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Aufgabe und Problem
Einführung in das Thema »Werte-Erziehung«
Nie wird der Seefahrer
den Polarstern erreichen.
Aber immer braucht er ihn, um die Richtung zu halten.
Einem solchen Seefahrer gleicht auch der Erzieher.
Hans AEBLI
Übersicht
1.0 Die Aufgabe
2.0 Das Problemfeld
3.0 Die Grund legende" Frage:
Woher stammen die Maßstäbe?
3.1 Das Problem
3.2 Die religiöse
Position
3.3 Die ontologische
Position
3.4 Die pragmatische
Position
3.5 Die aufgeklärte
Position
3.6 Der aktuelle
Diskussionsstand
3.7 Ja zu Fundamenten - nein zum
Fundamentalismus
4.0 Folgerungen für erzieherisches Handeln
5.0 Anhang
5.1 Umwertung aller
Werte
5.2 Zitate HABERMAS
6.0 Literaturnachweise
1.0 Die Aufgabe
Jürgen MITTELSTRASZ hat
letzthin (2002) auf den - bekannten - Unterschied zwischen Verfügungswissen und
Orientierungswissen hingewiesen. Er beschreibt ihn wie folgt; die Ergänzungen
folgen Hans MOHR (1989 a, S. 200, sowie 1989 b, S. 127):
- Verfügungswissen ist die
Kenntnis von Ursachen, Wirkungen und Mitteln.
Es ist positiv und gibt Antwort auf die Frage:
Wie kann ich etwas, das ich tun will, erfolgreich ausführen?.
Verfügungswissen bedeutet Macht.
- Orientierungswissen
handelt von Zwecken und Zielen.
Es ist regulativ und gibt Antwort auf die Fragen:
Was soll ich tun? Was darf ich, darf ich nicht, darf ich nicht mehr tun?
Orientierungswissen bedeutet Sittlichkeit.
Mit dem Orientierungswissen stehe es
heute nicht zum besten, weil sich Verfügungswissen und Orientierungswissen
auseinanderentwickelt hätten. Die Wissenschaft habe das Orientierungswissen aus dem Auge
verloren, und die Gesellschaft häufig auch. Orientierungsschwächen seien die Folge und
würden allgemein als Werteverfall erlebt.
Werte-Erziehung ist deshalb eine Aufgabe, die der Schule auf
allen Ebenen der öffentlichen Diskussion eindringlich aufgetragen und überantwortet
wird. Belege brauchen hier nicht vorgelegt zu werden. Erinnert sei jedoch an die
Einführung des Faches Lebenskunde-Ethik-Religionskunde (LER) in Brandenburg und die
dadurch ausgelöste Kontroverse um die Stellung des Religionsunterrichts, ferner an die
- jetzt wieder aktuellen - Berliner Überlegungen, Religionsunterricht zum ordentlichen Lehrfach gemäß Art. 7 Abs.
3 GG zu machen oder die bisherige Regelung beizubehalten, aber das Fach Ethik/Philosophie
für alle Schüler verbindlich einzuführen.
Ohne Zweifel muss sich die Schule dieser Aufgabe aus den
verschiedensten Gründen stellen. Neben Sachwissen und Methodenbeherrschung muss sie vor
allem auch Orientierungswissen vermitteln. In den Bausteinen dieses thematischen Bereiches
werden unterschiedliche Materialien und Informationen vorgestellt, für die gleichfalls
gilt, was in der Einführung in die Themengruppe betont wird - Anregung für eigenes
Nachdenken zu sein.
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2.0 Das
Problemfeld
Werte-Erziehung vollzog sich in der
Vergangenheit gleichsam von selbst. Sie war ein selbstverständlicher Teil dessen, was
allgemein als Sozialisation bezeichnet wird, und beruhte ganz wesentlich auf dem Herkommen
in Familie, Stand, Kirche, Gesellschaft. Das gewährleistete Verhaltenssicherheit, doch
band es die Menschen so stark, dass diese Sicherheit als Knebelung empfunden wurde.
Aufklärung und Revolution, Freiheitsbewegung und Emanzipation halfen die Fesseln
abzustreifen.
In unsere Zeit erleben wir eine nicht gewollte, jedoch
dialektisch unausweichliche Gegenwirkung dieses Prozesses. Freiheit kann zur Strapaze
werden. Wenn alles möglich ist, ist nichts mehr selbstverständlich. Die Vielzahl
unterschiedlicher Wertvorstellungen hat die Menschen von dem Ausschließlichkeitsanspruch
in früheren Zeiten befreit. Sie lässt jedoch einerseits notwendige Grenzen verschwimmen
und löst andererseits Konflikte aus, die aus der Konkurrenz gegensätzlicher
Wertvorstellungen resultieren. Diese Konflikte tragen sich nicht nur zwischen
verschiedenen Individuen - interpersonal - zu, sondern auch innerhalb des
einzelnen Individuums - intrapersonal.
Für die Erziehung folgt
daraus ein Dilemma.
Ihr werden Leistungen abverlangt, die - wenn überhaupt - nur
schwer miteinander zu vereinbaren sind. Sie soll für alle Wertepluralismus gewährleisten
und zugleich dem Individuum zu einer sicheren, also konfliktfreien Wertorientierung
verhelfen. Die rechtlichen Aspekte dieser Aufgabe werden auf den Webseiten Die Bindung des Schulwesens durch das
Grundgesetz" sowie Die
Neutralitätspflicht des Staates" erörtert.
Damit es keine Missverständnisse gibt, eine
Klarstellung und zugleich Bitte.
Die vorstehenden Ausführungen dürfen weder als nostalgische Kulturkritik noch als
pessimistische Ablehnung freiheitlich-pluralistischen Denkens und Handelns verstanden
werden. Ehe wir Lehrer jedoch unsere Aufgabe erfolgreich angehen können, müssen wir die
Rahmenbedingungen zur Kenntnis nehmen, unter denen wir sie zu erfüllen haben.
Dass wir dabei nicht unversehens hinter ein
Reflexionsniveau zurückfallen dürfen, das wissenschaftsgeschichtlich schon einmal
erreicht worden ist, hat jüngst Clemens ALBRECHT (2001 S. 880) in einer
Auswertung des sog. Werturteilsstreites" in den Sozialwissenschaften eindringlich
geltend gemacht.
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3.0 Die
Grund legende" Frage: Woher stammen die Maßstäbe?
3.1 Das Problem
Woher nehmen wir die Parameter unseres
Tuns und Lassens? Woher stammen sie? Gibt es einen transzendenten - vom Menschen
unabhängigen, über ihn hinausweisenden - Urgrund des Guten? Stammt er von Gott oder wird
er in der Natur vorgefunden? Gibt es ewige, universell gültige Normen? Sind die
Kategorien der Ethik und der Moral gesellschaftliche Setzungen oder Konventionen
(Verabredungen)? Diese Fragen sind uralt, zugleich unmittelbar aktuell und weiterhin
strittig. Antworten, sofern sie dogmatisch sind, können nicht überzeugen.
Hier einen Streifzug durch die Geschichte der Ethik zu
unternehmen wäre vermessen. Die skizzierende Nennung zentraler Positionen scheint jedoch
nützlich, entlastet die folgenden Bausteine und schützt vor Missverständnissen.
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3.2 Die
religiöse Position
In allen Hochreligionen geben die
Gebote Gottes zugleich die Normen der Ethik vor. Sie gelten unbedingt und sind
menschlicher Disposition entzogen. In unserem Kulturkreis kann der Hinweis auf den Dekalog
die Zehn Gebote genügen. MOSES hat sie von Gott empfangen und den Menschen auf
zwei Tafeln überbracht (2. Moses 20, 1 - 17; 5. Moses 5, 6 - 21.
Das Summum Bonum, das höchste Gut der Ethik des THOMAS
VON AQUIN, verkörpert sich in Gott.
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3.3 Die
ontologische Position
Am unbedingtesten hat sie PLATON, an
PARMENIDES anknüpfend, vertreten. Die alten Gewissheiten waren von der
Aufklärung" der Sophisten in Frage gestellt worden. Krieg und Bürgerkrieg
führten zum Verlust elementarer Gesittung. Die Menschen erlebten das als Verfall der
hergebrachten Werte - der ungeschriebenen Gesetze".
In dieser Situation einer Umwertung
aller Werte" wollte PLATON wieder eine feste Grundlage für sittliches
Handeln gewinnen. Deshalb ist das Urbild des Guten - die Idee des Guten" für
ihn eine ontologische Größe von absoluter Gültigkeit. Er hat jedoch nicht erklären
können, worin sie materiell bestehe. Deshalb bleibt seine Ethik zwangsläufig reine Form.
Dass jedoch die Ideenlehre PLATONs nicht lediglich historisch bedeutsam ist, sondern ihr
Grundgedanke auch als weiterhin aktuell angesehen werden kann, hat Wolfgang STEGMÜLLER
aufgezeigt.
Auch Max SCHELER (1916) nimmt die Existenz eines
Wertereiches an, das von menschlichem Wollen und Entscheiden unabhängig ist. Die
Objektivität des Sittlichen könne es nur unter dieser Voraussetzung geben.
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3.4 Die
pragmatische Position
ARISTOTELES,
PLATONs großer Schüler, vertritt eine pragmatische Auffassung. In der Einleitung zu
seiner Nikomachischen Ethik konstatiert er (1,1 1094 b 15), das sittlich Gute und das
Gerechte seien strittig und unbeständig. Vor ihm hatte schon PLATON den Sophisten
Protagoras zitiert: So schillert das Gute und nimmt immer wieder andere Gestalt
an." Diesen Werte-Relativismus hatte PLATON transzendierend zu überwinden versucht.
Bei allem Respekt vor seinem großen Lehrer distanziert sich
ARISTOTELES (NE 1,4 1096 a 11 f.) von dessen mit aller Überzeugungskraft vertretenen
Kerngedanken. Im Gegensatz zu PLATON fragt er nicht nach dem Guten an sich, sondern nach
dem Guten, das sich in tätiger Bewährung verwirklichen lässt. Das Normenproblem löst
er (NE 3, 6 1113 a 15 - b 2) mittels einer dialektischen Formel, die Günther BIEN
(1985, S. XXXII) wie folgt wiedergibt:
Gut ist das, was dem Guten als gut
erscheint:
und: gut ist der, dem das an sich Gute als gut erscheint,
oder zusammengefasst:
der Gute ist Maß für das Gute."
Zentrales Argument ist der von
ARISTOTELES vielfältig durchgearbeitete Gedanke, dass nichts an und für sich gut sei,
sondern immer nur in einem spezifischen Handlungszusammenhang. Er greift also den
Werte-Relativismus der Sophisten auf, reinigt ihn jedoch von deren zynischen Folgerungen.
Dazu entwickelt er pragmatische Gedanken, die ein prinzipiengeleitetes und
verantwortliches Leben möglich machen.
Altbundeskanzler Helmut SCHMIDT
hat das Normenproblem seinerzeit im Sinne ARISTOTELES auf den Punkt gebracht:
Ich brauche keine
Weltanschauung - ich habe Prinzipien."
Vertiefungen und Anwendungen der Position
ARISTOTELES finden Sie auf der Webseite Werte,
Gegen-Werte, Un-Werte". In der Didaktik der politischen Weltkunde findet
sich eine weitere Anwendung. Wolfgang NIEKE (1995, S. 247 - 251) vertritt das Prinzip
der situativen Geltung von Normen". Es dient dazu, doktrinäre Einseitigkeit zu
vermeiden, kann jedoch nicht für prinzipienlose Beliebigkeit in Anspruch genommen werden.
Im Gegenteil: So hat Julian NIDA-RÜMELIN jüngst (8. 11. 2001)
die Überzeugung vorgetragen, aus den in vielerlei Hinsicht unterschiedlichen
moralischen Überzeugungen der Menschen lasse sich ein gemeinsamer Kern gewinnen.
Daraus ergeben sich minimale, aber allgemeingültige normative Prinzipien. Vertiefungen
zu dieser Position finden sie auf der Webseite Toleranz
- Kardinaltugend der Demokratie".
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3.5 Die
Position der Aufklärung
Zu den großen Leistungen der Aufklärung
gehört, dass sie - anknüpfend an entsprechende Positionen der antiken und der
christlichen Philosophie - die Geltung des Naturrechts durchgesetzt hat. Amerikanische
Unabhängigkeitserklärung von 1776, Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789,
UNO-Deklaration der Menschenrechte von 1948, Grundrechtskatalog des Grundgesetzes von 1949
haben hier ihre Ursprünge. Freiheit und Menschenwürde haben im Naturrecht ihre
geistesgeschichtlichen Wurzeln ebenso wie der Gedanke, dass den Menschenrechten
universelle Geltung zukomme. Mithin sind ebenso zentrale wie selbstverständliche
Wertvorstellungen unserer Zeit im Naturrecht verankert.
Für die Darstellungsabsicht dieses Bausteins hat Immanuel
KANT zentrale Bedeutung. Im Rahmen seiner Transzendentalphilosophie kommt er zu
Einsichten, die sich am besten im Anschluss an Otto SPECK (1991) wiedergeben lassen:
Der moralische Akt
besteht darin, daß der Mensch als vernünftiges Wesen dazu berufen ist, keinem Gesetz zu
gehorchen als dem, das er zugleich selbst gibt. Ein solches Gesetz muß jedoch so
beschaffen sein, daß es zugleich als allgemeines Gesetz zu gelten hat."
Diese Position spricht für sich. Ihre
Begründung und weitere Vertiefungen finden Sie auf den Webseiten Immanuel
KANT - Die pädagogische Theorie" sowie
Der Kategorische Imperativ". Eine
Würdigung, die Jürgen HABERMAS (mehr dazu im nächsten Abschnitt)
jüngst vorgetragen hat, finden Sie hier.
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3.6 Der
aktuelle Diskussionsstand
Soweit der Verfasser den aktuellen Stand
der Diskussion zutreffend beurteilen kann, hat sich die Fachphilosophie von metaphysischen
Begründungen der Ethik getrennt. So konstatiert Sibylle TÖNNIES (1996), das
Wertesystem des rationalen Naturrechts, auf dem das Grundgesetz der Bundesrepublik
Deutschland beruht, werde in Frage gestellt. Die nachmetaphysischen Philosophien hätten
jeden Gedanken an universale Maximen verabschiedet. Und Konrad LÖW (1997) wirft
sogar die Frage auf, ob sich das Bundesverfassungsgericht überhaupt noch an das
Sittengesetz" gebunden fühle.
Doch gibt es auch gegenläufige Tendenzen. So hat der Professor
für Philosophie Karol WOITYLA, besser bekannt als Papst JOHANNES PAUL II., 1998 in
seiner Enzyklika
Fides et Ratio" - Glaube und Vernunft"
versucht, Gläubigkeit und Rationalität miteinander zu versöhnen. Das wurde in der
interessierten Öffentlichkeit nicht ohne Respekt, aber mit skeptischer Ablehnung zur
Kenntnis genommen.
Desto bemerkenswerter ist vor diesem Hintergrund die Position,
die Jürgen HABERMAS nunmehr bezogen hat. Seine Dankesrede, die er jüngst
anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels hielt, hat
den Titel Glaube und Wissen".
Aber am 11.
September
ist die Spannung zwischen säkularer Gesellschaft und Religion
auf ganz andere Weise explodiert."
Unter diesem Eindruck entwickelt HABERMAS
Einsichten, die nach seinen früheren Auffassungen zur Werteproblematik, Werte
würden im Diskurs gefunden, aufhorchen lassen. Eine Passage sei hier
exemplarisch zitiert; weitere Zitate finden Sie hier:
Gewiss, auch das egalitäre
Vernunftrecht hat religiöse Wurzeln - Wurzeln in jener Revolutionierung der Denkungsart,
die mit dem Aufstieg der großen Weltreligionen zusammenfällt. Aber diese
vernunftrechtliche Legitimation von Recht und Politik speist sich aus längst profanierten
Quellen der religiösen Überlieferung."
Auch der Naturwissenschaftler Wolf
SINGER, einer der führenden deutschen Gehirnforscher, hat letzthin (FAZ Nr. 156 vom
8. Juli 2001) betont, dass
wir nach wie vor metaphysische
Deutungen benötigen, um den Raum auszufüllen, der jenseits der Grenzen des Wißbaren
vermutet wird. Je abstrakter die Beschreibungen des Erklärten werden, desto abstrakter
müssen auch die metaphysischen Deutungsversuche sein, die sich dessen annehmen, was
jenseits des Erklärbaren liegt. [...] Die Dynamik des wissenschaftlichen Fortschritts hat
uns zuwenig Zeit gelassen, den gestiegenen Anforderungen an metaphysische Deutungssysteme
nachzukommen."
Eine weitere Position ist hier zu nennen,
weil sie auf den Kern der erzieherischen Aufgabe verweist. Hans JONAS (1989) macht
die Verantwortung zur zentralen Kategorie des Handelns.
Die radikalste Auffassung vertritt der
Philosoph Peter SINGER. In einem Interview hat er sie jüngst (Der
Spiegel Nr. 48 vom 26. November 2001) mit nicht zu überbietender Klarheit vertreten:
Ich glaube nicht daran, dass uns
ein Gott moralische Gesetze auf Steintafeln überreicht hat. Wir müssen uns schon auf uns
selbst verlassen und auf die Vernunft setzen, um einen möglichst konsistenten Standpunkt
zu entwickeln."
Julian NIDA-RÜMELIN hat
jüngst einen ähnlichen Standpunkt vertreten (Tagesspiegel vom 22. Januar 2002):
Bindende Normen müssen säkular
begründet werden. Die je persönliche metaphysisch-weltanschauliche Orientierung ist
wichtig für die Lebensform, auch für die jeweilige Interpretation der allgemeinen
Normen. Die Begründung allgemeiner verbindlicher Normen kann jedoch nicht darauf
rekurrieren. Ethik ist nicht eine Disziplin, die tiefer gehende weltanschauliche und
religiöse Begründungen durch eine quasi-wissenschaftlich begründete Moral
ersetzt."
Aufmerksamkeit verdient der Versuch von Anton
LEIST (2000). Er unternimmt in seinem Buch
Die gute Handlung - Einführung in die Ethik"
einen bemerkenswerten Versuch, im Anschluss an KANT den Archimedischen Punkt der
Ethik zu
finden - also die hier erörterte Problematik des Maßstabes zu lösen.
Ein Urteil über die verschiedenen
Positionen sowie der Entwurf erfolgversprechender erzieherischer Handlungskonzepte
sind an Bedingungen gebunden, die oft nicht gesehen werden oder im Sinne eines bestimmtem
Erkenntnisinteresses behauptet werden:
Was sind die natürlichen Voraussetzungen
unseres Erkennens,
Urteilens und Handelns?
Die neurobiologische Grundlagenforschung stellt inzwischen Erkenntnisse bereit, ohne deren
Beachtung realitätsgerechte Urteile, Entscheidungen und Handlungen zum Thema
Werte-Erziehung nicht mehr möglich sind. Eine exemplarische Zusammenfassung finden Sie in
den Arbeiten von
Gerhard ROTH (1996/200 und vor allem 2001).
Zusammenfassend lässt sich
sagen:
Angenommen, es gäbe keine den Menschen - wie immer - vorgegebenen Gesetze der Ethik. Dann
müssten sich die Menschen durch ethische Reflexion selbst Grenzen setzen. Demnach
bestünde das Problem der Ethik - wie Jürgen MITTELSTRAZS letzthin (Frankfurter
Allgemeine Zeitung Nr. 26 vom 31. Januar 2002) betont hat - in freiwilliger
Selbstbegrenzung und gerade nicht im Überschreiten und Sprengen von Grenzen, wie
es in Vergangenheit und Gegenwart immer wieder gefordert und - vermeintlich
- legitimiert worden ist.
3.7 Ja zu
Fundamenten - nein zum Fundamentalismus
Womöglich sind wir Menschen mit den
Konsequenzen aus SINGERs Überlegungen überfordert - vor allem
dann, wenn man das Wort konsistent" betont und bis zum Ende
denkt. Von DOSTOJEWSKI stammt der tiefernste Ausspruch:
Wenn es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt."
Und kein geringerer als Friedrich
Nietzsche stellt fest, es sei eine Naivetät (sic),
als ob Moral übrig bliebe, wenn der sanktionierende Gott fehlt."
In diesen Zitaten bildet sich ein Bedürfnis ab, das in allen
Kulturen der Welt zu beobachten ist und nach der festen Überzeugung des Verfassers in die
frühesten Zeiten des Menschengeschlechts zurückreicht - dass es einen
unveränderlichen Urgrund unserer Existenz, ein dauerndes Fundament unseres Tuns und
Lassens gebe.
Man mag - wie Julian NIDA-RÜMELIN (a.O.) - den
Gedanken für eine Illusion halten, dass es möglich sei, jenseits unserer
Überzeugungssysteme einen festen Grund zu finden". Doch erweisen sich auch
Illusionen als Realitäten, wenn man ihre Konsequenzen berücksichtigt. Vielleicht lässt
sich ihre Entstehung durch folgende Überlegung plausibel machen.
Die Ethnien in der Frühzeit der Menschheit lebten völlig auf
sich selbst bezogen. Sie wussten nichts voneinander, und wenn sie einander begegneten,
konnten sie einander aus dem Wege gehen. Unter diesen Voraussetzungen entstanden in den
einzelnen Kulturen Religionen, die sich in Vielem widersprechen, aber eine jede glaubt im
Besitze unumstößlich gültiger Wahrheit zu sein.
Seit der frühen Antike und bis in unsere Gegenwart müssen
Menschen zur Kenntnis nehmen, dass es auch ganz andere
absolute" Wahrheiten gibt als die,
von der man selbst zutiefst überzeugt ist. Zu den sozialpsychologischen Hypotheken der
Spezies Mensch scheint zu gehören, in der Existenz anderer Wahrheit als der eigenen eine
so ernste Gefahr für das eigene Selbstverständnis zu sehen, dass sie nur durch
Vernichtung der anderen Wahrheit abgewendet werden kann. So haben das bedingungslose
Bestehen auf unveränderlicher Wahrheit und der Anspruch auf deren globale Gültigkeit
unendliches Leid über die Menschen gebracht. Darin besteht die Gefahr, die von einem
starren und eindimensionalen Wahrheitsbegriff, dem Fundamentalismus"
(vgl. zu Begriff und Sache JÄGGI - KRIEGER, 1991), ausgeht.
Dennoch sollte es möglich sein, die Existenz anderer Wahrheit
anzuerkennen, ohne darin eine Einbuße für die eigene Wahrheit, deren
Relativierung" zu sehen. Das ist die Aufgabe, die uns mit der Forderung nach Toleranz"
gestellt ist. Vertiefungen dazu finden Sie auf der Webseite Tugenden
oder Werte? V. Toleranz - Kardinaltugend der Demokratie".
Allerdings stimmt es sehr nachdenklich,
dass DOSTOJEWSKIs noblem Wort die äußerste Blasphemie gegenübersteht. Die
Berufung auf Gott und seine Gebote schließt offenkundige Verbrechen keineswegs aus,
sondern meint sie vielmehr sogar legitimieren zu können.
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4.0 Folgerungen
für erzieherisches Handeln
Aus der vorstehenden
Übersicht lassen sich Folgerungen für erzieherisches Handeln ableiten.
Zunächst eine grundsätzliche Aussage.
Der Verfasser der Bausteine neigt aus Gründen denkerischer Konsequenz dazu, mit PLATON
einen transzendentalen Urgrund der ethischen Prinzipien anzunehmen. Dennoch gibt er
ARISTOTELES' Position den Vorzug, weil sie den Ausschließlichkeitsanspruch ewiger
Wahrheit" aufgibt. Dessen pragmatische, aber keineswegs prinzipienlose
Einsichten eröffnen vielfältige Handlungsmöglichkeiten, ohne zum Freibrief für
Beliebigkeit zu werden.
Das hier erörterte Problem müssen und können also wir Lehrer
den Philosophen überlassen. Eine Richtschnur unserer Arbeit dürften wir vor allem bei KANT
und JONAS finden. Hier kann der Hinweis darauf genügen, dass Einsicht,
Urteilsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein des Menschen im Mittelpunkt
erzieherischer Aufgaben stehen. Seine persönlichen Auffassungen hierzu stellt der
Verfasser der Bausteine auf der Webseite Sechzehn
Thesen zur Orientierung erzieherischen Handelns" zur Diskussion.
Womöglich ist das alles zu anspruchsvoll, wenn es um die
alltägliche Arbeit in der Problem- und konfliktbelasteten Wirklichkeit unserer Schulen
geht. Dann können die Einsichten weiterhelfen, die Karl Otto HONDRICH letzthin
(FAZ Nr. 238 vom 13. Oktober 2001) aus soziologischer Sicht dargelegt hat. Er sieht
... Prozesse und
Gesetzmäßigkeiten des Zusammenlebens, denen sich niemand entziehen kann:
o Das Gesetz der Gegenseitigkeit (Wie du mir, so ich dir),
o das Gesetz der Präferenz für das Eigene,
o das Gesetz der Unantastbarkeit des Heiligsten (Tabu) ..."
Gesetze dieser Art seien vor
aller Ethik und vor aller Philosophie gültig. Sie mögen kulturell
unterschiedlich ausgeprägt und eingegrenzt sein, doch würden sie überall verstanden.
Denn sie bezögen sich nicht auf Individuen, sondern auf Beziehungen. Der Mensch sei ein
soziales Wesen und bleibe es. Immer gehe die Gesellschaft den Individuen voraus.
Die Macht
elementarer sozialer Prozesse ... sei auch die stärkste treibende und begrenzende
Konstante - stärker als alle individuellen Intentionen, als Politik,
Pädagogik,
Wissenschaft, Technik, ja stärker als die Gene."
An dieser Stelle braucht nicht betont zu
werden, dass die vorgestellten Sachverhalte und Überlegungen nicht gleichsam
pur" unterrichtet werden können, sondern in ein jeweils altersgemäßes
didaktisches Konzept eingebettet werden müssen.
Wie Fragen der Ethik im Unterricht behandelt werden können, dafür
gibt Hans AEBLI (1997, S. 102 ff.) einfühlsame
Hinweise. Die Schlusspassage (S. 110 f.) sei zitiert:
Die Betrachtung der antiken und der
modernen Tugenden ist für den Erzieher kein Luxus, auch wenn sich daraus keine handfesten
Schlußfolgerungen ergeben. Wenn wir ein Leben lang in der Schulstube stehen und die
schwierige Aufgabe des Erziehens jeden Tag aufnehmen und uns darin bewähren
müssen, so brauchen wir dazu Richtpunkte, die im Unendlichen liegen. [ ...]
Wenn es uns auch immer wieder mißlingt, den großen Ideen der
Ethik gerecht zu werden, und wir immer wieder feststellen, daß wir weit von ihrer
Realisierung entfernt sind, so bleiben sie doch notwendig und hilfreich. Der
Seefahrer erreicht den Polarstern auch nicht. Aber er braucht ihn, um die Richtung zu
halten. Einem solchen Seefahrer gleicht auch der Erzieher."
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5.0 Anhang
5.1 Umwertung
aller Werte
Friedrich NIETZSCHE hat diese
berühmte Formel in den Sprachschatz eingeführt. Das Vorbild dafür sich findet bei dem
griechischern Historiker THUKYDIDES; dessen Darstellung NIETZSCHE als Professor
für Klassische Philologie natürlich kannte. In seiner Darstellung des Peloponnesischen
Krieges beschreibt er (3, 82, 4 f.) die Verwilderung des Denkens und Handelns wie folgt:
Die bislang gültigen Bezeichnungen
für Verhaltensweisen vertauschten sie nach Belieben. Wagemut ohne Sinn und Verstand galt
jetzt als solidarische Tapferkeit, aber vorausdenkendes Zögern als raffiniert kaschierte
Feigheit, Beachtung der sittlichen Normen als Vorwand für unmännliche Haltung,
verständiges Verhalten bei jedem Vorhaben als schlappe Unfähigkeit zur Tat. Heftige
Emotionalität wurde der Mannesart zugerechnet, aber umsichtiges Weiterberaten galt als
wohlklingende Verschleierung des Verrats. Und wer plump agitierte, galt immer als
glaubwürdig, wer ihm widersprach, als verdächtig. Hatte einer mit Tücke Erfolg, schien
er klug, schöpfte einer Verdacht, galt er erst recht als scharfsinniger Analytiker. Wer
sich aber vorsah, um damit nichts zu tun zu haben, war ein Zersetzer der Solidarität und
galt als Angsthase gegenüber den Gegnern. Kurzum, wer mit einer schlimmen Tat dem
zuvorkam, der sie nur erst plante, wurde gelobt, ebenso auch, wer einen anstiftete, der
von sich aus noch keine im Sinn hatte. [...]
Lieber lassen sich die Menschen als Verbrecher bezeichnen, doch intelligent, denn als
schwachsinnig, wenn auch anständig."
In NIETZSCHEs Werk findet sich der
Begriff Umwertung" an zwei Stellen. In Jenseits von Gut und Böse",
Drittes Hauptstück Das religiöse Wesen", Aphorismus 46, schreibt er in einer
ätzenden Analyse des christlichen Glaubens:
Die modernen Menschen mit ihrer
Abstumpfung gegen alle christliche Nomenklatur fühlen das Schauerlich-Superlativische
nicht mehr nach, das für einen antiken Geschmack in der Paradoxie der Formel >Gott am
Kreuze< lag. Es hat bisher niemals und nirgendwo eine gleiche Kühnheit im Umkehren,
etwas gleich Furchtbares, Fragendes und Fragwürdiges gegeben wie diese Formel: sie
verhieß eine Umkehrung aller antiken Werte."
Das Buch Der Antichrist. Fluch auf
das Christentum" war ursprünglich als Erstes Buch der Umwertung aller
Werte" gedacht, eines Werkes, das nicht mehr ausgeführt wurde. Das Manuskript des
vorliegenden Textes war im September 1888 fertiggestellt worden, wurde aber erst 1894
gedruckt. Im Januar 1890 brach NIETZSCHE in Turin zusammen und fiel in geistige
Umnachtung.
Der Antichrist" - ein Text,
der von einer furiosen Invektive zur nächsten stürmt - gipfelt in den Worten:
Und man rechnet die Zeit nach dem dies
nefastus (d.i. der Unglückstag; der Verf.) mit dem dies Verhängnis anhob - nach dem ersten
Tag des Christentums! Warum nicht lieber nach seinem letzten? - Nach heute? - Umwertung
aller Werte!
Bemerkenswert, dass Theodor FONTANE
in seinen 1897 abgeschlossenen Roman Der Stechlin" einen Reflex seiner
Beschäftigung mit NIETZSCHE eingearbeitet hat. Dort lässt er Woldemar von Stechlin im
Gespräch über einen Vorfall in einer Abendgesellschaft berichten:
Ach, es handelte sich um das, was
uns allen, wie du dir denken kannst, das Teuerste ist, um den »Wortlaut« (sc. der
Bibel). Und denke dir, unser Fix war dagegen. Er mußte wohl denselben Tag was gelesen
haben, was ihn abtrünnig gemacht hatte. Personen wie Fix sind sehr bestimmbar. Und kurz
und gut, er sagte: das mit dem Wortlaut ginge nicht länger mehr, die »Werte« wären
jetzt anders, und weil die Werte nicht mehr dieselben wären, müßten auch die Worte sich
danach richten und müßten gemodelt werden."
(Der Stechlin, hrsg. von Klaus-Peter MÖLLER, Berlin 2001, S. 113 f.)
FONTANE hat sich in den neunziger Jahren
mit NIETZSCHE beschäftigt. In einem Brief an Karl ZÖLLNER schreibt er am 31. August
1895:
Das Wort von einer immer
nothwendiger werdenden Umwerthung aller unserer Vorstellungen, ist das
Bedeutendste was Nietzsche ausgesprochen hat."
(zitiert nach MÖLLER, o.a. S. 585 f., Anm. zu S. 114)
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5.2 Zitate
HABERMAS
Die Kehrseite der Religionsfreiheit
ist tatsächlich eine Pazifizierung des weltanschaulichen Pluralismus, der ungleiche
Folgelasten hatte. Bisher mutet ja der liberale Staat nur den Gläubigen unter seinen
Bürgern zu ihre Identität gleichsam in öffentliche und private Anteile aufzuspalten.
Sie sind es, die ihre religiösen Überzeugungen in eine säkulare Sprache übersetzen
müssen, bevor ihre Argumente Aussicht haben, die Zustimmung von Mehrheiten zu finden.
[...]
Die Suche nach Gründen, die auf
allgemeine Akzeptabilität abziele, würde nur dann nicht zu einem unfairen Ausschluß der
Religion aus der Öffentlichkeit führen und die säkulare Gesellschaft nur dann nicht von
wichtigen Ressourcen der Sinnstiftung abschneiden, wenn sich auch die säkulare
Seite ein Gespür für die Artikulationskraft religiöser Sprachen bewahrte."
In Anbetracht der religiösen
Herkunft seiner moralischen Grundlagen sollte der liberale Staat mit der Möglichkeit
rechnen, daß die Kultur des gemeinen Menschenverstandes (Hegel) angesichts
ganz neuer Herausforderungen das Artikulationsniveau der eigenen Entstehungsgeschichte
nicht einholt."
Deshalb
wollte Kant das kategorische Sollen nicht im Sog des aufgeklärten Selbstinteresses
verschwinden lassen. Er hat die Willkürfreiheit zur Autonomie erweitert und damit - nach
der Metaphysik - das erste große Beispiel für eine säkularisierende und zugleich
rettende Dekonstruktion von Glaubenswahrheiten gegeben.
Bei Kant findet die Autorität göttlicher Gebote in der unbedingten Geltung moralischer
Pflichten ein unüberhörbares Echo. Mit seinem Begriff der Autonomie zerstört er zwar
die traditionelle Vorstellung der Gotteskindschaft. Aber den banalen Folgen einer
Deflationierung kommt er durch eine kritische Anverwandlung des religiösen Inhalts
zuvor."
6.0
Literaturnachweis
Aus praktischen Gründen werden alle
Literaturnachweise dieses thematischen Bereiches auf der Webseite Werte-Erziehung
- Literaturgrundlage" zusammengefasst. Das entlastet die einzelne Webseite
und vermeidet Wiederholungen. Um nachzulesen, klicken Sie hier: Literaturgrundlage.
DOSTOJEWSKI wurde zitiert
nach Robert SPAEMANN, Personen, Stuttgart 1996, S. 105. Er
schreibt:
"Daß alles erlaubt
ist, wenn es Gott nicht gibt, dieser Satz Dostojewskis, den Wittgenstein
variiert hat, ist auch dann wahr, wenn der Inhalt des Sittlichen
unabhängig von jeder religiösen Überzeugung zugänglich ist. Was ohne
eine solche Überzeugung unverständlich bleibt, ist, warum wir tun
sollten, was wir als das Beste erkannt haben, wenn wichtige eigene
Interessen dem entgegenstehen, ja, was es überhaupt heißt, daß wir
irgend etwas tun sollen. Auch keine Werteinsicht kann Personen
nötigen, sich ihr unterzuordnen.
Vgl. dazu die Rezension dieses
Buches von Norbert HOERSTER, FAZ Nr. 276 vom 27. November 1997.
Dem
Verfasser Der Bausteine ist es bislang nicht gelungen, bei Dostojewski
für dieses Zitat einen wörtlichen Beleg zu finden. Der Dichter
entwickelt jedoch diesen Gedanken in seinem
Roman „Die Brüder Karamasow“. Darin gibt es eine Passage, deren Sinn sich zu dieser
Formulierung zusammenfassen lässt. Außerdem durchzieht das Wort "...
dann ist alles erlaubt" geradezu leitmotivisch den ganzen riesigen
Roman. Wenn Sie dazu Originaltext nachlesen wollen, klicken Sie bitte hier.
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Ausgearbeitet von: Dr. Manfred Rosenbach -
letzte Änderung am: 11.05.05
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