innen nahezu frei wählen durften, gab es drei Gruppen, die Phantasiethemen wählten (Fußballreportage aus dem All und die beiden Hörszenen "Leben auf dem Mars" und "Jahr 2000", die auf anderen Planeten bzw. in der Zukunft angesiedelt sind). Die Schüler/innen konnten nicht selber absehen, wie viel Arbeit solche Beiträge machen, also hätte ich hier Grenzen aufzeigen sollen.
Die von mir favorisierten und leichter umsetzbaren journalistischen Darstellungsformen "Livereportage", "Nachricht" und "Bericht mit O-Ton" wurden so durch die aufwendigeren Sendeformen Hörszene und fiktive Reportage ersetzt.
Um den Aufwand zu begrenzen und dennoch die Wünsche der Schüler/innen zu berücksichtigen, hätte es die Möglichkeit gegeben, dass die drei Gruppen Teile eines gemeinsamen Hörstücks verfassen. Das hätte dem altersbedingten Wunsch der Schüler/innen nach phantasiebetonten Sendeformen entsprochen ohne den Rahmen der Einheit zu strapazieren.
9.1.2. Die 3./4. Stunde: Annäherung an das Thema/ Einführung in die Technik
Zu Beginn der dritten Stunde wurde in einem Unterrichtsgespräch ein Jahr in der Zukunft festgelegt, auf das sich die Hörfunksendung beziehen sollte. Die Schüler/innen einigten sich auf das Jahr 2050. Im Folgenden wurde auf Wunsch der Schüler/innen der Sendung ein Name gegeben: "Radio of Future".
Für die Erarbeitungsphase hatte ich eine Differenzierung vorgesehen. Während ein Teil der Schüler/innen überlegen sollte, wie ihr Tagesablauf im Jahr 2050 aussehen könnte, erklärte ich den anderen gruppenweise die Handhabung der Aufnahmegeräte. An dieser Stelle zeigte sich bereits der hohe organisatorische Aufwand der Unterrichts-einheit. Zum einen mussten wir drei verschiedene Gerätetypen nutzen, was ein frontales Erklären unmöglich machte. Zum anderen musste ich gleichzeitig sieben Gruppen beschäftigen. Dies ist nur möglich, wenn die Schüler/innen einen hohen Grad an Eigenverantwortung zeigen. Das entspricht auch dem Ansatz des handlungsorientierten Unterrichts. Eine Möglichkeit den organisatorischen Aufwand zu begrenzen hätte theoretisch darin bestanden, größere Gruppen zu bilden. Da jedoch alle Schüler/innen das Handhaben der Technik lernen sowie an der Entstehung der Beiträge beteiligt sein sollten, verwarf ich diese Möglichkeit. Besonders Gruppen, die gemeinsam Texte verfassen, dürfen nicht mehr als drei bis vier Mitglieder haben. Bereits mit zwei Personen kann dies ein schwieriger Prozess sein.
Zur Ergebnissicherung präsentierten die Schüler/innen ihre Tagebuchaufzeichnungen. Dabei übten sie sich bereits jetzt im Präsentieren selbst geschriebener Texte. Interessant war hierbei die enorme Phantasie der Schüler/innen.
Diese erste gedankliche Annäherung an das Thema war insofern ein großer Erfolg, als die Schüler/innen später in ihren Hörszenen und der Fußballreportage darauf zurückgriffen.Der Einstieg in die zweite Stunde war exemplarisch für handlungs-orientierten Unterricht. In Form eines kurzen Lehrgangs darüber, wie Umfragen für das Radio entstehen, lernten die Schüler/innen notwendige Techniken für ihre weitere Arbeit. Dies konnte frontal erfolgen, da alle Gruppen diese Informationen für ihre Arbeit nutzen sollten.
Die Erarbeitungsphase erfolgte in Form einer Gruppenarbeit. Dabei konnten die Schüler/innen ihr Wissen bei einer eigenen Umfrage praktisch anwenden. Die Frage lautete: Wie stellst du dir den Tag heute in 51 Jahren (dem Tag der Tagebuchaufzeichnung) vor? Meine damit verfolgten Ziele, den Umgang mit der Technik anhand der Umfrage und die Fähigkeit zu üben schriftliche Texte zu versprachlichen, erreichte ich jedoch nur zum Teil. Den Schüler/innen machte der Umgang mit den Aufnahmegeräten so großen Spaß, dass sie mehr die Handhabung der Technik anhand der Umfrage übten als auf den Inhalt zu achten. Die von mir vorgegebene Frage erwies sich ebenfalls als wenig sinnvoll. Sie war einerseits zu offen formuliert und beinhaltete andererseits nicht die Frage nach einer Meinung - die meist spontan zu beantworten ist -, sondern die Aufforderung kreativ zu denken. Eine Meinungsumfrage wäre in diesem Fall besser gewesen. Das hätte auch mehr dem originalen Charakter dieser Sendeform entsprochen.
Das Problem der Unterrichtsstunde lag also darin, dass ich zwei Stundenschwerpunkte behandeln wollte: die Handhabung der Aufnahmetechnik und das Kennenlernen sowie Üben der Darstellungsform "Umfrage". Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, dass ich die "Umfrage" inhaltlich mit den Tagebuchaufzeichnungen verbinden wollte. Besser wäre gewesen, wenn der Schwerpunkt der Stunde die Handhabung der Technik gewesen wäre. Um eine Struktur vorzugeben, hätte ich den Schüler/innen die Anregung geben können, eine Meinungsumfrage zu einem frei gewählten Thema durchzuführen. Anhand der Ergebnisse hätte ich in der folgenden Unterrichtsstunde die Darstellungsform "Umfrage" besprechen können.
Bei der Präsentation während der Ergebnissicherung zeigte sich dann auch, dass die Schüler/innen zwar viel mit den Aufnahmegeräten experimentiert hatten. Inhaltlich hatten sie sich allerdings weit von ihren Tagebuchaufzeichnungen entfernt. Es war jedoch möglich, anhand der Aufnahmen typische Bedienungsfehler anzuprechen.
9.2. Praktischer Umgang mit Sprache im Radio (6. - 16. Stunde)
9.2.1. Reflexion
Diese Unterrichtssequenz hatte vier Schwerpunkte: Einführung in das "Schreiben fürs Hören", Einführung in die Sendeformen Interview, Reportage und Hörszene, Texte verfassen unter Anwendung der erarbeiteten Kriterien sowie Texte überarbeiten.
Den kontinuierlichen Aspekt dieser Sequenz bildete das Arbeiten an den eigenen Texten in Gruppenarbeit. In Form von Lehrgängen schob ich immer wieder Informationen über das Verfassen von Texten ein, die den Schüler/innen bei ihrem kreativen Prozess behilflich sein sollten. Zu diesem Zweck bemühte ich mich um eine konsequente didaktische Reduktion. Das war unter zwei Gesichtspunkten notwendig: einmal, damit die Schüler/innen nicht überfordert wurden, zum anderen, damit das spätere Überarbeiten von Texten klaren Kriterien folgen konnte.
Obwohl die Schüler/innen sehr unterschiedliche Themen und Sendeformen bearbeiteten, hielt ich es für richtig, die angesprochenen Lehrgänge durchzuführen. Alle Schüler/innen sollten über die sprachlichen Besonderheiten der einzelnen Sendeformen so gut informiert sein, dass sie alle Texte kritisch und kompetent überarbeiten konnten. Da das Überarbeiten der Texte einen breiten Raum einnahm, konnte ich auch "unjournalistische" Sendeformen wie den Rap und die Horoskope tolerieren. Im Verlauf der Unterrichtssequenz stellte sich dies als richtig heraus. Zum einen wirkte sich diese Entscheidung positiv auf die Motivation der Schüler/innen aus, was wiederum zum Teil herausragende Leistungen zur Folge hatte. Zum anderen waren insbesondere diese eher leistungsstarken Gruppen bei der Textüberarbeitung gefordert, weil sie ihre Beiträge schneller fertig stellten als die anderen Gruppen.
Eine Besonderheit dieser Unterrichtssequenz war der Besuch des Instituts für Zukunftsforschung in Berlin-Zehlendorf. Hierbei knüpfte ich an die Forderung Gudjons an, wonach handlungsorientierter Unterricht nah an der Lebenswirklichkeit bleiben sollte. Von jeder Gruppe durfte ein/e Schüler/in an der Exkursion teilnehmen und stellvertretend Fragen an die Experten richten. Zur Vorbereitung diente ein Lehrgang mit allen Schüler/innen über die Technik des Fragestellens. Man kann darüber streiten, ob es richtig war, alle Schüler/innen in diesen Lehrgang einzubeziehen. Da die Sendeform des Interviews eine der Grundformen des Hörfunks ist, wollte ich darauf nicht verzichten. Außerdem konnten auf diese Weise alle Schüler/innen an der Auswertung des Interviews kompetent teilnehmen und aus den Fehlern der anderen lernen.
Bei dem Interview selber zeigte sich, wie wichtig es ist "Schule und Leben wieder zusammenzubringen". Insbesondere die in einem stark kognitiv geprägten Unterricht leistungsschwächeren Schüler/innen zeigten mit viel Engagement ihre praktischen Fähigkeiten im Umgang mit der Situation, indem sie die Aufnahmegeräte bedienten und ohne Scheu die meisten Fragen stellten. Die in einem kognitiv geprägten Unterricht leistungsstärkeren Schüler/innen waren demgegenüber zum Teil recht unbeholfen und zurückhaltend.
9.2.2. Das Überarbeiten von Texten anhand eines Aus-
schnitts des Hörstücks "Jahr 2000"
Während der Unterrichtseinheit wurden zwei verschiedene Arten der Textüberarbeitung eingesetzt: die Arbeit mit der Textlupe und die Überarbeitung am Text selber. In beiden Fällen sollten Mitschüler/innen die Texte bearbeiten.
Die Technik der Textlupe erwies sich als sehr sinnvoll für die Einführung der Arbeitstechnik "Überarbeiten". Die Schüler/innen lernten, dass Kritik nicht nur negativ sein darf und dass konstruktive Kritik Alternativen vorschlagen sollte. Im Verlauf der Einheit stellte sich aber heraus, dass die Arbeit mit der Textlupe zu aufwendig war, sodass die Schüler/innen schnell ermüdeten. Zudem sollte gegen Ende der Unterrichtseinheit weniger darauf geachtet werden, ob die vereinbarten Kriterien ("Schreiben fürs Hören" und formale Aspekte der einzelnen Sendeformen) eingehalten wurden. Wichtiger wurde die konkrete Arbeit am Text. Nun ging es darum, die Logik der Handlungsabläufe sowie Formulierungen zu überprüfen. In der letzten Phase der Textüberarbeitung schrieben die Schüler/innen Vorschläge für den Einsatz von Geräuschen in die Texte. Dies ließ sich unkomplizierter und schneller am Text bewerkstelligen.
Als Beispiel für die Überarbeitung von Texten im Rahmen der Unterrichtssequenz soll ein Ausschnitt aus der Hörszene "Jahr 2000" dienen.
Text I ist ein Auszug aus dem ersten Entwurf der Gruppe.
Sie landet auf einer pinken Wiese und entdeckt Carla und Anastasia!
Carla, Anastasia, wo sind wir?, fragt Hannelore.
Ich weiß nicht, aber sieh dich doch mal um!, sagt Carla.
Sieht aus, als wären wir in der Zukunft gelandet!!!, meint Anastasia. Hannelore schlägt vor, sich erstmal umzusehen. Die zwei anderen sind einverstanden und sie machen sich auf den Weg. Doch schon beim zweiten Schritt rammt sie eine Tasse.
In der Textlupe zu diesem Abschnitt haben die Mitschüler/innen folgende Bemerkungen geschrieben:
"Schreiben fürs Hören"
- Folgende Kriterien habt ihr erfüllt:
Kurze Hauptsätze mit höchstens einem Nebensatz, Schreiben wie "geredet", keine Fremdwörter, viele Verben und weniger Substantive.
- Folgende Kriterien habt ihr nicht erfüllt:
Zusammengesetzte Verben
- Unsere Tipps und Vorschläge:
Weniger zusammengesetzte Verben (z.B. umsehen), statt: "(...) fragt Hannelore", nur noch "Hannelore:" schreiben.
Text II ist das Ergebnis nach der Überarbeitung mit Hilfe der Textlupe.
Sie landet auf einer pinken Wiese und entdeckt Carla und Anastasia! (pinkfarbenen)
Hannelore: "Carla, Anastasia, wo sind wir?"
Carla: "Ich weiß nicht, aber sieh dich doch mal um!"
Anastasia: "Sieht aus, als wären wir in der Zukunft gelandet!" (woher wissen sie das?)
Hannelore schlägt vor, sich erstmal umzusehen. Die zwei (beiden) anderen sind einverstanden und sie machen sich auf den Weg. Doch schon beim zweiten Schritt rammt sie eine Tasse. (wörtliche Rede, z.B. Hannelore: Komm, lass uns mal umsehen, dann Geräusche, als würde eine Tasse ankommen)
Wie man leicht ersehen kann, hat die Gruppe den Vorschlag, das zusammengesetzte Verb "umsehen" wegzulassen, nicht aufgenommen. Ich halte das für richtig, da der Satz, in dem das Verb getrennt vorkommt, sehr kurz ist und die Verständlichkeit nicht beeinträchtigt wird. Den Vorschlag, das Dialogische stärker hervorzuheben, hat die Gruppe hingegen beachtet.
Die fett- und kursivgedruckten Stellen gehören bereits zum nächsten Überarbeitungsschritt, der direkt am Text erfolgte.
Insgesamt gesehen war diese Phase der Textüberarbeit haben die Schüler/innen jedoch von sich aus einen Schritt in diese Richtung getan.
Text III ist die Endfassung nach der Überarbeitung am Text selber.
Sie landet auf einer pinkfarbenen Wiese und entdeckt Carla und Anastasia.
Hannelore: "Carla, Anastasia, wo sind wir?"
Carla: "Ich weiß nicht."
Anastasia: "Seht mal da drüben, gelbe Bäume?!"
Hannelore: "Komm, sehen wir uns erstmal um!"
Die beiden anderen sind einverstanden und sie machen sich auf den Weg. Doch schon beim zweiten Schritt auf dem pinkfarbenen Gras rammt sie eine Tasse. (Rumsgeräusch)
In dieser letzten, gesendeten Fassung wird deutlich, dass das Redigieren am Text selber in dieser Phase sehr sinnvoll war. Erst jetzt scheint den Schüler/innen aufgefallen zu sein, dass "auf einer pinken Wiese" falsch ist. Dies mag jedoch auch daran liegen, dass die Textlupe sich nur auf das "Schreiben fürs Hören" und nicht auf Rechtschreibung bezogen hatte. Man erkennt außerdem sehr deutlich, wie wichtig für die Schüler/innen konkrete Verbesserungsvorschläge sind. Die Phase der Ideensuche für den zusätzlichen Satz von Hannelore konnte übersprungen werden und Vorhandenes ("Komm, lass uns mal umsehen") dem eigenen Stil angepasst werden. Wäre der Text konsequent weiter bearbeitet worden, hätten auch die letzten beiden Sätze dieses Ausschnittes dialogisch angelegt werden müssen. Darin hätte aufgrund des Unfalls mit der rammenden Tasse ein akustischer Reiz liegen können, weil die Mädchen an dieser Stelle z.B. hätten schreien können. Auch der Einwand, woher die Mädchen wissen, warum sie in der Zukunft gelandet sind, wurde mit der Umformulierung nicht völlig entkräftet. Hier hätten die Autorinnen noch mehr Wert auf eine konkretere Beschreibung der Umgebung legen können.
Dass die Schüler/innen zwar Vorschläge anderer in ihre Texte einarbeiten, sie jedoch nicht von sich aus zu Ende denken, ist eine Erfahrung, die ich auch mit einigen anderen Gruppen gemacht habe. An dieser Stelle hätte ich mehr Impulse für eine konsequentere Anwendung des Gelernten bzw. eine Transferleistung geben müssen.
9.3. Die Präsentation von Texten (17.-23. Stunde)
9.3.1. Reflexion
Das Üben des angemessenen Vortrags ist eine der wichtigsten Vorbereitungen auf die Produktion. Wenn die Präsentation der Texte ohne Überzeugung und Selbstbewusstsein erfolgt, können sie noch so gut geschrieben und überarbeitet sein: Sie wirken langweilig und regen nicht zum Zuhören an. Weil Produktionszeit im Hörfunk immer begrenzt ist und das Sprechen im Studio sich anders anfühlt als vor der Klasse, ist es wichtig, dass die Schüler/innen den Vortrag ihrer Texte beherrschen.
Zunächst sollten die Schüler/innen in einer Einführungsstunde die Lesehilfen für eine Textpräsentation kennen lernen. In den nächsten beiden Stunden hatten sie die Möglichkeit, ihre eigenen Texte mit Lesehilfen zu markieren und laut zu sprechen. Da danach noch einzelne Texte verändert wurden, der Produktionstermin aber verbindlich war, blieb einigen Gruppen vor der Produktion leider zu wenig Zeit, die endgültigen Textversionen einzuüben.
Im Nachhinein bleibt festzuhalten, dass zwischen dem Zeitpunkt, an dem alle Texte einschließlich der Moderation komplett fertig geschrieben waren, bis zur Produktion noch mindestens zwei Doppelstunden nötig gewesen wären, um die Schüler/innen gut auf den Studiotermin vorzubereiten. Da die Lerngruppe zu dieser Zeit parallel in anderen Fächern sehr stark eingebunden war, blieb den Schüler/innen auch wenig Zeit, sich an Nachmittagen zum Üben zu treffen.
9.3.2. Die 17. Stunde: Einführung in die Textpräsentation
In der Einstiegsphase sollte den Schüler/innen durch Wahrnehmungsübungen ihre Atmung bewusst gemacht werden. Dadurch, dass sie ihre Hand auf das Zwerchfell legen sollten, erfuhren sie, wie die eigene Atmung (die ja meist unbewusst funktioniert) gesteuert werden kann. Zudem sollten die Schüler/innen dazu motiviert werden, mit ihrer Atmung zu experimentieren, indem sie auf verschiedene Vokale ausatmeten. Diese Übung hat die Schüler/innen sehr angesprochen. Offenbar war dieses Körpergefühl für sie neu.
In der folgenden ersten Erarbeitungsphase forderte ich die Schüler/innen auf, einen sehr langen an der Tafel notierten Satz vorzulesen ohne zu atmen. Bei dieser Übung sollten sie erkennen, dass beim Sprechen ausgeatmet und unbewusst nachgeatmet wird.
An dieser Stelle hätte ich den Schüler/innen deutlich machen müssen, dass sie in dieser Stunde Techniken der Textpräsentation lernen, die sie für die Aufnahme ihrer Hörfunksendung benötigen. Der fehlende Hinweis auf die Bedeutung der Übung wirkte sich negativ auf die Motivation der Schüler/innen im weiteren Verlauf des Unterrichts aus. Zudem erkannte ich, dass die Sozialform des Halbsitzkreises in dieser Phase zwar angemessen war, jedoch eine stärkere Disziplinierung der Schüler/innen meinerseits verlangt. Im Sitzkreis sind die Schüler/innen versucht zu sprechen ohne sich zu melden, was dazu führt, dass alle durcheinander reden. Bei einer Schülerzahl von 27 ist es daher notwendig, auch hier Regeln der Gesprächsführung einzuhalten.
Am Ende der ersten Erarbeitungsphase hatten die Schüler/innen einen Einblick darin gewonnen, wie wichtig die Atmung für den Textvortrag ist. Zudem hatten sie zwei verschiedene Möglichkeiten kennen gelernt, wie ein Text durch das Einzeichnen von Lesehilfen im Manuskript für die Präsentation vorbereitet werden kann: Unterstreichungen der betonten Wörter und das Zeichen "V" für das Kennzeichnen von Atempausen.
Diese Fähigkeiten sollten sie nun in der zweiten Erarbeitungsphase selbständig anwenden. Dafür wählte ich einen Text, der durch das Layout so verfremdet war, dass die Schüler/innen ihn zunächst durch den Einsatz von Atemzeichen sinnvoll strukturieren mussten. Das verfremdete Layout erlaubte zudem einen distanzierteren Blick auf den Text. Der Schwierigkeitsgrad dieses Auftrages für die Gruppenarbeit stellte sich als angemessen für die Schüler/innen heraus.
Die Ergebnissicherung sollte durch die Vorstellung und Analyse des Arbeitsergebnisses einer Gruppe gewährleistet werden. Da alle denselben Text bearbeitet hatten, erwartete ich in der folgenden Diskussion, dass auch die Arbeitsergebnisse der anderen Gruppen einfließen würden. Zur besseren Übersichtlichkeit hielt ich die Ergebnisse der Gruppenarbeit auf dem Overhead-Projektor fest.
9.4. Die Produktion der Hörfunksendung
9.4.1. Reflexion
Die Produktion der Hörfunksendung verlief in verschiedenen Etappen. Für die Fertigstellung der beiden Beiträge "Fiktive Umfrage" und "Umfrage ‚Schule der Zukunft‘" war kein Studiotermin nötig, da sie nicht gemischt, sondern nur geschnitten werden mussten.
Diese Aufgabe konnte ich selber im DeutschlandRadio Berlin übernehmen.Die restlichen Beiträge mussten indessen im Studio produziert werden. Dafür hatte ich drei Vormittage reserviert, an denen ich mit Hilfe einer Technikerin und eines Medienpädagogen mit unterschiedlichen Schülergruppen aufnehmen, mischen und schneiden konnte. Diese drei Vormittage, die ich großzügig bemessen glaubte, reichten jedoch nicht aus. Der technische Ablauf funktionierte von Seiten der Landesbildstelle bei weitem nicht so reibungslos wie ich es aus dem DeutschlandRadio gewöhnt bin. Die Schlussproduktion der Sendung erfolgte daher im Rahmen von zwei zweistündigen Studioterminen im DeutschlandRadio Berlin.
Neben der zeitlich begrenzten Studiozeit war die Befreiung der Schüler/innen vom Unterricht ein großes Problem. Daher konnten die wenigsten den Prozess des "Mischens" ihrer Beiträge, d.h. des Unterlegens von Geräuschen und Musik, mitverfolgen. Ein wesentlicher Aspekt des Radiomachens blieb in der Unterrichtseinheit damit leider außen vor. Die Schüler/innen mussten sich anhand eines Vergleiches des Vorher-Nachher (d.h. ohne und mit Musik bzw. Geräuschen) selber eine Vorstellung davon machen, wie mit ihren Aufnahmen im Studio weitergearbeitet worden war.
Das Einsprechen der Texte selber machte den Schüler/innen sehr großen Spaß. Sie waren konzentriert bei der Sache und störten sich nicht daran, wenn sie einen Abschnitt fünfmal hintereinander wiederholen mussten. Während der Produktion stellte sich jedoch heraus, dass einige Gruppen ihre Texte noch nicht ausreichend geübt hatten. Diese Gruppen mussten im "Schnelldurchlauf" Betonungs- und Atemzeichen eintragen bzw. verändern. Ein weiteres Problem war die Stimmung im Studio. Während einer Produktion kam es zu einem Streit zwischen der Technikerin und den Schüler/innen, da die Schüler/innen nach zweistündiger konzentrierter Aufnahme altersübliche Ermüdungserscheinungen zeigten. Durch ein von mir initiiertes Gespräch konnte für den folgenden Produktionstag die Atmosphäre verbessert werden.
9.4.2. Beispiel der Aufnahme eines Schülerbeitrages
Um den Vorgang einer Radioproduktion mit Schüler/innen näher zu erläutern, gehe ich an dieser Stelle exemplarisch auf die Produktion des Beitrages "Leben auf dem Mars" ein. Die vier Schülerinnen, die diesen Text verfasst haben, stellen eine leistungsheterogene Gruppe dar. Zwei gehören zu den Klassenbesten, eine Dritte bringt durchschnittliche und die Vierte schwache Leistungen.
Die beiden leistungsstarken Schülerinnen zeichnen sich durch eine ausgeprägte Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten aus. Den Text haben sie nahezu selbständig verfasst. Alle vier Schülerinnen haben eine Vorliebe für das Lesen in verteilten Rollen und können gut Texte vortragen. Eine Schülerin spielt sogar Theater. Im Vorfeld konnte ich daher eine reibungslose Produktion erwarten.
Als Geräusche hatte die Gruppe im Vorfeld Schritte, Pfeifen, Kindergeschrei, Geschrei von "Irren" und Messerwetzen angegeben. Die meisten Geräusche konnten selber im Studio erzeugt werden. Dies erforderte eine besonders hohe Konzentrationsfähigkeit. Die Schülerinnen mussten nicht nur ihren Text lesen, sondern auch noch an den richtigen Stellen in angemessener Intensität Geräusche erzeugen. Obwohl die Schülerinnen sehr konzentriert arbeiten können, beschlossen wir, dass alle Geräusche außer dem Messerwetzen von anderen gemacht werden sollten. So ergab sich im Studio folgende Situation: der Medienpädagoge Wolfgang Schill war für die Schritte und das Pfeifen zuständig, die Schüler/innen einer anderen Gruppe für das "Irrengeschrei". Kindergeschrei und das später hinzugefügte Geräusch eines Flugzeuges kamen von Geräusch-CDs und wurden im Nachhinein dazugemischt.
Obwohl mir die Fähigkeit des ausdrucksstarken Lesens der Schülerinnen dieser Gruppe bekannt war, war ich dennoch überrascht, wie fehlerfrei und überzeugend die Schülerinnen ihre Texte vortrugen.
9.5. Schlussreflexion: Die 33. Stunde
Als Einstieg in die Schlussreflexion spielte ich den Schüler/innen die fertige Hörfunksendung vor. Zwar kannten sie die meisten Beiträge bereits aus früheren Stunden. Im Zusammenhang und mit Moderation hatten sie sie aber noch nicht gehört. Im Anschluss kamen zahlreiche Spontanäußerungen der Schüler/innen, die letzte Korrekturen und Lob enthielten. Beim Anhören der gesamten Magazinsendung wurde nun selbst den Autor/innen der "Fiktiven Umfrage" deutlich, dass ihr Stück mit über sieben Minuten zu lang war. Bisher hatten dies immer nur die anderen Schüler/innen moniert. Mit dem einstimmigen Beschluss, diesen ersten Beitrag der Sendung zu kürzen, lenkte ich in die nächste Phase über.
Für das "Blitzlichtverfahren" setzten wir uns in einen Sitzkreis, damit sich alle gegenseitig sehen konnten. Um den Schüler/innen die Spielregeln zu erläutern, antwortete ich zuerst auf folgende drei Fragen:
1. Was habe ich gelernt?
2. Was hat mir besonders viel Spaß gemacht?
3. Wo gab es Probleme?
Anschließend sollten die Schüler/innen nacheinander diese Fragen beantworten. Kommentare der Mitschüler/innen zu den einzelnen Äußerungen waren nicht erlaubt. Folgende Antworten kamen dabei am häufigsten vor:
zu 1: "Ich habe gelernt,
·
wie man in einem "richtigen" Studio produziert.·
dass Konzentration und Ruhe während der Produktion wichtig sind.·
wie man "fürs Hören" schreibt.·
dass es sehr lange dauert, eine Hörfunksendung zu erstellen.·
wie Dialoge und Geräusche miteinander verbunden werden.·
mich auf andere einzustellen.·
in der Gruppe zu arbeiten.·
Konflikte innerhalb der Gruppe zu lösen.·
Interviewpartnern die richtigen Fragen zu stellen.·
dass Deutschunterricht auch Spaß machen kann."zu 2: "Mir hat besonders viel Spaß gemacht,
·
im Tonstudio zu arbeiten.·
in der Gruppe zu arbeiten.·
selber etwas zu tun.·
ohne Lehrer zu arbeiten.·
einen ganzen Tag (am "Projekttag") an unserem Beitrag zu arbeiten.·
die Texte auszudenken.·
professionell zu arbeiten.zu 3: "Es gab Probleme
·
, weil unser Text oft überarbeitet werden musste.·
bei der Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe.·
Offenbar hatten die Schüler/innen in dieser Beziehung noch Nachholbedarf, da bei der Gruppenarbeit die meisten Probleme auftraten. Nach Hilbert Meyer beinhaltet handlungsorientierter Unterricht zudem Gestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten für Schüler/innen. Dies hat die Lerngruppe offenbar während dieser Einheit erkannt und genutzt, da es ihnen zum Beispiel Spaß gemacht hat, "selber etwas zu tun" und "ohne Lehrer zu arbeiten".Auffällig ist außerdem, dass für die Schüler/innen weniger der Inhalt der Beiträge und das Thema der Sendung im Vordergrund stand - es gibt keine Äußerung zum Thema Zukunft - ,sondern vielmehr das Radiomachen an sich. Eine Reflexion zum Thema "Zukunft" wäre demzufolge wahrscheinlich an den Interessen der Schüler/innen vorbeigegangen. Das bedeutet m.E. aber nicht, dass das Thema falsch gewählt war. Darauf weist der motivierte Umgang der Schüler/innen mit dem Thema hin.
Das Blitzlichtverfahren für die Schlussreflexion einzusetzen, hat sich als richtig erwiesen. Das zeigte sich auch an der motivierten Beteiligung aller Schüler/innen bei der anschließenden Diskussion über das Ergebnis der Blitzlichtrunde. Auch hier ging es weniger um inhaltliche Aspekte der Sendung als vielmehr um die abschließende Bewertung der Gruppenarbeit und der Produktion der Hörfunksendung.
10 Analyse der Sendung "Radio of Future"
Textauszug
Eine Moderation muss mindestens zwei Merkmale erfüllen: erstens auf den kommenden Beitrag neugierig machen und zweitens die Namen der Autor/innen erwähnen. Oft führen Moderationen auch auf Umwegen zum Thema des Beitrags: Ein Bericht über das Gesangsverhalten von Fußballfans kann beispielsweise mit Anekdoten aus der laufenden Spielzeit anmoderiert werden.
Die beiden Schüler, die die Sendung moderieren, verfügten über die oben genannten Informationen. Ihre Moderationen bleiben jedoch ausschließlich im Konkreten verhaftet. Insgesamt fallen die Moderationen auch sehr kurz aus, sodass sie beinahe zwischen den Beiträgen und der Musik untergehen. Lediglich zu Beginn der Sendung gibt es eine längere Moderation, die auf das Gesamtwerk neugierig machen soll.
Auffällig ist zudem, dass durch die Wortwahl ersichtlich wird, welche Beiträge den Moderatoren besonders gut gefallen haben. Die Anmoderationen für die "Fiktive Umfrage", die "Umfrage ‘Schule der Zukunft’" und "Leben auf dem Mars" machen weniger neugierig als die für "Jahr 2000", den "Zukunftsrap", die "Fußballreportage" und die "Horoskope". Bei den letztgenannten benutzen die Moderatoren Aufmerksamkeit erregende Formulierungen wie "auf dem Schulklo treiben", "Sonderausgabe", "Jetzt wird’s sportlich" und "mysteriöse Sache". Im Fall des "Zukunftsraps", bei dem die Moderatoren beteiligt waren, haben sie sogar eine positive Wertung in der Anmoderation vorgenommen: "sind ziemlich cool".
10.2. Fiktive Umfrage: Schulrundgang
Die Idee zu diesem Beitrag hatten die Schüler/innen selber. Ursprünglich sollten sie eine Umfrage zum Thema "Schule der Zukunft" machen. Da jedoch bereits eine andere Gruppe denselben Auftrag hatte und die Herangehensweise dieser Gruppe an das Thema rein fiktiv war, beschloss ich, dies als Anregung aufzunehmen. Ihr Auftrag lautete nun, bei einem Rundgang durch die Schule einzelne Orte zu beschreiben und sich zu überlegen, inwieweit sich diese in Zukunft verändern könnten. Das Ergebnis dieses Rundgangs hatte eine Länge von 30 Minuten. Dabei gingen die Schüler/innen wie folgt vor: Zunächst überlegten sie sich Orte, die sie besuchen wollten. Dann bestimmten sie zwei Personen, die abwechselnd die Reporterrolle übernahmen und die Orte beschrieben. Anschließend interviewte die jeweilige Reporterin die anderen Gruppenmitglieder dazu, wie sich die beschriebenen Orte in Zukunft verändern könnten.
Leider verloren sich die Schüler/innen zu sehr in Einzelheiten, sodass ihr Werk stark eingekürzt werden musste. Das Ergebnis ist nun eine klassische Hörfunkreportage: Geräusche vom Ort des Geschehens bilden die "Hintergrundatmo", die Reporterin beschreibt lebendig den Ort des Geschehens und schließt ein Interview an, in dem sie sich auf das zuvor Beschriebene bezieht.
10.3. Umfrage "Schule der Zukunft"
Bei diesem Beitrag waren die Kriterien klar: Auf eine Frage sollten mehrere Menschen möglichst konträr antworten. Die Gruppe wählte vier Fragen: Wie stellen Sie sich die Schule der Zukunft vor?, Wie würden Sie es finden, wenn Lehrer durch Computer oder Roboter ersetzt würden?, Wie würden Sie es finden, wenn wieder eine neue Rechtschreibung kommen würde? und Glauben Sie, dass die Schule freiwillig oder sogar abgeschafft wird?.
Während der Aufnahmen stellten die Schüler/innen fest, dass Meinungsfragen für Umfragen besonders geeignet sind. Es fällt offenbar leichter, sich in kurzer Zeit eine Meinung zu bilden als - wie in der ers-ten Frage gefordert - Visionen zu entwickeln. Die vierte Frage eignet sich eigentlich nicht für eine Umfrage, weil sie eine geschlossene Form aufweist, auf die man streng genommen nur mit "Ja" oder "Nein" antworten kann. So verwundert es nicht, dass die interessantesten Antworten auf die beiden Meinungsfragen gegeben wurden.
Bemerkenswert an diesem Beitrag ist die gestalterische Komponente. Entgegen meiner ausdrücklichen Ankündigung, dass ich alle Beiträge im Studio bearbeiten werde, schnitten und produzierten die Schüler/innen ihre Umfrage selber mit Hilfe von CD-Player, Kassettenrekorder und Keyboard. Dabei gab es zwar einen technischen Qualitätsverlust, jedoch konnten sie so ihren eigenen Magazinbeitrag produzieren. Interessant ist besonders der Anfang: Hier macht die Gruppe eine eigene Anmoderation mit Musik, bei der sie den Eindruck erwecken möchte, dass ihr Beitrag Teil einer regelmäßigen Sendung ist. Dabei haben sie offenbar auf eigene Hörgewohnheiten zurückgegriffen. Gelungen ist auch das auf einem Keyboard erstellte Trenngeräusch zwischen den einzelnen Fragen.
10.4. Jahr 2000
Der Beitrag "Jahr 2000" ist eine Hörszene, die Kurzform des Hörspiels. Er besteht aus drei Szenen mit szenisch-dramatischem Handlungsgefüge, die in eine Rahmenhandlung eingeschlossen sind. Als akustische Ausdrucksmittel wählten die Schüler/innen Wort, Stimme und Geräusch. Problematisch ist in diesem Stück die Rolle der Erzählerin. Hier ist sie als "unbeteiligte Erzählerin" eingesetzt, also nicht in das Geschehen integriert. Hörspieltheoretiker kritisieren einen solchen Erzähler als "stilwidrige Unterbrechung". In der Tat wirkt in der Hörszene "Jahr 2000" die Erzählerin oftmals fehl am Platz. Sie wird zudem nicht als Kommentatorin oder zur Erläuterung komplizierter Sachverhalte eingesetzt. Ihr Agieren dient vielmehr der Straffung der Handlung. Besonders auffällig ist dies am Anfang der Hörszene. Hier wäre eine szenische Form lebendiger gewesen.
Die Handlung an sich ist jedoch durchaus stringent und logisch aufgebaut. Auch die Präsentation des Textes ist überaus gelungen.
Textauszug
"Wie wär das in der Zukunft, was wird da wohl sein? Was werden wir für Mucke hör’n, was wird aus Buster Rhymes? Wenn er schon lang Geschichte ist und er schon lange tot! Dann gibt’s bestimmt ‘nen neuen Style, viel besser als "Fettes Brot"!!"
Während die vorangegangenen Beiträge sehr wortlastig waren, bietet der selbst geschriebene Rap zum Thema "Zukunft" eine angenehme Abwechslung im Verlauf der Sendung. Durch meine Arbeit als Musiklehrerin konnte ich mit den Schülern auch angemessen am Rhythmus und an der Vortragsweise arbeiten. Die Musik ist die Playbackversion eines Rap-Songs, den Text haben die Schüler weitgehend eigenständig verfasst. Grammatische Richtigkeit durfte dabei hinter stilistischer Freiheit zurückstehen.
Das Ergebnis klingt in Form und Inhalt, musikalisch und textlich nahezu professionell. Die Schüler kopieren mit ihrer eher lässigen Art des Vortrags und den Zwischenrufen sehr authentisch ihre Vorbilder. Jedoch leidet die Verständlichkeit des Textes manchmal unter der mangelnden Schulung von Stimme und Atmung. Auch das Tempo ist an einigen Stellen nicht eingehalten worden.
10.6. Leben auf dem Mars
Der Beitrag "Leben auf dem Mars" ist eine Mischung aus fiktiver Reportage und Hörszene. Weil die Reporterin wenig beschreibt, würde ich den Beitrag eher als Hörszene einordnen. Sie ist in drei Szenen aufgeteilt und weist die akustischen Gestaltungsmöglichkeiten Musik, Geräusche, Wort und Stimme auf. Die Erzählerin ist in die Handlung integriert und hat die Funktion sie zu strukturieren.
Auch hier handelt es sich - ähnlich wie bei der Umfrage - um eine eigene Sendung innerhalb des Magazins. Die rasende Reporterin Mathilde sendet in Serie von unterschiedlichen Planeten, spricht ihre Hörer/innen konkret an und kündigt die nächste Sendung an.
Textauszug
"Als Schiri begrüßen wir Robi, den Fußballroboter. Die Fans toben und die Schwebesitze scheinen fast zu brechen. Da fliegen auch schon die Mannschaften ein. Der Sohn von Hans Meiser führt mit Ilona Christen, die ein Mittel für Unsterblichkeit genommen hat, den Anstoß aus."
Auch die fiktive Reportage über ein Fußballspiel der Zukunft beginnt mit einer Anmoderation. Dabei hatte die Gruppe offenbar die Machart von Sportreportagen in Funk oder Fernsehen zum Vorbild. Die Reportage selber erfüllt die wichtigsten Merkmale: bildliche Schilderung des Geschehens, die Kommentierung des Gehörten, eindeutiger Anfang und überzeugender Schluss. Weitere Merkmale wie ein roter Faden, die Fokussierung auf eine Person oder eingestreute Hintergrund-informationen sind dagegen nicht beachtet worden.
Die Hörer/innen werden aus zwei Perspektiven über das Fußballspiel informiert: von der Tribüne und von der Trainerbank. Einer der beiden Reporter interviewt den Trainer der zurückliegenden Mannschaft. Der Handlungsverlauf ist bis auf die Stelle, als der Ball in ein Gefängnis fliegt, logisch aufgebaut. Unlogisch bleibt in diesem Fall, wie der Reporter plötzlich von dem Geschehen außerhalb des Stadions berichten kann.
Ein Problem dieser Reportage ist die Präsentation. Zum einen ist der Text nicht immer "fürs Hören" geschrieben, zum anderen liest der Reporter nicht engagiert genug. In diesem Fall stand er vor dem Problem, kein reales Geschehen kommentieren und beschreiben zu können, wofür ein einfacher Stichwortzettel genügt hätte. Vermutlich wäre hier aber eine ähnliche Herangehensweise sinnvoll gewesen. Der fertige Text hätte für die Aufnahme noch einmal in Stichworte gefasst werden sollen. Dann wäre der Vortrag sicher lebendiger geworden.
Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, die Schüler nach dem Verfassen des Textes aufzufordern, die Reportage aus dem Stehgreif - also ohne Textvorlage - einzusprechen und die Aufnahme danach zu transkribieren. Das Ergebnis hätte dann die Grundlage für die eigentliche Produktion sein können.
Textauszug
Fisch: Ergreife doch auch mal die Initiative! Du weißt doch: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!
Stier: Du hast gute Chancen, endlich die große Liebe zu finden. Ergreife die Gelegenheit beim Schopf und horche auf dein Herz. Du wirst sehen: Mit Erfolg!
Die am Schluss der Sendung platzierten Horoskope sind ein Musterbeispiel für Hörfunksprache und -texte. Folgende Kriterien haben die Schülerinnen dabei beachtet: Schreiben wie "geredet", kurze Sätze, Zusätze (z.B.: Du wirst sehen: Mit Erfolg!), keine Fremdwörter, mehr Verben als Substantive, keine zusammengesetzten Verben. Die Präsentation der Texte ist dementsprechend gelungen. Die Schüler/innen wirken locker beim Vortrag und man kann ihnen gut zuhören.
11 Schlussbetrachtung
Die Unterrichtseinheit und deren Ergebnis, die Hörfunksendung, kann insgesamt als großer Erfolg gewertet werden. Die Schüler/innen waren in den sieben Wochen hoch motiviert, arbeiteten zunehmend eigenständig und sind äußerst zufrieden mit ihrem Produkt. Neben dem handlungs- und produktionsorientierten Ansatz hat sich auch die Aussicht darauf, dass das Handlungsergebnis bei angemessener Qualität im DeutschlandRadio Berlin gesendet wird, motivierend ausgewirkt.
Die Sozialform der Gruppenarbeit hat sich besonders aufgrund der leistungsheterogen zusammengesetzten Gruppen bewährt. Die Schüler/innen differenzierten die Arbeitsaufträge selber.
Rückblickend muss ich feststellen, dass sich meine Annahmen in Bezug auf die für den Unterricht geeigneten Sendeformen nicht bewahrheitet haben. Die Nachricht reizte die Schüler/innen meiner Klasse gar nicht, obwohl sie einfach umzusetzen gewesen wäre. Offenbar war für sie weniger die Umsetzbarkeit das Kriterium als vielmehr die Möglichkeiten der Gestaltung. Aus diesem Grund entschieden sich die meis-ten Gruppen für aufwendigere Produktionen. Bei meinen Vorentscheidungen hatte ich zu wenig bedacht, dass das Hörspiel und das gestalterische Arbeiten mit Geräuschen und Musik die Schüler/innen fasziniert. So war auch der Bericht mit "O-Ton" für sie uninteressant, weil es hierbei vorrangig um die Vermittlung von Inhalten geht und wenig Platz für die eigene Phantasie bleibt. Offenbar eignet sich auch die Reportage für die Radioarbeit mit Schüler/innen, auch wenn sie zu den schwierigeren journalistischen Darstellungsformen zählt.
In der Annahme, dass die Schüler/innen sich f&uun, dass sie sich nicht kompetent genug für die Radioarbeit im Unterricht fühlten. Unter diesen Bedingungen wäre es besser gewesen, wenn ich stärkeren Einfluss auf die Auswahl der Sendeformen genommen hätte. Dann wäre es auch möglich gewesen, sich intensiver mit den einzelnen Beiträgen zu befassen.
Mein Ziel, die Medienkompetenzen der Schüler/innen durch handelnden Umgang mit dem Medium Radio zu fördern, ist meines Erachtens erreicht worden. An den Beiträgen "Umfrage ‘Schule der Zukunft’" oder "Fußballreportage" erkennt man sehr genau, dass die Schüler/innen mit ihren eigenen Hörerfahrungen experimentiert und sie dadurch weiterentwickelt haben.
Kurz vor Abgabe dieser Arbeit haben sich verschiedene Möglichkeiten der Veröffentlichung ergeben, die wir auch alle nutzen werden: Zunächst wird die Sendung den Eltern im Rahmen eines Elternabends vorgestellt, danach besuchen einige Schüler/innen die Parallelklassen und präsentieren ihnen ihr Produkt. Einzelne Beiträge werden demnächst auch im Schulradio laufen, insbesondere die, die nicht in die Sendung für das DeutschlandRadio integriert werden konnten. Am Weltkindertag, dem 20. September 1999, strahlt das DeutschlandRadio Berlin im Kinderfunk von 13.30 bis 14 Uhr die Zukunftssendung der 7. Klasse der Martin-Buber-Oberschule aus.
12 Gliederung der Unterrichtseinheit
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Stunde |
Thema/Inhalte |
Lernziele |
Medien |
Sozialform/ Aktionsform |
Bemerkungen |
1. Sequenz Einführung in die Gestaltung einer Radiosendung (1. – 5. Stunde)
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1Die Schüler/innen · lernen Sendeformen voneinander zu unterscheiden.· entwickeln ihre akustisch-sensorische Wahrnehmungs-fähigkeit.· erkennen, dass ihr Hörverhalten stark durch die Rezeption von Musik geprägt ist. |
Kassettenrekorder
Arbeitsblatt: Ergebnisse der Umfrage |
Schülerdemonstration Gelenktes Unterrichts-gespräch Lehrerdemonstration |
Die Schüler/innen bringen, wie aufgrund der Umfrage-ergebnisse erwartet, Mit-schnitte von stark musikbe-tonten Sendungen mit. Die Radiobeiträge anderer Sch. kritisieren sie als zu lang. |
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2 |
Festlegen des Themas · Sch. überlegen sich mögliche Themen.· Sammeln von Themenvor-schlägen an der Tafel.· Abstimmung zwischen Themen Rap und Zukunft.· Brainstorming zum Thema Zukunft. |
· schulen ihre Fähigkeit des eigenverantwortlichen Handelns.· lernen Entscheidungen innerhalb der Gruppe zu treffen.· lernen die Technik des Brainstorming kennen und wenden sie an. |
Schülerhefte Tafel |
Partner- oder Einzelarbeit
Gelenktes Unterrichtsgespräch
|
An der Tafel stand von den Sch: Horoskope, Telefon-terror, Drogen, Liebe, Diebe, Rap, Hardcore HipHop, Stars; von der L.: Zukunft und Schule (Jugendkultur ließ ich weg, da Sch. es selber genannt haben) |
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3/4 |
Annäherung an das Thema/ Einführung in die Technik |
vgl. Kap. 9.1.2.
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5
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Festlegen der Themen für die einzelnen Gruppen |
· lernen Arbeitsaufträge aufmerksam zu lesen.
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"Paper" für die Gruppenarbeit
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Frontalunterricht
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Die Themen der Gruppen stimmen mit den in Kap. 10 aufgeführten Bezeichnungen der Beiträge überein. |
|
2. Sequenz: Praktischer Umgang mit Sprache im Radio (6. – 16. Stunde)
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6 |
Einführung in die Technik des "Schreibens fürs Hören" · Sammeln der wichtigsten Aspekte auf einem Plakat.· Erstes Verfassen von Texten in Gruppen unter Berücksichtigung der erarbeiteten Kriterien. |
· erkennen die Besonderheiten des "Schreibens fürs Hören" und wenden sie in ihren Texten an. |
Plakat
Schülerhefte |
Gelenktes Unterrichtsgespräch Gruppenarbeit |
Das in dieser Doppelstunde erstellte Plakat mit den Merkmalen des "Schreibens fürs Hören" sollte die gesamte Unterrichtseinheit über im Klassenraum hängen bleiben. |
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7 |
Einführung in die Arbeitstechnik Textlupe |
|
1 "Lesetext" 1 "Sprechtext" Plakat Texte der Sch.
OH-Projektor |
Schüleraktivität
Gelenktes Unterrichtsgespräch
Gruppenarbeit L.-Sch.-Gespräch Sch.-Sch.-Gespräch |
Der Einstieg war gut gewählt und wirkte sich motivierend auf den restlichen Stundenverlauf aus. Vor der GA hätte die Zieltransparenz besser sein und der Bezug zur Unterrichtseinheit verdeutlicht werden können. |
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8 |
Weiteres Arbeiten mit Textlupe · Sch. überarbeiten ihre Texte resp. die anderer Gruppen.· Wer fertig ist, formuliert Fragen an Interviewpartner vom Institut für Zukunftsforschung.· Einführung in Fragetechnik beim Interview. |
· lernen erarbeitete Kriterien auf eigene Texte anzuwenden.· lernen die Sendeform "Interview" kennen und üben sich darin, Fragen zu formulieren.· lernen mit Frageformen des In-terviews spielerisch umzugehen. |
Schülertexte
"Paper"
Schülerhefte Aufnahmegeräte |
Gruppenarbeit
Einzelarbeit
Frontalunterricht Gruppenarbeit |
Da die Gruppen unterschied-lich schnell Texte überarbeiten, musste ich differenzieren. Zur Vorbereitung des Gesprächs mit den Zukunftsforschern sollten Sch. Interview simulieren. |
|||
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Interview |
Besuch des Instituts für Zukunftsforschung |
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9 |
Weitere Einführung in die Fragetechnik des Interviews · Schüler/innen berichten von der Exkursion.· Vorspielen eines Ausschnittes aus dem Interview.· Hörauftrag: Warum antwortet der Interviewpartner so lang?· Einordnen der Sch.- Fragen in: offen, geschlossen, halboffen. |
· üben sich darin, mündlich über ein Erlebnis zu berichten.· schulen ihr Hörvermögen, indem sie versuchen, die Frage zu beantworten.· trainieren ihre Fähigkeit, einzelne Fragen in vorgegebene Kategorien einzuteilen. |
Kassettenrekorder
Arbeitsblatt
|
Schüleraktivität
Hörauftrag
Gelenktes Unterrichtsgespräch
Gruppenarbeit |
Die Schüler/innen berichteten sehr bereitwillig von ihrem Ausflug und ließen ihre Mitschüler/innen am Geschehen nachträglich teilnehmen. |
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10 |
Einführung in die Technik des bildhaften Schreibens · Wahrnehmungsübungen zum Hören und Beobachten.· Lesen einer Reportage.· Arbeitsauftrag: An welchen Stellen entsteht "Kino im Kopf"?· Besprechen der Arbeitsergebnisse. |
trainieren ihr Wahrnehmungs-vermögen, · indem sie mit geschlossenen Augen Geräusche um sich herum aufnehmen.· indem sie alles aufschreiben, was ihnen auffällt, wenn sie aus dem Fenster sehen. |
Arbeitsblatt
|
Einzelarbeit
Gelenktes Unterrichtsgespräch
Einzel- oder Partnerarbeit |
Bei diesen Experimenten waren die Schüler/innen hoch motiviert, weil sie an sich selber erkannten, was "Kino im Kopf" bedeutet. |
|||
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11-14 |
"Projekttag" · Schüler/innen arbeiten weiter an ihren Arbeitsaufträgen.· Präsentation der Ergebnisse. |
· üben sich im selbständigen Arbeiten.· üben ihre Kritikfähigkeit durch Feedback an andere Gruppen. |
Aufnahmegeräte Schreibblöcke CD-Player Kassettenrekorder |
· Medienpädagoge Wolfgang Schill berichtet von einem ähnlichen Projekt u. spielt Ausschnitte aus Sendung vor.· Hörauftrag: Auf Einsatz der Geräusche achten.· Texte überarbeiten unter den Aspekten Geräusche, "Schreiben fürs Hören" und evtl. Längen. |
· schulen ihr Hörvermögen, indem sie darauf achten, welche Geräusche eingesetzt wurden.· vertiefen ihre Fähigkeit des Redigierens.· üben sich darin Feedback zu geben. |
Kassettenrekorder
Schülertexte
|
Frontalunterricht
Hörauftrag
Gruppenarbeit |
Insbesondere die "stärkeren" Schüler/innen sind inzwischen in der Lage, Texte sehr detailliert zu bearbeiten. Für die "schwächeren" Sch. hätte ich die Technik des Überarbeitens noch einmal wiederholen müssen. |
|
17 |
Einführung in Textpräsentation |
vgl. Kap. 9.3.2. |
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18/19 |
Üben der Textpräsentation an eigenen Texten · Schülertexte werden mit Lesehilfen versehen.· Üben der Textpräsentation in der Gruppe.· Vortrag der Ergebnisse. |
· wenden die gelernten Lesehilfen auf ihre Texte an.· üben sich darin Texte angemessen vorzutragen. |
Schülertexte |
Gruppenarbeit
Präsentation |
Die Präsentation vor der Klasse erwies sich als sehr lehrreich für die Schüler/innen, da sie miteinander fair aber kritisch umgingen. |
4. Sequenz: Die Produktion der Radiosendung (20. – 32. Stunde)
|
20/21 |
Aufbau der Sendung/Moderation · Vorspielen der fiktiven Umfrage.· Feedback.· Besprechen des Aufbaus der Sendung.· Einführung in die Sendeform der Moderation.· Hören verschiedener Beispiele für die Moderation.
|
· üben sich darin angemessen Feedback zu geben· üben sich darin Verantwortung zu übernehmen.· lernen stilistische Merkmale der Moderation kennen und wenden sie an. |
Kassettenrekorder fiktive Umfrage Tafel
Schülerhefte |
Gelenktes Unterrichtsgespräch
Frontalunterricht
Partnerarbeit |
Die Schüler/innen sind inzwischen so sehr in das Projekt involviert, dass sie selber mitdenken und Ehrgeiz entwickeln, dass auch die Mitschüler/innen gute Ergebnisse erzielen. |
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22/23 |
Generalprobe · Präsentation aller Ergebnisse als Vorbereitung auf die Produktion. |
· vertiefen ihre Fähigkeit eigene Texte angemessen vorzutragen.· entwickeln ihre Kritikfähigkeit, indem sie Mitschüler/innen Feedback geben. |
Kassettenrekorder Schülertexte |
Schüleraktivität Gruppenarbeit |
Probleme: Einige Gruppen haben ihre neuesten Textversionen nicht dabei, andere haben nicht genug geübt. |
|
24-32 |
Produktion mit einzelnen Schülergruppen · An zwei Vormittagen werden jeweils 2-3 Gruppen vom regulären Unterricht befreit und produzieren ihre Beiträge in der Landesbildstelle Berlin. |
· können erworbene Kenntnisse der Textpräsentation anwenden.· üben sich darin, in der Gruppe konzentriert und unter Zeitdruck zu arbeiten. |
Schülertexte Mikrofone Studio mit Mischpult und Bandmaschinen |
Schüleraktivität Gruppenarbeit |
Die Manuskripte waren z.T. unübersichtlich, da sie bis zum Schluss noch verändert wurden. Die Gruppen waren hoch motiviert. |
Besprechen der Benotung und Reflexion der Unterrichtseinheit
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32 |
Besprechen der Benotung |
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Notenbögen |
Gruppenarbeit |
Benotung entstand aus Schülervorschlägen |
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33 |
Schlussreflexion |
vgl. Kap. 9.5. |
13 Literatur
·
·
Barth, Susanne 1999: Medien im Deutschunterricht. S. 11-19 in: Praxis Deutsch, Heft 153·
Baurmann, Jürgen 1996: Schreiben in der Sekundarstufe I. Eine Standortbestimmung. S. 6-10 in: Praxis Schule 5-10, Heft 6·
Baurmann, Jürgen/Ludwig, Otto 1996: Schreiben: Texte und Formulierungen überarbeiten. S. 13-19 in: Praxis Deutsch, Heft 137·
Böttcher, Ingrid/Wagner, Monika 1993: Bewegt getanzt und kreativ geschrieben. S. 28-35 in: Praxis Deutsch, Heft 119·
Bobsin, Julia 1996: Textlupe: Neue Sicht aufs Schreiben. S. 45-49 in: Praxis Deutsch, Heft 137·
Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung 1995: Medienerziehung in der Schule. Orientierungsrahmen. Heft 44 der Materialien für Bildungsplanung und Forschungsförderung. Bonn·
Dietze, Lena/Bernius, Volker 1998: Radio Praxis. Audio Visuell 12, Frankfurt/M·
Gerhards, Maria/Klingler, Walter/Milde, Jutta 1998: Jugendmedium Radio. S. 570-577; Zusammenfassung. S. 580 in: Media Perspektiven, Heft 11·
Gudjons, Herbert 1998: Didaktik zum Anfassen. Bad Heilbrunn/OBB·
Haas, Gerhard 1997: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht. Seelze-Velber·
Haas, Gerhard/Menzel, Wolfgang/Spinner, Kaspar H. 1994: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht. S. 17-25 in: Praxis Deutsch, Heft 123·
Haas, Gerhard 1999: In der Schule Leistungen bewerten, ohne pädagogische Prinzipien außer Kraft zu setzen. Bewerten und Benoten im Offenen Unterricht. S. 10-19 in: Praxis Deutsch, Heft 155·
Fritzsche, Joachim 1989: Schreibwerkstatt. Aufgaben, Übungen, Spiele. Stuttgart·
Klafki, Wolfgang/Meier, Ernst/Weber, Alexander (Hg.) 1981: Gruppenarbeit im Grundschulunterricht. Paderborn·
Klingler, Walter/Schaak, Jens 1998: Hörfunk behauptet starke Position. S. 559-569; Zusammenfassung. S. 579-580 in: Media Perspektiven, Heft 11·
Meyer, Hilbert 1987: Unterrichtsmethoden I: Theorieband. Frankfurt/M·
Pöttinger, Ida 1997: Lernziel Medienkompetenz. Theoretische Grundlagen und praktische Evaluation anhand eines Hörspielprojektes. München·
Poss, Alf 1963: Zur Dramaturgie des Hörspiels. Diplomarbeit. Hochschule für Gestaltung Ulm; Abt. Information. Ulm·
Vorläufiger Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule für das Fach Deutsch in der 7. Klasse 1991. Berlin·
Ruprecht, Hans/Schneider, W./Mörking, R. 1965: Lehren und Lernen mit Tonband. München·
Tulodziecki, Gerhard 1992: Medienerziehung in Schule und Unterricht. Bad Heilbrunn/OBB·
Unger, Karl 1992: Darstellungsformen im Hörfunk. S. 91-139 in: Clobes, Günther/Paukens, Hans/Wachtel, Karl (Hg.): Bürgerradio und Lokalfunk. Ein Handbuch. München·
von La Roche, Walther/Buchholz, Axel (Hg.) 1980: Radio-Journalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis im Hörfunk. München·
Wachtel, Stefan 1997: Schreiben für’s Hören. Konstanz·
Wermke, Jutta 1997: Integrierte Medienerziehung im Fachunterricht. Schwerpunkt: Deutsch. München
Ich versichere, dass ich die vorliegende Prüfungsarbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe.