"Schulradio" - Die Gestaltung einer Hörfunksendung als Beispiel für handlungs- und produktionsorientierten Deutschunterricht in einer 7. Klasse der Martin-Buber- Oberschule (Gesamtschule).

vorgelegt von:
Stefanie Ehnes
Lehreranwärterin

im 7. Schulpraktischen Seminar Spandau (L)
Martin-Buber-Oberschule Spandau
Juli 1999

 

1 Vorwort

 

Das Thema dieser Arbeit war schnell gewählt: Ich wollte versuchen, mit meiner siebten Klasse im Deutschunterricht Radio zu machen. Schließlich konnte ich so eine Synthese aus meinen beiden Berufen herstellen: (Hörfunk-)Journalistin und Lehrerin. Die ausgewählte Lerngruppe hielt ich dafür geeignet, weil sie sich bereits in vergangenen Unterrichtseinheiten gegenüber der Produktion eigener Texte aufgeschlossen gezeigt und gerne in Gruppen gearbeitet hatte. Da die siebte Klasse – wie an Gesamtschulen üblich – noch nicht im Sinne des "FEGA"-Systems differenziert war, hoffte ich zudem, in dieser Einheit dem unterschiedlichen Leistungsvermögen der Schüler/innen gerecht zu werden. Schließlich können in einer solch abwechslungsreichen Unterrichtseinheit viele verschiedene Lerntypen angesprochen werden.

Doch bereits bei der Grobplanung der Unterrichtseinheit stand ich vor der schwierigen Frage, wie die Synthese Deutschunterricht und Radio herstellbar ist. Beide Bereiche für sich genommen waren mir vertraut, doch wie bringt man Schüler/innen Radiomachen bei?

Nach intensivem Literaturstudium stellte ich zudem fest: Es gibt niemanden, der oder die sich mit der von mir angestrebten Schnittmenge auseinander setzt. Zeitung in der Schule, ja, medienpädagogische Projekte mit Jugendlichen in der Freizeit auch, ebenso Pausenradio in der Schule, aber Radio im Unterricht? Das muss man schon selber ausprobieren.

 

Der wissenschaftliche Teil dieser Arbeit ist daher auch in die beiden Bereiche Gestaltung einer Hörfunksendung und handlungs- und produktionsorientierter Unterricht gegliedert.

Im weiteren Verlauf der Arbeit soll die Synthese der beiden Teile deutlich werden, indem die Planung der Unterrichtseinheit in Bezug auf Vorbedingungen und Entscheidungen dargestellt wird.

Im dritten Teil folgt dann die Beschreibung und Analyse des Ablaufs der Unterrichtseinheit, wobei einige Stunden, die für den Erfolg des Vorhabens entscheidend waren, ausführlicher behandelt werden. Bei der Darstellung des Bereichs Textüberarbeitung wird anstatt einer Unterrichtsstunde ein Textausschnitt analysiert.

 

2 Strukturdiagramm "Hörfunksendung"

3 Fachwissenschaftliche Orientierung I:

Gestaltung einer Hörfunksendung

3.1. Die Rolle des Hörfunks bei Jugendlichen

 

In den letzten 30 Jahren hat sich das Angebot und die Nutzung des Mediums Radio dramatisch verändert. Während 1968 rund 72 Prozent aller Haushalte nur über ein Radiogerät verfügten, haben heute so gut wie alle Haushalte zwei Geräte.

Auch die Angebotssituation hat sich im Hörfunk rasant entwickelt. 1968 konnte die Bevölkerung nur zwischen 21 Programmen wählen. Heute stehen den Radiohörern 248 verschiedene Programme zur Verfügung. Durch den Ausbau der Servicewellen und Hörfunkprogramme privatrechtlicher Anbieter nahm im Zeitraum von 1968 bis 1989/90 die Hördauer besonders bei Erwachsenen stetig zu. Jugendliche fühlten sich durch die neuen Programme offenbar weniger angesprochen, denn bei ihnen stieg die Radionutzung nur unterdurchschnittlich an. Erst seit 1994/95 hört die Altersgruppe der 14- bis 19-jährigen wieder zunehmend Radio, während bei der Gesamtbevölkerung Schwankungen in der Hördauer zu verzeichnen sind. Gerhards u.a. führen dies auf "die neuen reichweitenstarken öffentlich-rechtlichen Radioprogramme" speziell für Jugendliche zurück. Heute sind Fernsehen und Radio unter Jugendlichen "mit einer täglichen Seh- bzw. Hördauer von jeweils über zwei Stunden pro Tag die am meisten genutzten Medien". Während das Radio ab morgens bis in den Nachmittag hinein gehört wird, spielt das Fernsehen am Abend eine größere Rolle. Das Radio hören verbinden die Jugendlichen mit vielfältigen Tätigkeiten: Aufstehen, Schulweg, Essen, Hausaufgaben, Freizeit. Inhaltlich erwarten die 14- bis 19-jährigen vom Radio vor allem Musik, Humor und Informationen aller Art. Musik spielt bei Jugendlichen eine große Rolle. Das zeigt sich auch daran, dass sie pro Tag neben dem Radio noch eine Stunde Musik von Tonträgern hören.

Jugendliche nutzen das Radio also überwiegend, um sich zu entspannen, zu informieren und zur Aufheiterung. Die Kombination aus Radio hören und zahlreichen Tätigkeiten deutet außerdem darauf hin, dass sie das Radio als Hintergrundmedium verstehen.

 

3.2. Medienpädagogik im Deutschunterricht

 

Ein Unterricht, der sich dem Anspruch von den Erfahrungen und Bedürfnissen der Schüler/innen auszugehen, verpflichtet fühlt, muss deren mediales Vorwissen einbeziehen und erweitern. Da Medienerziehung jedoch kein eigenständiges Fach ist, muss in den einzelnen Fächern nach Anknüpfungspunkten gesucht werden. Die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung gibt dazu folgende Empfehlung: "Im Deutschunterricht werden z.B. neben schriftlichen Texten auch audiovisuelle Produkte behandelt, im Kunstunterricht können u.a. ... eigene Videofilme produziert werden, der Musikunterricht ... Diese genannten Fächer eignen sich als Leitfächer für die Medienerziehung."

Wermke sieht in diesem Zusammenhang zwei Möglichkeiten der IZE=4>Als Beispiel nennt sie die stärkere Einbeziehung der akustischen Dimension von Texten, da "auditive Medien ‘Jugendmedien’ sind" . Darin sieht sie auch eine Chance der Weiterentwicklung für den Deutschunterricht. So dürfe, fordert sie, der traditionelle Gegenstandsbereich Buch und Buchkultur nicht mehr isoliert betrachtet werden. Die Lernbereiche Lesen und Schreiben müssten aus ihrer Bindung an Bücher oder Hefte gelöst werden. "Es genügt nicht, technische Medien - neben Printmedien also auch Film, Funk, Fernsehen und Computer - in den Deutschunterricht einzubeziehen, solange Auswahl, Fragestellung und Bewertungskriterien ausschließlich dem Leitmedium Buch verpflichtet bleiben". Hinzukommen müsse die Integration anderer Medienästhetiken, mit denen sich der Deutschunterricht inhaltlich und formal auseinander setzen sollte.

3.3. Sendeformen im Radio

 

Die meisten Sendeformen im Radio sind zugleich auch journalistische Darstellungsformen. Darunter versteht man die in Funk, Fernsehen und Zeitung verwendeten Textsorten. Sie lassen sich formal in zwei Gruppen unterteilen: a) die tatsachenbetonten und b) die meinungsbetonten.

 

3.3.1. Die Nachricht

 

Die Nachricht gilt als Urtyp aller Darstellungsformen. Sie enthält in aller Kürze die wichtigsten Aspekte eines besonderen Ereignisses. Dabei gibt sie Antwort auf die klassischen sechs W-Fragen: Wer, Was, Wann, Wo, Wie und Warum.

Der Aufbau einer Nachricht ist schematisiert: Das Wichtigste muss am Anfang stehen, dann wird die Quelle genannt, darauf folgen die Einzelheiten und am Schluss Hintergrund und Zusammenhänge.

 

3.3.2. Das Interview

 

Im Hörfunk gibt es zwei verschiedene Formen des Interviews: das Recherche-Interview und das Interview als eigenständige Sendeform. Das Ergebnis einer Recherche kann als Information in Nachricht, Bericht, Reportage, Kommentar oder Glosse einfließen. Das Interview ist hierbei die Vorarbeit für ein anderes journalistisches Produkt.

Im Hörfunk kann das Interview als gesendetes Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen eine eigenständige Sendeform sein. Es ist lebendiger als ein Zeitungsinterview, da es neben der inhaltlichen Aussage auch Aufschluss über das Temperament der Interviewpartner gibt. Man erfährt nicht nur, was gesagt wird, sondern auch etwas über die Stimme, Tonlage und Diktion der befragten Person.

 

Für die Gesprächsführung bei Interviews gibt es verschiedene Fragetypen. Je nachdem, was man erfahren möchte und auf welche Weise, kann man diese gezielt anwenden.

 

1. Die offene Form

Hier werden die Fragen meist mit den Fragepronomen "Wie", "Wa-rum", "Weshalb", "Wodurch", "Wozu", "Woher" "Wohin" eingeleitet. Beispiel: "Warum sind Sie im Alter von 16 Jahren von Zuhause weggezogen?" Diese Frageform kann man in Situationen anwenden, in denen man viel über die befragte Person erfahren möchte. Offene Fragen eignen sich vor allem zur Klärung des Hintergrundes, für die Frage nach dem Wie und Warum. Sie eignen sich aber auch als Einstiegsfragen in ein Interview. Der/Die Antwortende kann dabei seine/ihre Gedanken und Ideen freier entwickeln und begründen. Der Nachteil ist, dass Interviewpartner ins "Schwafeln" geraten können.

 

2. Die halbgeschlossene Form

Mit dieser Frageform wird die mögliche Antwort des/der Gesprächspartner/in eingegrenzt, indem man Oder-Fragen stellt, z.B. "Dient die Reise privaten oder geschäftlichen Zwecken?"

 

3. Die geschlossene Form

Fragen, die als Antwort nur ein "Ja", "Nein" oder "Ich weiß nicht" zulassen, sind geschlossene Fragen. Sie eignen sich dann, wenn man jemanden überhaupt zum Reden bringen möchte oder wenn man eine Person, z.B. einen Politiker, zu einer eindeutigen Aussage zwingen möchte. Beispiel: "Werden Sie dem Gesetzentwurf zustimmen?"

 

3.3.3. Der Bericht mit "O-Ton"

 

Diese auch als "Gebauter Beitrag" bezeichnete radiophonische Form eines Berichts informiert über ein Ereignis, eine Initiative oder eine Veranstaltung ohne wertende Zusätze des Autors/der Autorin. Der Bericht kann ausführlicher als eine Nachricht ein Ereignis zusammenfassen und mehr den Hintergrund erläutern. Er kann Zusammenhänge erschließen, die Vorgeschichte klären und verschiedene Meinungen darstellen. Dabei gilt ebenso wie beim Verfassen einer Nachricht, dass die W-Fragen geklärt werden müssen.

Der Bericht besteht aus einem Autorentext und "O-Tönen". Der Autorentext fasst zusammen, lässt einen roten Faden erkennen und führt auf den Inhalt des "O-Tons" hin. Der "O-Ton" selber ist ein kurzer Ausschnitt dessen, was der Interviewpartner im Gespräch gesagt hat. Um den Beitrag lebendig zu gestalten, sucht man sich normalerweise die "O-Töne" heraus, in denen der Interviewpartner etwas sehr überzeugend, besonders emotional oder wertend sagt.

 

3.3.4. Die Umfrage

 

Radio-Umfragen sind weder repräsentativ noch objektiv, sie transportieren relativ willkürlich ein Meinungsbild der "Straße". Bei einer Umfrage ist die Frage an verschiedene Menschen immer dieselbe. Die Antworten werden nach einer Systematik, z.B. Pro und Kontra, Alter, Geschlecht etc. geordnet.

 

Die Funktion von Umfragen in einer Sendung kann sein:

· Auflockerung

· (zunächst unkommentierter) Einstieg ins Thema

· Ergänzung verschiedener Argumente

· Gesprächsanreiz für eine Diskussion

 

3.3.5. Die Reportage

 

Die Reportage ist die subjektivste der tatsachenbetonten Darstellungsformen. Sie hat ihre historischen Wurzeln einerseits im Reisebericht, der Erlebnisse schildert, andererseits im Augenzeugenbericht, der den Ablauf oder die Folgen eines Ereignisses wiedergibt. Anders als der nachrichtliche Bericht will die Reportage ein Ereignis, ein Thema anschaulich schildern.

Daher werden Reportagen immer direkt vom Ort des Geschehens, z.B. vom Fußballspiel, von Veranstaltungen, Festen, Demonstrationen etc. gesendet. Der Reporter/Die Reporterin ist "der Kameramann des Hörfunks": Er/Sie schildert das Geschehen so bildlich und detailliert, dass bei den Hörer/innen so etwas wie "Kino im Kopf" entstehen kann. Sie sollen sich genau vorstellen können, was passiert, wie die Personen gekleidet sind, ob man etwas Besonderes riecht, hört, ob es kalt oder warm ist usw. Die Sprache der Reporter/innen muss anschaulich sein: Sie werden immer von der Größe eines durchschnittlichen Wohnzimmers sprechen, wenn sie 37,5 Quadratmeter meinen.

Eine Reportage erzählt eine spannende Geschichte. Sie hat einen Anfang, einen oder mehrere Höhepunkte und einen eindeutigen Schluss. Der Reporter/Die Reporterin kann einer Art Zoom vergleichbar einen Ausschnitt des Geschehens besonders betonen. Hintergrundinformationen werden richtig dosiert dann eingestreut, wenn es das Geschehen zulässt.

 

3.3.6. Das Hörspiel

 

Das Hörspiel gehört nicht zu den journalistischen Darstellungsformen. Es ist vielmehr "die ureigene Kunstform des Rundfunks". Akustische Ausdrucksmittel des Hörspiels sind das Wort, das Geräusch, die Musik, die Stimme und die Stille. Es hat ein szenisch-dramatisches oder szenisch-episches Handlungsgefüge mit oder ohne Erzähler/in zur Darstellung innerer Spannungen.

 

3.3.7. Die Magazinsendung

 

Diese Sendeform besteht aus einer "Mischung von unterhaltender Musik und kurzen Wortbeiträgen, die von einem/r Moderator/in präsentiert werden". In einem Magazin können die unterschiedlichen journalistischen Darstellungsformen vorkommen. Die einzelnen Beiträge werden in der Regel durch Musik getrennt und jeweils von dem/der Moderator/in an- bzw. abmoderiert.

 

3.4. "Fürs Hören" schreiben

 

Das "Schreiben fürs Hören" ist eine Kunst für sich. Das, was normalerweise im Deutschunterricht gelehrt wird (z.B. Wiederholungen vermeiden), gilt hier nicht. Hörer/innen können nicht - wie Leser/innen - noch einmal zurückblättern, sie müssen alles direkt beim ersten Hören verstehen. Das hat Folgen für den Text eines verständlichen Radiobeitrags: Schwierige Begriffe müssen im Verlauf des Textes noch einmal aufgenommen werden. Wiederholungen sind durchaus erwünscht.

Ein weiterer Punkt ist die Satzlänge. Bandwurmsätze lassen die Aufmerksamkeit schwinden. Im Hörfunk heißt die Regel: möglichst kurze Hauptsätze, falls nötig mit einem Nebensatz - auf keinen Fall mehr. Zusätze wie "auf keinen Fall mehr" sind ebenfalls typisch für die gesprochene Sprache. Durch solche Anhängsel bleibt der Text lebendig. Lebendigkeit soll auch durch Verben geschaffen werden. Daher benutzt man eher aktive als passive Verbformen, zudem mehr Verben als Substantive. Vorsicht ist bei zusammengesetzten Verben geboten. Wenn sie im Satz getrennt vorkommen, kann es zu Verständnisproblemen kommen. Aus demselben Grund vermeiden es gute Radiojournalist/innen Fremdwörter.

Insgesamt gilt, dass die Sprache im Radio so verständlich wie möglich sein sollte. Es ist nicht nur erlaubt Umgangssprache zu benutzen, sondern sogar erwünscht. Man sollte "Schreiben wie geredet". Das heißt nicht, dass kompliziertere Sachverhalte gar nicht dargestellt werden können. Die Hörer/innen müssen dann aber Schritt für Schritt informiert werden.

 

3.5. Redigieren und Überarbeiten von Texten

 

Das Redigieren oder - wie es im Deutschunterricht genannt wird – Überarbeiten von Texten, ist eine der zentralen Aufgaben von Redakteur/innen. Manuskripte, die von freien Autor/innen angeboten werden, müssen auf das Format der jeweiligen Sendung abgestimmt sein. Manche Redaktionen legen großen Wert auf eine lebendige Sprache, andere bevorzugen eine nüchterne Berichterstattung. Zudem ist der Autor/die Autorin in Bezug auf den eigenen Text befangen. Erfahrungsgemäß fällt es schwer, einen mühsam erarbeiteten Absatz wegzukürzen oder komplett umzuformulieren.

 

Die Arbeit, die ein/e versierte/r Redakteur/in innerhalb weniger Minuten alleine bewältigt, können auch die Schüler/innen einer 7. Klasse übernehmen. Aus empirischen Untersuchungen ist bekannt, "daß sich vor allem die Reaktionen Gleichaltriger positiv auf das Überarbeiten auswirken". Baurmann/Ludwig unterscheiden drei Arten der Textüberarbeitung: die mündliche, die schriftliche und die in Gedanken vollzogene. Die mündliche Überarbeitung, so schränken die Autoren ein, eignet sich im Unterricht weniger als die schriftliche, da sie schnell in Vergessenheit gerät. Für die Radioarbeit ist die Kombination beider Formen von großem Nutzen. Durch das Sprechen von Texten entstehen zum Teil unbewusst alternative Textversionen, die dann - sofern sie dem Autor/der Autorin besser gefallen - schriftlich fixiert werden. Die schriftliche Textüberarbeitung ist auch für die Radioarbeit essentiell, da Ideen Tage später noch nachvollzogen werden können. Besonders leicht fällt es, so Baurmann/Ludwig, auf dem Computer geschriebene Texte zu verändern, da diese mit wenig Aufwand umformuliert werden könnten. Am leichtesten jedoch könnten Texte in Gedanken überarbeitet werden. Dies sei insbesondere bei den "Prätexten" der Fall, also bei den Texten, die noch nicht schriftlich fixiert wurden.

 

Als eine Technik des Überarbeitens sei die "Textlupe" erwähnt. Dieses von Böttcher und Wagner für die Grundschule vorgestellte Konzept hat Bobsin für die Sekundarstufe I umgeändert. Die "Textlupe" ist ein Kommentarzettel, der zusammen mit dem Text von Schüler/in zu Schüler/in gereicht wird. Auf diesem Zettel vermerken die Schüler/innen nach den Regeln des Feedback in der ersten Spalte positive Aspekte. Die zweite Spalte ist für Kritik reserviert, in die Dritte sollen Verbesserungsvorschläge eingetragen werden. Wenn eine Person bzw. Gruppe einen Text zu Ende bearbeitet hat, reicht sie ihn an ihre/n Nachbar/in weiter. Bobsin betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit eines Kriterienkatalogs. Dabei gehe es nicht darum, Texte nach Mustern zu verfassen, "aber ohne die Einigung auf Kriterien für einen gelungenen Text einer spezifischen Textart ... sind die Schüler überfordert".

 

4 Fachwissenschaftliche Orientierung II:

Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht

4.1. Handlungsorientierter Unterricht

 

Die Vorstellung, dass Unterricht nicht nur die kognitiven Fähigkeiten ausbilden sollte, ist nicht neu. Zu Beginn dieses Jahrhunderts entwickelten Vertreter der Arbeitsschulbewegung und der Reformpädagogik die Idee des ganzheitlichen Unterrichts ("Lernen mit Kopf und Hand"). Seit den 70er-Jahren wurde sie wieder aufgegriffen und in verschiedene Richtungen weiterentwickelt. Es entstanden Konzepte z.B. vom offenen, erfahrungsbezogenen und schüleraktiven Unterricht. Während diese Unterrichtsformen verschiedene Schwerpunkte zulassen, stellt das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts einen Aspekt in den Mittelpunkt: den handelnden Umgang der Schüler/innen mit dem Lerngegenstand. Das übergeordnete Ziel sollte nach Gudjons dabei sein, "Schule und Leben wieder zusammenzubringen. Und das geht nicht nur über die Auswahl von (lebensnahen) Unterrichtsinhalten, sondern vor allem durch die handelnde Auseinandersetzung mit ihnen". Gudjons betont jedoch, dass handlungsorientierter Unterricht kein theoretisch ausformuliertes Konzept ist. Er sieht darin eher "eine konkrete Utopie, ein(en) Antwortversuch auf zahlreiche Probleme der modernen Schule". Nach Gudjons ist methodische Kompetenz der Schüler/innen ein wesentliches Prinzip handlungsorientierten Unterrichts. Darüber hinaus nennt er: Aktivierung vieler Sinne, Produktorientierung, kooperatives Handeln und Lebensbezug.

 

Neben Gudjons gilt auch Hilbert Meyer als Verfechter eines handlungsorientierten Unterrichts. Bei seiner Definition steht ebenfalls die Schüleraktivität im Mittelpunkt: "Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbarten Handlungsprodukte die Organisation des Unterrichtsprozesses leiten, so daß Kopf- und Handarbeit der Schüler in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden können".

 

 

4.2. Handlungs- und produktionsorientierter Deutschunterricht

die analytische Auseinandersetzung mit einer oder mehreren Textsorten durch Eigenproduktionen. Demgegenüber steht der Begriff des "handlungsorientierten Literatur-unterrichts", der den handelnden Umgang mit Texten bezeichnet. Dies kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen, z. B. bildlich-illustrativ, musikalisch, darstellend oder spielend.

Während Haas die Einheit von Handlungs- und Produktionsorientierung favorisiert, ergeben sich bei den Ansätzen von Menzel und Spinner andere Akzentuierungen. Menzel propagiert eine "enge Verbindung von produktionsorientiertem Vorgehen und Textanalyse" durch "experimentierenden Umgang mit Textelementen ... und Beobachtungen zu formalen und inhaltlichen Aspekten". Spinner hingegen legt besonderen Wert auf "die Entfaltung der inneren Vorstellungskraft und betont den Beitrag der produktiven Verfahren für die Wahrnehmungssensibilisierung, die Identitätsentwicklung und die Fähigkeit, fremde Sichtweisen nachzuvollziehen".

Auch Haas betont die Wechselwirkung von handlungs- und produktionsorientiertem Unterricht mit dem kreativen Schreiben. Wenn es da-rum gehe, an Eigenproduktionen Erfahrungen zu sammeln und dadurch die Mittel der Kommunikation zu erproben "und wenn dabei die Verfremdung von Textvorlagen zum Repertoire solcher kreativer Tätigkeiten gehört, dann ist die Nähe zu den vielfältigen Möglichkeiten einer produktiven Aneignung von literarischen Texten offenliegend".

4.3. Handlungsorientierte Medienpädagogik

 

Medienerziehung in der Schule - so die vorherrschende Meinung - muss handlungsorientiert sein. Dabei knüpft die Fachliteratur an allgemein-didaktische Grundsätze der Handlungsorientierung an: Auch hier wird eine Ausgewogenheit von Aktion und Reflexion gefordert.

In ihrem "Gesamtkonzept für die informationstechnische Bildung" formuliert die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung vier Aufgaben einer Medienerziehung: "...sie sollte die Fähigkeit vermitteln,

- Medien genau aufzunehmen

- Medien kritisch zu beurteilen

- Medien nach bestimmten Zwecken auszuwählen und einzusetzen

 

Diese Lernzielbereiche finden sich in der Fachliteratur in Form des Begriffs "Kompetenzen" wieder. Dabei handelt es sich meist um Folgende: Nutzungs-, Kritik-, Gestaltungs- und ästhetische Kompetenz. Eine handlungsorientierte Medienerziehung, die diese Kompetenzen bei Schüler/innen ausbildet, erreicht damit ihr höchstes Ziel: die Ausbildung und Erweiterung der Medienkompetenzen.

Dass die Einbeziehung von Medien im Unterricht nach dem Prinzip der Handlungsorientierung erfolgen sollte, betont auch die Bund-Länder-Kommission in ihrem 1995 erschienenen Orientierungsrahmen: "Primär rezeptive Formen ... sollten im Unterricht nicht noch weiter verstärkt werden. Schülerinnen und Schüler müssen vielmehr die Möglichkeit haben, über eigene Erfahrungen in eine kritische Haltung ... hineinzufinden und Vertrauen in die eigenen Gestaltungs- und Urteilskräfte auszubilden".

 

Tulodziecki unterscheidet bei der Gestaltung von Medien sechs verschiedene Orientierungen: die dokumentatorisch, die fiktional, die experimentell, die unterrichtsthematisch, die publizistisch und die medienkritisch orientierte Mediengestaltung. Für den Unterricht eignen sich nach Tulodziecki besonders die fiktional, die unterrichtsthematisch und die publizistisch orientierte Mediengestaltung.

 

 

5 Schlussfolgerungen

 

Aus der Sichtung der einzelnen theoretischen Aspekte lassen sich für meine Unterrichtseinheit folgende Hypothesen formulieren:

 

1. Medienpädagogik im Deutschunterricht muss die Medienkompetenzen der Schüler/innen fördern. In Bezug auf das Medium Radio ist es besonders wichtig, dass Jugendliche ihre Nutzungskompetenz ausbauen und erkennen, dass das Radio nicht nur ein musikalischer Klangteppich ist.

 

2. Handlungs- und produktionsorientierte Medienerziehung im Deutschunterricht fördert die Motivation der Schüler/innen, erweitert ihre Fähigkeit des selbständigen Handelns, ermöglicht Binnendifferenzierung, spricht verschiedene Lerntypen an und fördert die Bereitschaft zur Gruppenarbeit.

 

3. Die Aussicht, die komplett produzierte Hörfunksendung "richtig" zu senden, wirkt sich motivationsfördernd auf die Schüler/innen aus.

 

4. Folgende Sendeformen eignen sich für Radioarbeit in der Schule:

· die Nachricht, weil daran die Grundlage der journalistischen Berichterstattung geübt werden kann.

· das Interview, weil es die Grundform journalistischer Informationsbeschaffung (Recherche) ist. Zudem übt es auf die Schüler/innen einen großen Reiz aus, weil ihnen diese Sendeform aufgrund ihrer Hörerfahrungen bekannt ist.

· die Umfrage, weil diese innerhalb der Schule leicht durchzuführen ist und den Schüler/innen das Gefühl des Reporterseins vermittelt.

· der Bericht mit "O-Ton", weil dies eine der klassischen Formen, besonders der politischen Berichterstattung, ist und damit auf anschauliche Weise Informationen transportiert werden.

Die Sendeform Hörspiel eignet sich weniger für die Radioarbeit in der Schule. Sie ist zu aufwendig und würde den Rahmen der Unterrichts-einheit strapazieren.

Auch die Reportage eignet sich weniger für Schüler/innen, weil deren Umsetzung eine gute Beobachtungsgabe und differenzierte mündliche Formulierungsfähigkeit voraussetzt.

 

5. Die Form einer Magazinsendung eignet sich für die Gestaltung einer Hörfunksendung im Deutschunterricht besonders gut, da sie

· sich nah an den Hörgewohnheiten der Schüler/innen bewegen kann.

· verschiedene Sendeformen und Inhalte erlaubt.

· einen großen Gestaltungsspielraum für verschiedene Interessen und Fähigkeiten der Schüler/innen lässt.

· es ermöglicht, mit den verschiedenen journalistischen Sendeformen zu arbeiten.

 

6. Die Schüler/innen sollten sich mit der Hörfunksendung identifizieren können, daher ist es wichtig, dass sie

· das Thema selber bestimmen,

· die Zusammensetzung der Gruppe weitgehend selber vornehmen,

· die Inhalte und Sendeformen innerhalb der Gruppe beschließen.

 

6 Umsetzbarkeit im Deutschunterricht

6.1. Räumliche und materielle Ausstattung

 

Die Martin-Buber-Oberschule ("MBO") ist räumlich stark beengt. Selten gibt es die Möglichkeit, eine Lerngruppe aufzuteilen und gleichzeitig zwei Räume zu nutzen. Ausweichmöglichkeiten für Gruppenarbeit bieten sich nur auf den Gängen an. Dabei müssen die Schüler/innen jedoch sehr viel Disziplin bewahren, damit der Unterricht in den Nachbarklassen nicht gestört wird.

Für den "Projekttag", den wir im Rahmen der zweiten Unterrichtssequenz veranstalteten, standen uns aber zwei Räume zur Verfügung.

 

Die materielle Ausstattung der "MBO" ist gut. Es gibt eine ausreichende Anzahl tragbarer Kassettenrekorder zum Abspielen von Aufnahmen und einige qualitativ hochwertige Mikrofone. Im Verlauf der Unter-richtseinheit gab die Schulleitung außerdem grünes Licht für die Anschaffung eines professionellen tragbaren Aufnahmegerätes. Diese Investition war zustandegekommen, weil an der Schule seit November 1998 eine Radio-AG existiert, die einmal pro Woche in der Pause sendet. Nach Absprache mit den Mitglieder/innen der AG kann dieses Gerät auch ausgeliehen werden.

Bei einer Umfrage in der Klasse stellte sich weiterhin heraus, dass ein Schüler einen Minidiskrekorder mit professionellem Mikrofon besitzt. Somit standen uns zwar zwei qualitativ hochwertige Aufnahmegeräte zur Verfügung. Diese Anzahl reichte aber nicht für sieben Gruppen. Da schon zu Beginn der Unterrichtseinheit eine Veröffentlichung im Schulradio oder einem öffentlich-rechtlichen Sender angedacht war, legte ich großen Wert auf die technische Qualität der Aufnahme. Hier half die Landesbildstelle Berlin aus und stellte uns neben einem tragbaren Kassettenrekorder drei Tonbandgeräte zur Verfügung.

Letztere waren jedoch zu schwer für die Schüler/innen. Da sie die Tonbandgeräte alleine kaum tragen konnten, eigneten sie sich nicht für Umfragen oder Interviews. Glücklicherweise verfüge ich aufgrund meiner mehrjährigen Tätigkeit als freie Hörfunkjournalistin über enge Kontakte zum DeutschlandRadio Berlin. Der Sender stellte uns zwei Aufnahmegeräte und etliche Kassetten zur Verfügung.

Neben Umfragen und Interviews ließen sich auch die redaktionell planerischen und textlichen Arbeiten unproblematisch im Klassenraum bzw. der Schule durchführen. Komplizierter waren hingegen Schnitt und Produktion. Beiträge, bei denen - wie z.B. bei Umfragen - nur Wort geschnitten werden musste, konnte ich selber im DeutschlandRadio Berlin bearbeiten und spielte den Schüler/innen das Ergebnis vor. Aufwendigere Beiträge - wie die Hörszenen und der Rap-Song - mussten in der Landesbildstelle Berlin und im DeutschlandRadio Berlin produziert werden.

 

6.2. Die Klassensituation

 

Die Klasse unterrichte ich seit September  eigenverantwortlich drei Stunden pro Woche. Nachdem zu Beginn des zweiten Halbjahres fünf Schüler/innen in einen zusätzlich eingerichteten Deutschkurs gewechselt sind, besteht meine Lerngruppe nur noch aus 27 Schüler/innen, 18 Schülerinnen und 9 Schülern.

 

Die Klasse ist dem Deutschunterricht gegenüber insgesamt sehr aufgeschlossen und zeigt in den unterschiedlichen Gebieten eine hohe Motivation. Besonders beliebt ist spielerisches Lernen wie Rollenspiel oder das Verfassen von Phantasietexten. Das Leistungsgefüge des Kurses ist sowohl im schriftsprachlichen wie im mündlichen Bereich heterogen. Auch die Fähigkeit zu eigenständigem Arbeiten war zu Beginn der Unterrichtseinheit sehr unterschiedlich ausgeprägt.

 

Die Klasse zeigt insgesamt eine gute Klassengemeinschaft, in der auch "schwierige" Schüler/innen mitgetragen werden. Bei Gruppenarbeiten zeigt es sich, dass leistungsstärkere Schüler/innen auch gerne mit leistungsschwächeren zusammenarbeiten.

Seit Beginn des zweiten Halbjahres ist deutlich zu merken, dass viele Schüler/innen in die Phase der Pubertät eingetreten sind. Das führt dazu, dass sie im Frontalunterricht schnell unruhig werden und ihren (viel wichtigeren) Nebentätigkeiten nachzugehen versuchen. Zudem bilden sich innerhalb der Klasse Cliquen.

 

 

6.3. Sachstrukturelle Voraussetzungen

 

Zu Beginn der Unterrichtseinheit habe ich mit Hilfe einer Umfrage den Umgang der Schüler/innen mit dem Medium Radio erfragt. Im Folgenden sind die Ergebnisse in Grafiken dargestellt:

 

  1. Wie lange hörst du Radio am Tag?

 

2. Warum hörst du Radio?

3. Wann hörst du Radio?

4. Welche Sender hörst du hauptsächlich?

5. Warum hörst du deinen Sender?

 

Die erhobenen Daten geben nicht nur Aufschluss über den Umgang der Jugendlichen mit dem Medium Radio. Sie lassen auch Rückschlüsse auf deren Kenntnisstand in Bezug auf Sendeformen zu.

Nach dieser Umfrage konnte ich davon ausgehen, dass bis auf sechs Schüler/innen alle täglich Radio hören. Weiter stellte sich heraus, dass ihnen Musik dabei das Wichtigste ist und dass die Schüler/innen gerne das Radio einschalten, wenn sie Hausaufgaben machen. Zuhörradio, das nicht nur unterhalten sondern auch informieren möchte, kannten sie also fast gar nicht. Interessant ist auch die Wahl der Privatsender Energy und RTL. Diese zeichnen sich durch einen hohen Musikanteil, kurze Nachrichten, wenig Informationsanteil und eine hohe Hörerbindung durch Gewinnspiele, Telefonaktionen und täglich von denselben Personen moderierte Sendungen aus.

Da die oben genannten Anstalten fast nur in Magazinform senden, war den Schüler/innen die lockere Folge von Musik, Moderation und einigen wenigen Wortbeiträgen ein Begriff. Zudem konnte ich davon ausgehen, dass sie wussten, was ein Interview, eine Umfrage und eine Reportage ist. Den Bericht mit "O-Ton" hingegen, der in öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten populär ist, kannten sie nicht.

Einige Schüler/innen hatten zu Hause Erfahrungen mit der Gestaltung eigener Hörspiele gesammelt. Bei den meisten beschränkte sich das Vorwissen in Bezug auf das Medium Radio jedoch auf eigene Hörerfahrungen.

Das Überarbeiten von Texten war den Schüler/innen vollkommen neu. Aus dem handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht kannten sie jedoch die Möglichkeit, das Ende einer Geschichte umzuschreiben sowie Textvorlagen in Rollenspiele umzusetzen. Zudem hatten sie bereits Erfahrung mit der Sozialform der Gruppenarbeit.

 

6.4. Möglichkeiten der Veröffentlichung

 

Es gibt drei Möglichkeiten eine von Schüler/innen gestaltete Sendung zu veröffentlichen: im schulischen Rahmen, in öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten oder im Offenen Kanal. Privatsender bieten diese Möglichkeit meines Wissens aus wirtschaftlichen Gründen nicht an.

Die Veröffentlichung im schulischen Rahmen kann sich von der einfachen Präsentation für Parallelklassen über Elternabende bis hin zu allgemein-schulischen Veranstaltungen wie dem Tag der Offenen Tür erstrecken. Je nachdem wie lang eine Send teuer wäre, die Rechte für die Veröffentlichung zu kaufen. Man müsste hierbei auf GEMA-freie Musik zurückgreifen.

Dieses Problem taucht nicht auf, wenn man die Gelegenheit hat, das Schülerprodukt in einem öffentlich-rechtlichen Sender auszustrahlen. Dann übernimmt die Sendeanstalt die Kosten für die Musik. Ich konnte bereits vor Beginn der Unterrichtseinheit mit der Redaktion des Kinderfunks von DeutschlandRadio Berlin verabreden, dass die Schüler/innen bei ausreichender Qualität des Produkts eine halbe Stunde Sendezeit bekommen.

 

 

7 Didaktische Analyse

7.1. Bezug zum Rahmenplan Deutsch

 

Die vorgestellte Unterrichtseinheit findet auch aufgrund des handlungsorientierten Ansatzes in Didaktik und Inhalt zahlreiche Entsprechungen mit den Aufgaben- und Zieldefinitionen im Rahmenplan Deutsch.

Wenn die Schüler/innen eigene Texte für den Hörfunk verfassen, üben sie sich nicht nur im "gestalterischen Umgang mit Medien", sondern wenden auch textartenspezifische Kriterien an. Wenn sie sich mit den Regeln des "Schreibens fürs Hören" auseinander setzen, lernen sie außerdem eine Möglichkeit der Verbindung von mündlicher und schriftlicher Kommunikation kennen.

Durch die Überarbeitung der Texte wird für die Schüler/innen die Gelegenheit geschaffen zu "erkennen, daß die Wirkung eigenen sprachlichen Handelns von der Fähigkeit abhängig ist, sich auf die Situation und den Adressaten einzustellen". Hier und in den Gesprächen der Gruppen untereinander ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, um "Formen schriftlicher und mündlicher Kommunikation ... selbständig anzuwenden". Dabei folgt der Unterricht auch dem Prinzip des verbundenen Sprachunterrichts, weil in die Überarbeitung der Texte durch die Mitschüler/innen Kommentare zu Rechtschreibung, Grammatik und Satzbau einfließen.

Beim vorbereitenden Vortrag innerhalb der Klasse und der anschließenden Produktion der fertig gestellten Beiträge üben sich die Schüler/innen darin Texte wirkungsvoll darzubieten. Dabei experimentieren sie mit den ihnen verfügbaren sprecherischen Mitteln. Die Gruppen, die Hörszenen verfasst haben, erkennen in diesem Zusammenhang auch die Notwendigkeit von Regieanweisungen für die einzelnen Sprecher.

Die im handlungs- und produktionsorientierten Unterricht zentrale Sozialform der Gruppenarbeit fördert letztlich auch angemessenes soziales Verhalten.

 

7.2. Didaktisch-methodische Vorüberlegungen

7.2.1. Inhaltliche Entscheidungen und didaktische Reduktion

 

Die Gestaltung einer Hörfunksendung ermöglicht den Schüler/innen grundlegende Einblicke in journalistische Arbeit im Allgemeinen und radiophone Möglichkeiten im Speziellen. Die Entscheidung für eine Hörfunksendung entspringt meiner eigenen Faszination für das Medium sowie meiner mehrjährigen Erfahrung als Hörfunkjournalistin. Sie unterliegt aber auch der Annahme, dass sich meine eigene Motivation und meine Fähigkeiten positiv auf den Unterrichtsablauf auswirken.

Eine handlungsorientierte Unterrichtseinheit ist geprägt durch den gemeinsamen Entscheidungsprozess von Schüler/innen und Lehrer/in. Vorgaben von Seiten der Lehrer/in hinsichtlich der Organisation und des Rahmens bleiben jedoch unumgänglich. So ist den Schüler/innen die Form und Struktur vorgegeben. Ihre Hörfunksendung soll ein Magazin mit mindestens 40 Prozent Wortanteil werden. Da die Schüler/innen das Medium Radio bisher hauptsächlich zum Musikhören und weniger als Informationsquelle genutzt haben, sollen sie die für sie neue Form des "Zuhörradios" mit verschiedenen journalistischen Darstellungsformen kennen lernen und anwenden. Bei der anschließenden Aufnahme müssen alle Schüler/innen beteiligt sein. Damit die Schüler/innen sich mit einem Thema intensiver auseinander setzen und sich gegenseitig fachkundige Ratschläge geben können, lege ich fest, dass eine monothematische Sendung entstehen soll. Als motivationsfördernder Aspekt soll eine Veröffentlichung angestrebt werden.

Darüber hinausgehende inhaltliche Entscheidungen sollen in einem Diskussionsprozess mit den Schüler/innen getroffen werden. Darunter fällt die Suche nach einem Thema und das Festlegen der journalistischen Darstellungsformen. Wie in Kapitel 5 ausgeführt, favorisiere ich die Sendeformen Nachricht, Interview, Umfrage und Bericht mit "O-Ton". Die endgültige Entscheidung fällt jedoch erst gemeinsam mit den Schüler/innen. Eine Alternative zu diesem schülerzentrierten Vorgehen wäre, eine journalistische Darstellungsform für alle Gruppen festzulegen. Dies hätte sicherlich eine intensivere Beschäftigung der Schüler/innen mit dieser Sendeform zur Folge, würde aber die Lebendigkeit des Produktes sehr schmälern und ließe weniger Differenzierungsmöglichkeiten zu. Ich werde jedoch die Zahl der Sendeformen auf höchstens vier beschränken, um den notwendigen Anteil der theoretischen Erörterungen in der Unterrichtseinheit nicht zu umfangreich werden zu lassen. Aus demselben Grund möchte ich bei der Einführung in die inhaltliche Struktur und den Aufbau der gewählten Sendeformen nur die Aspekte behandeln, die für den Verfasser/die Verfasserin essentiell sind.

 

Als mögliche Themen der Sendung werde ich Zukunft, Aspekte der Jugendkultur (z.B. Markenklamotten, Stars, Musik, Piercing) und Schule (z.B. Schulstress, Rauchen in der Schule, Gewalt etc.) vorschlagen. Diese halte ich in der Klassenstufe 7 für geeignet, da sie je nach Entwicklungsstand vielfältige Herangehensweisen erlauben. In Bezug auf das Thema Zukunft könnten im Sinne von Zukunftswerkstätten Ideen entwickelt werden, die vielleicht bereits in der Gegenwart umgesetzt werden können. Des Weiteren könnten sich die Schüler/innen dem Thema "Zukunft" in Phantasiereisen ähnlich eines Science Fiction nähern.

Weil der Schwerpunkt auf der Gestaltung einer Hörfunksendung liegen soll, werde ich die Auseinandersetzung mit dem Thema begrenzen müssen, obwohl es beim Thema "Zukunft" nahe läge eine Zukunftswerkstatt durchzuführen. Dies würde jedoch den Rahmen der Einheit sprengen.

7.2.2. Methodische Entscheidungen

 

Die geplante Unterrichtseinheit gliedert sich in vier Sequenzen. Der erste Teil dient der Vorbereitung auf das Gestalten einer Hörfunksendung. Darunter fallen der Umgang mit der Technik sowie die Auseinandersetzung mit Sendeformen im Hörfunk und Besonderheiten des "Schreibens fürs Hören". Obwohl hier die Schüler/innen bereits durch Ausprobieren lernen werden, ist dieser Teil von der methodischen Großform "Lehrgang" geprägt.

Die anderen drei Teile der Unterrichtseinheit sind stärker handlungs- und produktionsorientiert angelegt. Auch hier wechseln Aktion und Reflexion einander ab, doch liegt nun der Schwerpunkt auf der Gestaltung der Hörfunksendung. Während im zweiten Teil "Praktischer Umgang mit Sprache im Radio" die Texte geschrieben und überarbeitet werden, ist der dritte Abschnitt der "Präsentation von Texten" gewidmet. Der vierte Teil ist die "Produktion der Hörfunksendung". Während dieser drei Unterrichtssequenzen hat die Sozialform der Gruppenarbeit eine zentrale Bedeutung.

Die methodische Entscheidung für die Gruppenarbeit erfüllt verschiedene Zwecke. Die Vielzahl der nötigen Arbeitsschritte wäre nur schwer zu leisten, würde jede/r Schüler/in eigene Beiträge schreiben, überarbeiten und produzieren. Deshalb zwingt das Thema "Gestaltung einer Hörfunksendung" zur Arbeit in der Gruppe und zur Kooperation.

Zum anderen ist Gruppenarbeit aus verschiedenen Gründen fruchtbar und sinnvoll:

· bei der Erarbeitung einer Problemstellung. In diesem Fall stehen die Schüler/innen vor der Aufgabe, gemäß den Gestaltungsmerkmalen der jeweils ausgewählten Sendeform den Text für einen Beitrag zu verfassen.

· beim "Entdecken" oder beim verstehenden Nachvollziehen einer Erkenntnis bzw. einer Problemlösung und beim kreativen Gestalten. Die Schüler/innen stoßen vermutlich bei der Handhabung der Aufnahmegeräte oder beim Verfassen der Texte auf Schwierigkeiten, die sie leichter gemeinsam lösen können.

· bei der Übertragung angeeigneter Erkenntnisse oder Fähigkeiten auf neue, strukturanaloge Aufgaben. Das im ersten Teil der Unterrichtseinheit erworbene Wissen über journalistische Darstellungsformen und das "Schreiben fürs Hören" kann in der Gruppenarbeit der folgenden Sequenzen auf das Vorhaben "Gestaltung einer Hörfunksendung" angewandt werden. Zudem können die einzelnen Gruppen ihr Wissen auch bei der Überarbeitung der Texte anderer Gruppen einsetzen.

Die Bildung der Gruppen soll anhand der Themen und der Interessen der Schüler/innen erfolgen. Ich behalte mir jedoch vor, Gruppenbildungen, die mir nicht sinnvoll erscheinen, aufzulösen. Ich werde die Bildung von heterogenen Gruppen fördern, damit leistungsschwächere Schüler/innen von leistungsstärkeren unterstützt werden können.

 

Die dargestellte Unterrichtseinheit entspricht im Wesentlichen den von Gudjons formulierten Bestimmungsmerkmalen des handlungsorientierten Unterrichts:

· Die Aktivierung vieler Sinne ergibt sich bereits aus dem Unterrichtsgegenstand: Radio. Neben der akustischen Dimension spielt außerdem die haptische während der Handhabung der Aufnahmegeräte eine große Rolle. Die visuelle Dimension ist besonders beim "Schreiben fürs Hören" wichtig, weil hier die bildliche Beschreibung der Geschehnisse, Gegenstände oder Personen relevant ist.

· Die Selbstverantwortung und methodische Kompetenz der Schüler/innen wird dadurch geschult, dass sie Einfluss auf den Inhalt der Hörfunksendung nehmen, möglichst selbständig mit Hilfe konkreter Arbeitsaufgaben in Gruppen arbeiten, eventuell (mit)-organisieren, einen Teil Verantwortung übernehmen und an der Ergebnisauswertung sowie Benotung beteiligt werden.

· Die Produktorientierung ergibt sich aus dem Ziel, als Handlungsprodukt eine Hörfunksendung zu erstellen.

· Das kooperative Handeln ist während der Gruppenarbeit gefragt. Dabei lernen die Schüler/innen miteinander zu arbeiten, Konflikte zu lösen und sich durchzusetzen.

· Der Lebensbezug ist dadurch gegeben, dass als außerschulischer Lernort das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin-Zehlendorf dient, die Sendung in einem "richtigen" Studio produziert und in einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt gesendet wird.

7.2.3. Bewertung

 

Da sich die hier besprochene Unterrichtseinheit über mehrere Wochen erstreckt, ist auch die Benotung in die Planung einzubeziehen. Aus schulrechtlichen Gründen ist es nicht möglich, eine in der Gruppe erzielte Leistung als schriftliche Note zu verbuchen. Sie fällt also in den mündlichen Bereich. Hier kann sie jedoch mit einem angemessenen Prozentsatz gewertet werden.

Die Bewertung eines von Gruppenarbeit geprägten handlungsorientierten Unterrichts kann sich schwierig gestalten. Es stellt sich die Frage, ob die gesamte Gruppe bewertet wird oder eine individuelle Benotung im Vordergrund steht und ob die Arbeitsprozesse mitgerechnet oder nur die Produktionsergebnisse benotet werden. In Anlehnung an Haas werde ich sowohl den Arbeitsprozess als auch das Ergebnis zu je 50 Prozent bewerten. Dabei werde ich jedoch großen Wert darauf legen, dass sich die Schüler/innen zunächst anhand eines Kriterienkatalogs selber einschätzen. Da am Ende der Unterrichtseinheit alle Schüler/innen mit allen Texten vertraut sein werden, werden die Mitschüler/innen aufgefordert, die Selbsteinschätzung ihrer Kolleg/innen zu überprüfen. Erst dann werde ich selbst die Bewertung prüfen. Ich halte die selbständige Bewertung als Vorstufe für die Benotung durch die/den Lehrer/in für einen wichtigen Schritt zur Entwicklung von Mitverantwortung der Schüler/innen am Prozessverlauf des Unterrichts. Sie ist auch als wichtiger Teil eines handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts zu verstehen.

 

 

8 Intentionen der Unterrichtseinheit

8.1. Intentionen im kognitiven Bereich

 

Die Schüler/innen sollen

· durch handelnde Auseinandersetzung zu einem kritischeren Umgang mit dem Medium Hörfunk befähigt werden.

· das Gestalten einer Hörfunksendung als Alternative zum Medienkonsum erfahren und nutzen.

· sich Inhalt und Gestaltung von Medienangeboten bewusst machen.

· die Form des Zuhörradios kennen lernen und anwenden.

· durch handelnden Umgang mit journalistischen Darstellungsformen deren Merkmale und Besonderheiten erkennen und anwenden.

· mit der "Textlupe" eine Arbeitstechnik der Textüberarbeitung kennen lernen und sie anhand erarbeiteter Kriterien anwenden.

· die besonderen Merkmale des "Schreibens fürs Hören" verstehen und bei der Gestaltung eigener Texte anwenden.

 

8.2. Intentionen im akustisch-sensorischen Bereich

 

Die Schüler/innen sollen

 

8.3. Intentionen im sensomotorisch-praktischen Bereich

 

Die Schüler/innen sollen

 

8.4. Intentionen im emotionalen Bereich

 

Die Schüler/innen sollen

3. Sequenz: Die Präsentation von Texten (17. – 19. Stunde)

 

 

1 "Lesetext"

1 "Sprechtext"

Plakat

Texte der Sch.

 

OH-Projektor

 

Schüleraktivität

 

Gelenktes Unterrichtsgespräch

 

Gruppenarbeit

L.-Sch.-Gespräch

Sch.-Sch.-Gespräch

Der Einstieg war gut gewählt und wirkte sich motivierend auf den restlichen Stundenverlauf aus. Vor der GA hätte die Zieltransparenz besser sein und der Bezug zur Unterrichtseinheit verdeutlicht werden können.

8

Weiteres Arbeiten mit Textlupe

· Sch. überarbeiten ihre Texte resp. die anderer Gruppen.

· Wer fertig ist, formuliert Fragen an Interviewpartner vom Institut für Zukunftsforschung.

· Einführung in Fragetechnik beim Interview.

 

· lernen erarbeitete Kriterien auf eigene Texte anzuwenden.

· lernen die Sendeform "Interview" kennen und üben sich darin, Fragen zu formulieren.

· lernen mit Frageformen des In-terviews spielerisch umzugehen.

 

Schülertexte

 

 

"Paper"

 

Schülerhefte

Aufnahmegeräte

 

Gruppenarbeit

 

Einzelarbeit

 

 

Frontalunterricht

Gruppenarbeit

Da die Gruppen unterschied-lich schnell Texte überarbeiten, musste ich differenzieren.

Zur Vorbereitung des Gesprächs mit den Zukunftsforschern sollten Sch. Interview simulieren.

Interview

Besuch des Instituts für Zukunftsforschung

       

9

Weitere Einführung in die Fragetechnik des Interviews

· Schüler/innen berichten von der Exkursion.

· Vorspielen eines Ausschnittes aus dem Interview.

· Hörauftrag: Warum antwortet der Interviewpartner so lang?

· Einordnen der Sch.- Fragen in: offen, geschlossen, halboffen.

 

 

· üben sich darin, mündlich über ein Erlebnis zu berichten.

· schulen ihr Hörvermögen, indem sie versuchen, die Frage zu beantworten.

· trainieren ihre Fähigkeit, einzelne Fragen in vorgegebene Kategorien einzuteilen.

 

 

Kassettenrekorder

 

 

 

Arbeitsblatt

 

 

 

 

Schüleraktivität

 

Hörauftrag

 

Gelenktes Unterrichtsgespräch

 

Gruppenarbeit

 

 

Die Schüler/innen berichteten sehr bereitwillig von ihrem Ausflug und ließen ihre Mitschüler/innen am Geschehen nachträglich teilnehmen.

10

Einführung in die Technik des bildhaften Schreibens

· Wahrnehmungsübungen zum Hören und Beobachten.

· Lesen einer Reportage.

· Arbeitsauftrag: An welchen Stellen entsteht "Kino im Kopf"?

· Besprechen der Arbeitsergebnisse.

 

trainieren ihr Wahrnehmungs-vermögen,

· indem sie mit geschlossenen Augen Geräusche um sich herum aufnehmen.

· indem sie alles aufschreiben, was ihnen auffällt, wenn sie aus dem Fenster sehen.

 

 

Arbeitsblatt

 

 

 

Einzelarbeit

 

Gelenktes Unterrichtsgespräch

 

Einzel- oder Partnerarbeit

 

 

Bei diesen Experimenten waren die Schüler/innen hoch motiviert, weil sie an sich selber erkannten, was "Kino im Kopf" bedeutet.

11-14

"Projekttag"

· Schüler/innen arbeiten weiter an ihren Arbeitsaufträgen.

· Präsentation der Ergebnisse.

 

· üben sich im selbständigen Arbeiten.

· üben ihre Kritikfähigkeit durch Feedback an andere Gruppen.

 

Aufnahmegeräte

Schreibblöcke

CD-Player

Kassettenrekorder

· Medienpädagoge Wolfgang Schill berichtet von einem ähnlichen Projekt u. spielt Ausschnitte aus Sendung vor.

· Hörauftrag: Auf Einsatz der Geräusche achten.

· Texte überarbeiten unter den Aspekten Geräusche, "Schreiben fürs Hören" und evtl. Längen.

 

· schulen ihr Hörvermögen, indem sie darauf achten, welche Geräusche eingesetzt wurden.

· vertiefen ihre Fähigkeit des Redigierens.

· üben sich darin Feedback zu geben.

 

Kassettenrekorder

 

Schülertexte

 

 

 

Frontalunterricht

 

 

 

Hörauftrag

 

Gruppenarbeit

 

Insbesondere die "stärkeren" Schüler/innen sind inzwischen in der Lage, Texte sehr detailliert zu bearbeiten. Für die "schwächeren" Sch. hätte ich die Technik des Überarbeitens noch einmal wiederholen müssen.

17

Einführung in Textpräsentation

vgl. Kap. 9.3.2.

     

18/19

Üben der Textpräsentation an eigenen Texten

· Schülertexte werden mit Lesehilfen versehen.

· Üben der Textpräsentation in der Gruppe.

· Vortrag der Ergebnisse.

 

 

· wenden die gelernten Lesehilfen auf ihre Texte an.

· üben sich darin Texte angemessen vorzutragen.

 

 

Schülertexte

 

 

Gruppenarbeit

 

 

 

Präsentation

 

Die Präsentation vor der Klasse erwies sich als sehr lehrreich für die Schüler/innen, da sie miteinander fair aber kritisch umgingen.

4. Sequenz: Die Produktion der Radiosendung (20. – 32. Stunde)

20/21

Aufbau der Sendung/Moderation

· Vorspielen der fiktiven Umfrage.

· Feedback.

· Besprechen des Aufbaus der Sendung.

· Einführung in die Sendeform der Moderation.

· Hören verschiedener Beispiele für die Moderation.

  • Schreiben einer Anmoderation.

 

· üben sich darin angemessen Feedback zu geben

· üben sich darin Verantwortung zu übernehmen.

· lernen stilistische Merkmale der Moderation kennen und wenden sie an.

 

Kassettenrekorder

fiktive Umfrage

Tafel

 

 

 

 

 

Schülerhefte

 

Gelenktes Unterrichtsgespräch

 

 

Frontalunterricht

 

 

 

Partnerarbeit

 

 

 

Die Schüler/innen sind inzwischen so sehr in das Projekt involviert, dass sie selber mitdenken und Ehrgeiz entwickeln, dass auch die Mitschüler/innen gute Ergebnisse erzielen.

22/23

Generalprobe

· Präsentation aller Ergebnisse als Vorbereitung auf die Produktion.

 

· vertiefen ihre Fähigkeit eigene Texte angemessen vorzutragen.

· entwickeln ihre Kritikfähigkeit, indem sie Mitschüler/innen Feedback geben.

 

Kassettenrekorder

Schülertexte

 

Schüleraktivität

Gruppenarbeit

 

Probleme: Einige Gruppen haben ihre neuesten Textversionen nicht dabei, andere haben nicht genug geübt.

24-32

Produktion mit einzelnen Schülergruppen

· An zwei Vormittagen werden jeweils 2-3 Gruppen vom regulären Unterricht befreit und produzieren ihre Beiträge in der Landesbildstelle Berlin.

 

 

· können erworbene Kenntnisse der Textpräsentation anwenden.

· üben sich darin, in der Gruppe konzentriert und unter Zeitdruck zu arbeiten.

 

 

Schülertexte

Mikrofone

Studio mit Mischpult und Bandmaschinen

 

 

Schüleraktivität

Gruppenarbeit

 

 

Die Manuskripte waren z.T. unübersichtlich, da sie bis zum Schluss noch verändert wurden. Die Gruppen waren hoch motiviert.

Besprechen der Benotung und Reflexion der Unterrichtseinheit

32

Besprechen der Benotung

  • üben sich darin, ihre Leistungen selber einzuschätzen.

Notenbögen

Gruppenarbeit

Benotung entstand aus Schülervorschlägen

33

Schlussreflexion

vgl. Kap. 9.5.

     

 

13 Literatur

 

· Baacke, Dieter 1992: Handlungsorientierte Medienpädagogik. S. 33-58 in: Schill, Wolfgang/Tulodziecki, Gerhard/Wagner, Wolf-Rüdiger (Hg.): Medienpä-dagogisches Handeln in der Schule. Opladen

· Barth, Susanne 1999: Medien im Deutschunterricht. S. 11-19 in: Praxis Deutsch, Heft 153

· Baurmann, Jürgen 1996: Schreiben in der Sekundarstufe I. Eine Standortbestimmung. S. 6-10 in: Praxis Schule 5-10, Heft 6

· Baurmann, Jürgen/Ludwig, Otto 1996: Schreiben: Texte und Formulierungen überarbeiten. S. 13-19 in: Praxis Deutsch, Heft 137

· Böttcher, Ingrid/Wagner, Monika 1993: Bewegt getanzt und kreativ geschrieben. S. 28-35 in: Praxis Deutsch, Heft 119

· Bobsin, Julia 1996: Textlupe: Neue Sicht aufs Schreiben. S. 45-49 in: Praxis Deutsch, Heft 137

· Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung 1995: Medienerziehung in der Schule. Orientierungsrahmen. Heft 44 der Materialien für Bildungsplanung und Forschungsförderung. Bonn

· Dietze, Lena/Bernius, Volker 1998: Radio Praxis. Audio Visuell 12, Frankfurt/M

· Gerhards, Maria/Klingler, Walter/Milde, Jutta 1998: Jugendmedium Radio. S. 570-577; Zusammenfassung. S. 580 in: Media Perspektiven, Heft 11

· Gudjons, Herbert 1998: Didaktik zum Anfassen. Bad Heilbrunn/OBB

· Haas, Gerhard 1997: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht. Seelze-Velber

· Haas, Gerhard/Menzel, Wolfgang/Spinner, Kaspar H. 1994: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht. S. 17-25 in: Praxis Deutsch, Heft 123

· Haas, Gerhard 1999: In der Schule Leistungen bewerten, ohne pädagogische Prinzipien außer Kraft zu setzen. Bewerten und Benoten im Offenen Unterricht. S. 10-19 in: Praxis Deutsch, Heft 155

· Fritzsche, Joachim 1989: Schreibwerkstatt. Aufgaben, Übungen, Spiele. Stuttgart

· Klafki, Wolfgang/Meier, Ernst/Weber, Alexander (Hg.) 1981: Gruppenarbeit im Grundschulunterricht. Paderborn

· Klingler, Walter/Schaak, Jens 1998: Hörfunk behauptet starke Position. S. 559-569; Zusammenfassung. S. 579-580 in: Media Perspektiven, Heft 11

· Meyer, Hilbert 1987: Unterrichtsmethoden I: Theorieband. Frankfurt/M

· Pöttinger, Ida 1997: Lernziel Medienkompetenz. Theoretische Grundlagen und praktische Evaluation anhand eines Hörspielprojektes. München

· Poss, Alf 1963: Zur Dramaturgie des Hörspiels. Diplomarbeit. Hochschule für Gestaltung Ulm; Abt. Information. Ulm

· Vorläufiger Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule für das Fach Deutsch in der 7. Klasse 1991. Berlin

· Ruprecht, Hans/Schneider, W./Mörking, R. 1965: Lehren und Lernen mit Tonband. München

· Tulodziecki, Gerhard 1992: Medienerziehung in Schule und Unterricht. Bad Heilbrunn/OBB

· Unger, Karl 1992: Darstellungsformen im Hörfunk. S. 91-139 in: Clobes, Günther/Paukens, Hans/Wachtel, Karl (Hg.): Bürgerradio und Lokalfunk. Ein Handbuch. München

· von La Roche, Walther/Buchholz, Axel (Hg.) 1980: Radio-Journalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis im Hörfunk. München

· Wachtel, Stefan 1997: Schreiben für’s Hören. Konstanz

· Wermke, Jutta 1997: Integrierte Medienerziehung im Fachunterricht. Schwerpunkt: Deutsch. München

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich versichere, dass ich die vorliegende Prüfungsarbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe.